Berlin. Der Bund Deutscher Landschaftsarchitekt:innen (bdla) hat Empfehlungen für ein klimagerechtes Städtebaurecht im Rahmen der Novellierung des Baugesetzbuches (BauGB) vorgelegt. Ziel ist es, die Anpassung an den Klimawandel als eigenständige Zielsetzung im Städtebaurecht zu verankern und damit städtische Lebensqualität langfristig zu sichern.
Für klimagerechte Städte
Die fortschreitenden Auswirkungen des Klimawandels machen es notwendig, das Städtebaurecht anzupassen. Der bdla schlägt vor, den Klimaschutz und die Klimaanpassung im BauGB deutlich zu verankern und mit konkreten Instrumenten zu unterlegen. Ein zentrales Element ist der grundstücksbezogene Grünflächenfaktor, der eine Mindestmenge an Grünflächen auf privaten Grundstücken sichern soll. Ebenso fordert der bdla eine verbindliche Einbindung integrierter Freiraumentwicklungskonzepte in die Bauleitplanung. Dies soll nachhaltige, klimaresiliente Stadtstrukturen fördern.
Aufwertung und neue Instrumente im Städtebaurecht
Neben dem Grünflächenfaktor spricht sich die Fachgesellschaft für weitere rechtliche Neuerungen aus. Dazu zählen:
- Die Aufwertung des Grünordnungsplans, der die Gestaltung und den Schutz urbaner Grünflächen regelt.
- Die Einführung eines Freiflächengestaltungsplans als verbindliches Planungsinstrument.
- Die Normierung des Verschlechterungsverbots, um den Verlust von Freiflächen zu verhindern.
- Die Optimierung der Realkompensation, um Eingriffe in naturnahe Flächen wirksamer auszugleichen.
- Die Einführung von Klimasanierungsgebieten, in denen gezielte Maßnahmen zur Verbesserung des Stadtklimas umgesetzt werden.
Diese Maßnahmen sollen Kommunen stärken und befähigen, klimagerechte und lebenswerte Stadt- und Freiräume systematisch zu entwickeln.
Nachhaltigkeit im Städtebau als gesetzliche Aufgabe
Der bdla knüpft mit seinen Empfehlungen an frühere fachpolitische Positionen an und unterstreicht die Dringlichkeit, Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel als Pflichtaufgaben im Städtebaurecht zu verankern. Damit soll das BauGB als zentrales Instrument der Stadtplanung fit für die Zukunft gemacht werden. Die ausführlichen Empfehlungen des bdla stehen kostenfrei als Broschüre auf deren Webseite zur Verfügung.
„Der fortschreitende Klimawandel erfordert eine Weiterentwicklung des Städtebaurechts, um die Lebensqualität im urbanen Raum langfristig zu sichern“, heißt es in der Mitteilung des bdla.
Weitere Informationen zur Novellierung des BauGB und den Vorschlägen des bdla finden Interessierte auf der offiziellen Webseite des Bundes Deutscher Landschaftsarchitekt:innen sowie auf der Seite des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV).
Ausblick: Bedeutung des klimagerechten Städtebaurechts BauGB für Kommunen und Bürger
Die vorgeschlagenen Änderungen im Städtebaurecht haben eine hohe Relevanz für Städte und Gemeinden, da sie künftig mehr Möglichkeiten erhalten, den Umgang mit urbanen Freiräumen gezielt klimaresilient und nachhaltiger zu gestalten. Für Bürgerinnen und Bürger bedeutet das unter anderem verbesserte klimatische Bedingungen und mehr Grünflächen vor Ort. Die Novellierung des BauGB eröffnet Kommunen Handlungsspielräume zur Anpassung an den Klimawandel. Die Broschüre des bdla zum klimagerechten städtebaurecht baugb kann auf der Webseite des bdla heruntergeladen werden. Nähere Informationen und weiterführende Artikel zu stadtplanerischen Fragestellungen sind zudem auf regionalupdate.de verfügbar.

