Rheinland-Pfalz, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg. Das Projekt MoNaKo zeigt: Naturschutz-Kooperativen fördern die Biodiversität und unterstützen Agrarumweltprogramme effektiv. Dennoch bleiben administrative und steuerliche Hürden bestehen, die das volle Potenzial dieser Kooperativen beeinträchtigen.
Erfolgreiche Naturschutz-Kooperativen
Modellhafte Erprobung in vier Regionen
Seit Ende 2023 wird in den Regionen Leda-Jümme, Elb-Havel-Winkel, Oderbruch sowie in Teilen von Rheinland-Pfalz das Projekt MoNaKo umgesetzt. Ziel ist die Erprobung niederländischer Ansätze zur Förderung der Biodiversität durch Naturschutz-Kooperativen im Rahmen von Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen (AUKM). Das Modell zeigt, wie überbetriebliche Planung und professionelles Management eine zielgenaue und effektive Umsetzung von Biodiversitätsmaßnahmen ermöglichen.
Wirtschaftliche Tragfähigkeit und Herausforderungen
Die wirtschaftliche Stabilität der Kooperativen hängt wesentlich von ausreichenden Flächen und flexiblen Gestaltungsspielräumen ab. Der Deutsche Bauernverband weist jedoch darauf hin, dass ungelöste administrative und steuerliche Fragen, insbesondere die umsatzsteuerliche Behandlung von Gruppenanträgen, derzeit die Entwicklung hemmen. Eberhard Hartelt, Umweltbeauftragter des DBV, betont:
„Das Modell funktioniert– Politik und Verwaltung müssen die notwendige Beinfreiheit für die Kooperativen ermöglichen sowie ungeklärte rechtliche und administrative Fragen im Sinne des Modells angehen. Dann kann die Akzeptanz aus dem Berufsstand für das Modell wachsen.“
Zentrale Empfehlungen und zukünftige Entwicklung
Wichtige Handlungsempfehlungen
Die Zwischenbilanz des Projekts führt zehn Kernaussagen auf, darunter folgende Schlüsselempfehlungen:
- Naturschutz-Kooperativen als eigenständige Umsetzungsform in der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) und Gemeinschaftsaufgabe Agrarstruktur und Küstenschutz (GAK) verankern.
- Einführung eines Gruppenantrags, der Kooperativen administrative Vorteile verschafft.
- Vermeidung zusätzlicher Umsatzsteuerlasten durch eine steuerliche Gleichbehandlung der Landbewirtschafter.
- Flexibilität bei Maßnahmenpaketen sichern, um regionale Besonderheiten berücksichtigen zu können.
- Fachliche Kompetenz durch professionelles Management stärken.
Bedeutung für die Agrarumweltförderung
MoNaKo trägt wichtige Erkenntnisse für die Weiterentwicklung der Agrarumweltförderpolitik auf EU-, Bundes- und Landesebene bei. Die Ergebnisse fließen in die Vorbereitung der Förderperiode ab 2028 ein. Für landwirtschaftliche Betriebe in den Modellregionen könnten erleichterte administrative Rahmenbedingungen die Teilnahme an Biodiversitätsmaßnahmen attraktiver machen und somit einen Beitrag zum Naturschutz leisten.
Weitere Details zum Projekt und den Ergebnissen sind auf der offiziellen Projektseite erhältlich: moNako-Projekt.
Zukunftsaussichten für Naturschutz-Kooperativen Biodiversität Agrarumwelt
Die Erfahrungen aus den vier Modellregionen zeigen, dass Naturschutz-Kooperativen ein wirkungsvolles Instrument zur Förderung der Biodiversität darstellen. Für Bürgerinnen und Bürger bedeutet dies, dass der Erhalt vielfältiger Lebensräume in der Agrarlandschaft verbessert werden kann. Der Deutsche Bauernverband sowie die regionalen Partner setzen sich dafür ein, dass die politischen und administrativen Rahmenbedingungen entsprechend angepasst werden.
Im Fokus steht dabei die Umsetzung der Empfehlungen aus der Zwischenbilanz, um Naturschutz-Kooperativen als feste Größen in der Agrarumweltförderung zu etablieren. Interessierte können weitere Informationen und praxisnahe Hinweise unter regionalupdate.de finden.
Eine eindeutige Klärung der steuerlichen und administrativen Fragen sowie eine bessere Verankerung in den Förderprogrammen sind die nächsten Schritte, um die Potenziale für Naturschutz und Landwirtschaft gleichermaßen zu realisieren.

