Holzindustrie kritisiert geplante Verbrennung in Reuter West

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Berlin. Die geplante großmaßstäbliche Holzverbrennung Reuter West durch die Berliner Energie und Wärme GmbH (BEW) stößt bei der deutschen Holzwerkstoffindustrie auf starke Kritik. Der Verband der Holzwerkstoff- und Innentürenindustrie e.V. (VHI) befürchtet negative Folgen für den regionalen und überregionalen Holzmarkt und warnt vor einer Fehlentwicklung im Umgang mit stofflich verwertbaren Holzsortimenten.

Holzindustrie warnt jetzt vor Folgen der Holzverbrennung Reuter West

Die Holzwerkstoffindustrie weist darauf hin, dass das geplante Brennstoffsortiment für die Konversion des Kohlekraftwerks Reuter West überwiegend aus stofflich verwertbaren Holzabfällen und Biomasse besteht. Zu den vorgesehenen Brennstoffen zählen Holzabfälle der Kategorien A I bis A IV, naturbelassene Biomasse aus Landschaftspflegemaßnahmen, Waldrestholz sowie Agrarholz. Diese Holzsortimente sind demnach nicht einfach Brennstoffreste, sondern wichtige Rohstoffe für die stoffliche Nutzung.

Auswirkung auf den regionalen Holzmarkt

Der VHI befürchtet, dass der hohe Brennstoffbedarf in Verbindung mit den bereits bestehenden und geplanten Verbrennungskapazitäten im Großraum Berlin-Brandenburg den regionalen Holzmarkt erheblich belastet. Die stoffliche Verwertung von Holzabfällen könnte dadurch verdrängt werden. Die Nachfrage der Reuter-West-Anlage, die keine moderate Biomassenutzung darstelle, könne die Versorgung regionaler stofflicher Abnehmer gefährden und wirtschaftliche Nachteile nach sich ziehen.

„Wir sind bereit und in der Lage, die für die Kohlekraftwerkskonversion projektierte, stofflich verwertbaren Holzsortimente abzunehmen und stofflich zu verwenden“, sagte Anemon Strohmeyer, Geschäftsführerin des VHI.

Kaskadennutzung und Recycling als Klimaschutzfaktor

Der Verband betont, dass durch stoffliche Verwendung von Holz der darin gespeicherte Kohlenstoff gebunden und so ein langfristigerer Klimaschutzeffekt erzielt wird. Im Gegensatz zur einmaligen Verbrennung verlängert sich dieser Effekt durch Recycling und Wiederverwendung in Holzwerkstoffen. Die geplante Verbrennung von Holzsortimenten, die eigentlich in der Kaskadennutzung mehrfach verwendet werden sollten, widerspricht aus Sicht der Holzwerkstoffindustrie den europäischen Vorgaben zur Abfallhierarchie und der Gewerbeabfallverordnung.

Wettbewerbsdruck durch Bioökonomie und begrenzte Ressourcen

Die Holzwerkstoffindustrie sieht die Herausforderung, dass Holz trotz Nachwachsens nicht unbegrenzt verfügbar ist. Die Bioökonomie bringt neue Herausforderungen und Verwerter für Holz auf den Markt, wodurch sich die Nutzungskonkurrenzen verschärfen werden. Gerade vor diesem Hintergrund betrachtet der VHI die großmaßstäbliche Holzverbrennung am Standort Reuter West als problematisch und fordert eine grundlegende Überprüfung der Planung durch die BEW.

Weitere Informationen zum Thema Holz und nachhaltige Nutzung bietet das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) sowie die Berichterstattung auf regionalupdate.de.

Bedeutung und Ausblick der Holzverbrennung Reuter West

Das Projekt Reuter West zeigt exemplarisch die Konflikte zwischen Energiegewinnung aus Biomasse und dem nachhaltigen Umgang mit dem wichtigen Rohstoff Holz auf. Für Bürgerinnen und Bürger in Berlin und Brandenburg bedeutet dies, dass Materialien, die für die Herstellung von Holzwerkstoffen genutzt werden könnten, zukünftig häufiger energetisch verbrannt werden. Die Holzwerkstoffindustrie als Marktführer in Europa mit einem Jahresumsatz von rund fünf Milliarden Euro sieht sich durch die geplante Verbrennungskapazität gefährdet.

Der VHI fordert, die Pläne zur Holzverbrennung Reuter West kritisch zu hinterfragen und stärker auf Recycling und Kaskadennutzung zu setzen. Dabei ist auch die Einhaltung europäischer Vorgaben zur Abfallvermeidung und Kreislaufwirtschaft von zentraler Bedeutung. Die zukünftige Entwicklung des Projekts wird zeigen, ob alternative Konzepte für eine nachhaltige Rohstoffnutzung und Klimaschutz in der Fernwärmeversorgung umgesetzt werden können.

Mehr über die nachhaltige Nutzung von Holzwerkstoffen erfahren Sie auf regionalupdate.de.

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