Wiesbaden. Im ersten bis dritten Quartal 2025 haben Bund, Länder, Gemeinden und Sozialversicherung 6,0 Prozent mehr Einnahmen erzielt, zugleich stiegen die Ausgaben um 5,6 Prozent. Das Finanzierungsdefizit des Öffentlichen Gesamthaushalts bleibt mit 107,6 Milliarden Euro nahezu unverändert hoch. Das Finanzierungsdefizit Öffentlicher Gesamthaushalt zeichnet sich insbesondere durch ein Rekorddefizit bei den Gemeinden aus.
Defizit steigt weiter
Das Finanzierungsdefizit Öffentlicher Gesamthaushalt zeigte sich in den ersten drei Quartalen 2025 auf allen Ebenen der öffentlichen Hand. Die Gesamtausgaben lagen bei 1 598,0 Milliarden Euro, die Einnahmen bei 1 490,5 Milliarden Euro. Der Bund verzeichnete ein Defizit von 66,9 Milliarden Euro, das höher war als im Vorjahr. Die Länder verbesserten ihre Bilanz leicht, blieben aber mit 1,2 Milliarden Euro im Defizit.
Finanzlage der Gemeinden verschärft sich
Die Gemeinden und Gemeindeverbände wiesen mit einem Minus von 28,3 Milliarden Euro ein neues Rekorddefizit aus. Die Ausgaben stiegen mit 5,9 Prozent stärker als die Einnahmen, die um 5,5 Prozent zunahmen. Besonders die Personalkosten erhöhten sich bei den Gemeinden um 6,7 Prozent auf 79,3 Milliarden Euro. Auch die Sozialausgaben und andere Zuschüsse nahmen stärker zu als die Einnahmen.
Steuereinnahmen entwickeln sich unterschiedlich
Die Steuereinnahmen legten insgesamt um 7,1 Prozent zu, getragen vor allem durch einen Anstieg bei den Sozialversicherungsbeiträgen (plus 9,1 Prozent) und den Landessteuern (plus 33,3 Prozent). Die Einnahmen aus der Grundsteuer blieben trotz der Reform weitgehend konstant bei etwa 12,5 Milliarden Euro. Bundes- sowie Gemeinschaftsteuern legten jeweils um rund 5 Prozent zu. Innerhalb der Bundessteuern führten die Auslaufphase des EU-Energiekrisenbeitrags und die Erhöhung der Tabaksteuer zu gegenläufigen Effekten.
- Gesamtausgaben: 1 598,0 Milliarden Euro (+5,6 %)
- Gesamteinnahmen: 1 490,5 Milliarden Euro (+6,0 %)
- Finanzierungsdefizit gesamter Haushalt: 107,6 Milliarden Euro
- Defizit Gemeinden: 28,3 Milliarden Euro (Rekordwert)
„Das Finanzierungsdefizit auf Gemeindeebene ist trotz steigender Einnahmen weiter gewachsen“, berichtete das Statistische Bundesamt.
Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.
Lokale Auswirkungen und Ausblick
Das anhaltend hohe Finanzierungsdefizit, vor allem auf Gemeindeebene, bedeutet, dass kommunale Haushalte weiterhin unter Druck stehen. Steigende Personalkosten sowie wachsende Sozialausgaben erfordern eine sorgfältige Haushaltsplanung. Damit verbunden sind Herausforderungen für die Finanzierung öffentlicher Dienstleistungen und Investitionen vor Ort. Bürgerinnen und Bürger sollten sich auf mögliche Änderungen bei kommunalen Leistungen oder Abgaben einstellen.
Die Statistik weist darauf hin, dass zukünftige Haushaltsentscheidungen verstärkt auf Effizienz und Ausgabenkontrolle setzen müssen. Für das Gesamtjahr 2025 wird eine detaillierte Auswertung Mitte Januar 2026 erwartet. Weitere Informationen zum Öffentlichen Gesamthaushalt sind auf der Webseite des Statistischen Bundesamtes verfügbar. Für aktuelle regionale Berichte und weiterführende Informationen lohnt sich ein Blick auf regionalupdate.de.
Für vertiefte Daten zum Haushalt und zur Haushaltslage empfiehlt sich zudem der direkte Zugang zu den Originalzahlen und Erläuterungen auf der Seite des Statistischen Bundesamts.

