Soziale Medien ohne Tech Konzerne

SWR X Lab und Media Lab Bayern zeigen Wege für unabhängigen Journalismus ohne Tech-Konzerne

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Stuttgart. Ein neues Handbuch zeigt, wie Medien ihre Abhängigkeit von sozialen Medien großer Techkonzerne wie Facebook, TikTok oder X reduzieren können. Im Mittelpunkt steht dabei das Fediverse, ein dezentrales Netzwerk, das eine Alternative zu herkömmlichen sozialen Plattformen bietet, um die Kontrolle durch einzelne Unternehmen zu vermeiden.

Unabhängiger Journalismus jetzt

Fediverse als Alternative zu sozialen Medien Techkonzerne

Das Fediverse ist ein Netzwerk aus verschiedenen Plattformen, das nach dem gleichen Prinzip wie E-Mail funktioniert. Nutzerinnen und Nutzer können frei zwischen verschiedenen Anbietern wechseln, ohne den Kontakt zu verlieren. Damit gibt es keine zentrale Instanz, die bestimmt, welche Inhalte sichtbar sind. Dieses Konzept bietet Medien eine Möglichkeit, sich unabhängiger von den großen sozialen Medien Techkonzerne zu machen.

Die Arbeitsgruppe aus dem SWR X Lab und dem Media Lab Bayern hat dazu einen Report mit dem Titel „Reinvent Social Platforms“ veröffentlicht. Der über 60 Seiten umfassende Bericht fasst praktische Erfahrungen und Konzepte zusammen, wie Medien den Einstieg ins Fediverse finden und Communitys aufbauen können. Zudem werden mögliche Algorithmen beschrieben, die journalistische Werte in den Vordergrund stellen statt Werbeeinnahmen.

Ziele und Beteiligte der Studie

Vanessa Wormer, Leiterin des SWR X Lab, betont die Bedeutung des Fediverse für den Journalismus: „Journalismus muss auch jenseits von Big Tech stattfinden. Das Fediverse als dezentrales, unabhängiges Netzwerk ist dafür besonders geeignet.“ Ihre Fellows zeigten, dass dies auch praktisch umsetzbar sei.

Annette Kümmel, Geschäftsführerin der Medien.Bayern GmbH, bezeichnet den Report als wichtigen Schritt, um Innovationen im Journalismus voranzutreiben. Die Initiative fördert die Zusammenarbeit verschiedener Akteure der Branche, um zukunftsfähige Medienkonzepte zu entwickeln und umzusetzen.

Der Report ist kostenlos verfügbar und richtet sich an Redaktionen sowie Medienprofis, die alternative Wege im Umgang mit sozialen Medien suchen.

Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.

Regionale Bedeutung und Ausblick für Medien in Baden-Württemberg

Für Medienanstalten in Baden-Württemberg bedeutet die Entwicklung des Fediverse eine Chance, sich unabhängiger von großen Techkonzernen zu machen und journalistische Inhalte erneut stärker in den Mittelpunkt zu stellen. Die weniger kommerziell getriebenen Algorithmen unterstützen dabei eine sachlich-informative Berichterstattung.

Beteiligte regionale Einrichtungen wie das SWR X Lab setzen damit ein Zeichen für Innovation und Vielfalt in der Medienlandschaft. Für Journalistinnen und Journalisten ergeben sich neue Werkzeuge und Plattformen, die die Reichweite nicht von wechselhaften Algorithmen großer Plattformen abhängig machen.

Die Nutzung des Fediverse und der Report „Reinvent Social Platforms“ könnten in den kommenden Monaten vermehrt in Workshops und Fortbildungen im Südwesten eingesetzt werden. Damit ist ein weiterer Schritt zur Stärkung unabhängiger Medien in der Region geplant.

Weitere Informationen sowie der kostenlose Download des Reports sind auf den Seiten des SWR und des Media Lab Bayern vorhanden. Auch der Newsletter „SWR vernetzt“ bietet Updates zur Entwicklung im digitalen Journalismus.

Für eine breitere Einführung dieser neuen Konzepte werden regionale Medienakteure in den kommenden Monaten voraussichtlich verstärkt zusammenarbeiten, um die Vorteile des Fediverse für den lokalen Journalismus nutzbar zu machen.


Weiterführende Informationen zum Thema soziale Medien und deren Auswirkungen auf die Medienlandschaft bietet die Bundeszentrale für politische Bildung unter bpb.de.

Zum Thema digitale Innovationen im öffentlich-rechtlichen Rundfunk finden Interessierte ebenfalls auf regionalupdate.de vielfältige Berichte und Hintergrundinformationen.

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