Mehr Mittelständler planen Schließung wegen Altersrückzug

Frankfurt am Main. Die Situation im mittelständischen Unternehmenssektor gestaltet sich angesichts der demografischen Entwicklung herausfordernd: Der Fokus liegt auf mittelstand unternehmensnachfolge schließung. Über die Hälfte der Unternehmerinnen und Unternehmer sind inzwischen 55 Jahre oder älter, und viele planen keinen Übergang an eine nächste Generation, was zu einer steigenden Zahl von Geschäftsaufgaben führt.

Mittelstand vor Wandel

Die aktuelle Analyse des KfW-Mittelstandspanels zeigt, dass 25 Prozent der mittelständischen Unternehmen in Deutschland nach dem Ausscheiden ihrer Senior-Generation eine Schließung erwägen. Für den Zeitraum bis Ende 2029 bedeutet das eine prognostizierte jährliche Stilllegung von rund 114.000 Betrieben. Gleichzeitig wollen knapp 109.000 Unternehmen pro Jahr eine Nachfolgeregelung finden. Damit gibt es erstmals einen leichten Überhang von Unternehmen, die eine Schließung vorziehen.

Altersstruktur und Nachfolgemotivation

Im Jahr 2025 sind 57 Prozent der Unternehmerinnen und Unternehmer im Mittelstand mindestens 55 Jahre alt. Das entspricht einem Anstieg von drei Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr und markiert eine signifikante Veränderung gegenüber vor 20 Jahren, als nur 20 Prozent dieses Alters waren. Die Suche nach einem geeigneten Nachfolger gilt vielen als schwierig.

„Es ist essenziell, das Fortbestehen möglichst vieler mittelständischer Unternehmen zu sichern. Wir brauchen daher nachhaltig mehr Gründungsbereitschaft in Deutschland. Der Bürokratieabbau ist ein Baustein, der zu mehr Gründungen führen kann“, sagte Dr. Dirk Schumacher, Chefvolkswirt der KfW.

Gründe für Unternehmensschließungen

Unternehmerinnen und Unternehmer nennen verschiedene Gründe für die geplante Aufgabe ihrer Betriebe. 47 Prozent derjenigen mit Schließungsabsichten berichten von fehlendem Interesse in der Familie an einer Fortführung. Zudem wird Bürokratie als Hemmnis immer bedeutsamer: 42 Prozent geben dies als Grund an – ein Anstieg von zwölf Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr. Neben dem Alter spielen somit auch organisatorische und rechtliche Hürden eine entscheidende Rolle bei den Nachfolgeentscheidungen.

Kaufpreisvorstellungen bei Nachfolge

Die Kaufpreisforderungen der Unternehmerinnen und Unternehmer haben deutlich zugenommen. Im Durchschnitt werden beim Unternehmenskauf nun 499.000 Euro erwartet, was eine realpreisige Steigerung von 9,5 Prozent seit 2019 darstellt. Im Verhältnis zum Jahresumsatz entspricht dies dem 1,2-Fachen. Vor sechs Jahren lag die durchschnittliche Forderung noch bei 372.000 Euro.

  • 27 Prozent der Nachfolgeplaner streben einen Kaufpreis von über einer Million Euro an (2019: 18 Prozent)
  • Nur fünf Prozent akzeptieren weniger als 50.000 Euro (2019: 18 Prozent)
  • Der Median der Kaufpreisvorstellungen beträgt 375.000 Euro (2019: 175.000 Euro)

Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.

Unternehmensnachfolge im Mittelstand: Regionale Bedeutung und Ausblick

Die Ergebnisse der KfW-Studie zeigen auch für die regionale Wirtschaft, wie wichtig es ist, eine tragfähige Nachfolgelösung für mittelständische Betriebe zu finden. Diese Unternehmen sind zentrale Arbeitgeber und Impulsgeber für Innovationen vor Ort. Eine erhöhte Gründungsbereitschaft und ein entwurzelter Bürokratieabbau könnten helfen, die Zahl der Stilllegungen zu reduzieren und so die Wettbewerbsfähigkeit der Region langfristig zu stärken.

Für Bürgerinnen und Bürger bedeutet dies etwa mehr Arbeitsplatzsicherheit und die Wahrung lokaler Wirtschaftskreisläufe. Die KfW bietet hierfür entsprechende Förderprogramme an, um Unternehmensnachfolgen zu erleichtern und bestehende Betriebe zu erhalten.

Weitere Informationen zu aktuellen Förderangeboten finden Interessierte auf regionalupdate.de sowie bei der KfW unter www.kfw.de/fokus.


Quellen: KfW-Mittelstandspanel 2025, KfW Förderübersicht

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