Frankfurt am Main. Der Teilhabeverfahrensbericht 2025 Deutschland dokumentiert erstmals umfassend die Entwicklungen im Rehabilitations- und Teilhabebereich für das Berichtsjahr 2024. Die Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation e. V. (BAR) veröffentlicht darin wichtige Zahlen zu Anträgen, Trägerstrukturen und Bearbeitungszeiten.
Mehr Transparenz Jetzt
Der Teilhabeverfahrensbericht 2025 Deutschland basiert auf den Daten von 1.005 Rehabilitationsträgern und zeigt, dass im Jahr 2024 etwa 3,2 Millionen Anträge auf Leistungen zur Rehabilitation und Teilhabe gestellt wurden. Die Antragszahl ist damit im Vergleich zum Vorjahr nahezu konstant geblieben. Den größten Anteil mit 79,8 Prozent stellen Anträge auf medizinische Rehabilitation. Mehr als die Hälfte der Anträge wurde bei der gesetzlichen Rentenversicherung eingereicht, rund ein Drittel bei der gesetzlichen Krankenversicherung. Insgesamt wurden 83,7 Prozent der Anträge ganz oder teilweise bewilligt.
Neuordnung im Bereich Soziale Entschädigung
Erstmals berücksichtigt der Bericht die Auswirkungen des im Jahr 2024 in Kraft getretenen Sozialgesetzbuches (SGB) XIV, das zu einer deutlichen Reduzierung der Trägerzahl in der Sozialen Entschädigung führte. Die Gesamtzahl der berichtspflichtigen Reha-Träger sank von 1.099 auf 1.005, bedingt durch eine Konzentration von ehemals 256 auf nun 93 Träger in diesem Bereich. Dadurch wird die Trägerlandschaft übersichtlicher und ermöglicht bundesweit vergleichbare Auswertungen.
Bearbeitungsdauer und Leistungsbeginn
Die durchschnittliche Bearbeitungszeit eines Antrags beträgt 26,8 Tage. Die Leistungen werden im Schnitt 64,3 Tage nach dem Bewilligungsbescheid angetreten. Interessanterweise zeigen die Daten, dass Leistungen bei vielen Antragstellern, besonders in der Eingliederungshilfe und öffentlichen Jugendhilfe, bereits durchschnittlich 62,2 Tage vor dem Bescheid beginnen. Das bedeutet, dass manche Leistungsberechtigten nicht so lange auf ihre Leistungen warten müssen, wie die Bearbeitungsdauer zunächst vermuten lässt.
„Die Turboklärung nach § 14 Abs. 3 SGB IX spielt mit 0,1 Prozent eine geringe, aber nachweisbare Rolle und wurde in allen Trägerbereichen genutzt“, erklärte Dr. Nadine Liebing, Teamleiterin Teilhabeverfahrensbericht bei BAR.
Weiterleitungen von Anträgen wegen vollständiger Unzuständigkeit fallen mit 7,4 Prozent vergleichsweise selten an. Dies verdeutlicht den klaren Zuständigkeitsbereich der Träger.
Regionale Analysen nehmen zu
Das Interesse an regionalen Kennzahlen zum Reha- und Teilhabegeschehen steigt. Bislang haben neun Bundesländer Anfragen für regionale Auswertungen an die BAR gestellt. Diese sollen zukünftig die Steuerung und Planung auf Landes- und Kreisebene verbessern.
- Anzahl der Anträge: ca. 3,2 Millionen
- Medizinische Rehabilitation: 79,8 % der Anträge
- Genehmigungsquote: 83,7 % bewilligt (ganz oder teilweise)
- Durchschnittliche Bearbeitungszeit: 26,8 Tage
- Trägeranzahl: 1.005 (Rückgang durch SGB XIV)
Der Teilhabeverfahrensbericht 2025 steht auf der Website der Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation e. V. zum kostenlosen Download bereit. Weitere Informationen sind unter bar-frankfurt.de verfügbar.
Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.
Bedeutung des Teilhabeverfahrensberichts 2025 für die Region
Auch für Bürgerinnen und Bürger sowie regionale Verantwortliche in Hessen und den umliegenden Bundesländern liefert der Teilhabeverfahrensbericht 2025 Deutschland wichtige Einblicke in das Rehabilitationsgeschehen. Die Daten ermöglichen es, die Versorgungssituation besser einzuschätzen und Angebote bedarfsgerechter zu gestalten. Für Antragsteller sind die Informationen zu Bearbeitungszeiten und Leistungsbeginn besonders relevant, da sie zeigen, dass Leistungen häufig schneller als erwartet erfolgen.
Für die Zukunft plant die BAR, die regionale Analyse weiter auszubauen und damit die transparente Steuerung der Teilhabeleistungen auf kommunaler Ebene zu unterstützen. Insbesondere Bundesländer, die noch keine Auswertung in Anspruch genommen haben, könnten von diesen Daten profitieren. Nähere Details und weitere Berichte werden von der BAR jährlich veröffentlicht.
Mehr regionale und aktuelle Informationen zum Thema Rehabilitation finden Leserinnen und Leser auch auf regionalupdate.de.
Weitere seriöse Hintergrundinformationen zur Rehabilitation bietet die Webseite des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (bmas.de).

