Ludwigshafen. Die Studie „Arbeiten 2025“ der Pronova BKK zeigt, dass 60 Prozent der Beschäftigten zumindest gelegentlich eine Krankmeldung trotz Arbeitsfähigkeit abgeben. Besonders häufig trifft diese sogenannte Bettkantenentscheidung die jüngere Generation zwischen 18 und 29 Jahren.
Krankmeldung verstehen
Die Entscheidung, sich krankzumelden obwohl man arbeitsfähig ist, hat verschiedene Ursachen. Rund 31 Prozent der Befragten wollen so verhindern, dass kleinere Beschwerden sich verschlimmern. Ebenso viele geben an, dass sie bei zu großem Arbeitspensum eine Auszeit brauchen.
Psychische und persönliche Ursachen
Neben der körperlichen Belastung spielen psychische Gründe eine wesentliche Rolle. Etwa 30 Prozent der Beschäftigten geben mangelnde Motivation als Ursache an, rund 25 Prozent möchten Konflikten aus dem Weg gehen, und 20 Prozent bevorzugen es, private Termine wahrzunehmen. Psychologin Patrizia Thamm von der Pronova BKK warnt vor einer Ausweichstrategie, wenn Fehltage zur Regel werden:
„Wer sich bei jedem kleinen Problem, alltäglichem Stress oder nach jeder intensiven Arbeitsphase krankmeldet, bei dem handelt es sich um eine Ausweichstrategie. Das kann auf eine geringe Frustrationstoleranz, fehlende Resilienz oder eine starke Empfindlichkeit gegenüber Druck hinweisen.“
Altersunterschiede bei der Bettkantenentscheidung
Die Bettkantenentscheidung trifft vor allem die jüngeren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. In der Gruppe der 18- bis 29-Jährigen melden sich 45 Prozent krank, obwohl sie arbeitsfähig sind, elf Prozent davon häufig. Mit steigendem Alter nimmt dieser Anteil deutlich ab, bei den über 60-Jährigen sind es nur 16 Prozent. Patrizia Thamm erklärt, dass insbesondere die junge Generation hohen Wert auf Sinn, Wertschätzung und Entwicklung legt, was bei Fehlen zu Motivationsproblemen führen kann.
Viele Beschäftigte arbeiten trotz gesundheitlicher Beschwerden weiter. 45 Prozent gehen zum Beispiel trotz Rückenschmerzen zur Arbeit. Psychische Belastung oder Erkältungen werden ebenfalls oft ignoriert, was gesundheitliche Risiken birgt.
Eine offene Kommunikation und Unterstützung seitens der Führungskräfte sind entscheidend, damit sich Mitarbeitende gesundheitsbewusst verhalten können und sich bei Bedarf rechtzeitig helfen lassen. Gesundheitsfördernde Maßnahmen wie flexible Arbeitszeiten, regelmäßige Pausen und Resilienzangebote können der Selbstfürsorge entgegenkommen.
Mehr Informationen zur Studie finden Sie auf der Webseite der Pronova BKK unter www.pronovabkk.de/arbeiten2025. Weitere nützliche Tipps rund um das Thema Arbeit und Gesundheit gibt es auch bei regionalupdate.de.
Der folgende Abschnitt zeigt, welche Bedeutung diese Ergebnisse für die Region haben.
Krankmeldung trotz Arbeitsfähigkeit: Bedeutung für die Region
Die Ergebnisse der Studie haben auch in der Region große Relevanz. Viele Beschäftigte in Ludwigshafen und Umgebung erleben eine hohe Arbeitsbelastung, die Sie mitunter zu Bettkantenentscheidungen führt. Für Unternehmen vor Ort bedeutet dies eine Herausforderung, eine gesundheitsfördernde Arbeitsumgebung zu schaffen, die sowohl körperliche als auch psychische Belastungen berücksichtigt.
Für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ist es wichtig, frühzeitig auf Warnsignale zu achten und sich Unterstützung zu holen. Betriebliche Gesundheitsförderung, wie sie etwa von Krankenkassen wie der Pronova BKK angeboten wird, kann dabei helfen, die Resilienz zu stärken und Krankheitszeiten zu reduzieren.
Zukünftig sind zusätzliche Maßnahmen wie flexible Arbeitsmodelle oder offene Kommunikationskulturen auf regionaler Ebene zu fördern, um Fehlzeiten sinnvoll zu managen und die Gesundheit der Beschäftigten nachhaltig zu stärken. Unternehmen und Politik sind gleichermaßen gefordert, dem wachsenden Gesundheitsbewusstsein Rechnung zu tragen und Angebote zur Prävention auszubauen.

