Schwerin. Die Zahl der Pflegedienste Mecklenburg Vorpommern sinkt weiterhin, während der Bedarf an Pflegeleistungen steigt. Aktuelle Daten belegen einen Rückgang der ambulanten Pflegeleistungen und der Auszubildenden, was die Versorgungssituation der Region zunehmend belastet.
Pflegekrise im Norden
Rückgang bei Pflegediensten und Leistungen
In Mecklenburg-Vorpommern verringert sich die Anzahl lizenzierter Pflegedienste von 543 im Jahr 2023 auf 522 im Jahr 2025. Parallel dazu sind die ambulanten Pflegeleistungen innerhalb der letzten drei Jahre um fast zehn Prozent zurückgegangen. Diese Zahlen wurden auf der bpa-Qualitätskonferenz in Linstow vorgestellt und bestätigen eine prognostizierte Entwicklung.
Die sinkende Anzahl der Dienste führt zu einer Veränderung im Versorgungsangebot: Viele Pflegedienste müssen schließen oder können ihre Leistungen nur noch eingeschränkt erbringen. Dies trifft eine Region, in der die Zahl der Pflegebedürftigen gleichzeitig um 12 Prozent gestiegen ist.
Fachkräftemangel und Ausbildungsrückgang
Die Pflegebranche in Mecklenburg-Vorpommern sieht sich außerdem mit einem deutlichen Rückgang der Ausbildungszahlen konfrontiert. Im vergangenen Jahr sank die Zahl der Pflege-Auszubildenden um sieben Prozent. Damit verschärft sich der Fachkräftemangel in einer Zeit, in der gerade neue Mitarbeiter dringend benötigt werden.
„Obwohl der Bedarf an Pflege steigt, müssen Pflegedienste schließen, die verbleibenden können weniger Leistungen erbringen und der Personalnachwuchs bleibt immer mehr aus. Die Politik hat es versäumt, diese Entwicklungen zu erkennen und wirksam gegenzusteuern“, sagte Michael Beermann, Landesvorsitzender des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste e.V. (bpa).
Forderungen zur Stabilisierung der Pflegeversorgung
Der bpa-Vorsitzende nannte drei zentrale Maßnahmen zur Verbesserung der Situation:
- Bürokratische Entlastung der Pflegedienste
- Schnelle und unkomplizierte Refinanzierung von Pflegeangeboten
- Einfachere Rekrutierung internationaler Pflegekräfte durch eine Kompetenzvermutung
Zudem appellierte er an politische Parteien, vor der Landtagswahl die ambulante Pflege auf die Agenda zu setzen und an die Landesregierung, bereits jetzt aktiv zu werden.
Beispiele für bisherige politische Maßnahmen und deren Umsetzung sind auf der Webseite des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste* (bpa) zu finden.*
Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.
Regionale Bedeutung und Ausblick auf die Pflege in Mecklenburg-Vorpommern
Mecklenburg-Vorpommern steht vor einer Herausforderung: Der steigende Pflegebedarf trifft auf ein schrumpfendes Angebot an Pflegediensten und Nachwuchskräften. Für betroffene Bürgerinnen und Bürger bedeutet dies potenziell längere Wartezeiten und eingeschränkte Versorgung im ambulanten Bereich. Die fachliche und organisatorische Unterstützung der Pflegedienste spielt eine zentrale Rolle für die Sicherstellung der Pflegequalität.
Der Bundesverband fordert, dass die Landesregierung vor den anstehenden Wahlen alle möglichen Schritte ergreift, um Pflegedienste zu entlasten und die Situation kurzfristig zu stabilisieren. Die angekündigte Vereinfachung bei der Beschäftigung internationaler Pflegekräfte könnte dazu beitragen, den Fachkräftemangel abzumildern.
Weitere Informationen und Beratung zur Pflege in Mecklenburg-Vorpommern finden Interessierte auf regionalupdate.de sowie auf offiziellen Seiten wie dem Ministerium für Soziales, Integration und Gleichstellung Mecklenburg-Vorpommern.
regionalupdate.de: Pflege in Mecklenburg-Vorpommern
bpa – Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V.

