Berlin. Die Recyclingquote von Getränkekartons liegt 2024 erneut unter dem gesetzlichen Ziel. Statt der vorgeschriebenen 80 Prozent erreichte Deutschland nur 69,5 Prozent. Die Problematik des getraenkekartons recycling pfand diskutiert die Deutsche Umwelthilfe (DUH) mit Nachdruck und fordert politische Maßnahmen.
Pfand gegen Recyclingkrise
Die Zentrale Stelle Verpackungsregister (ZSVR) meldete, dass die Recyclingquote für Getränkekartons 2024 auf 69,5 Prozent zurückging, nach 71,3 Prozent im Vorjahr. Damit wurde die gesetzliche Vorgabe erneut verfehlt. Die DUH bewertet diese Entwicklung als kritisch, da rund ein Drittel der Getränkekartons nicht ordnungsgemäß dem Recycling zugeführt wird, sondern im Restmüll, in der Umwelt oder in der Papiertonne landet.
Forderungen der Deutschen Umwelthilfe
Barbara Metz, Bundesgeschäftsführerin der DUH, fordert eine Erweiterung des Einwegpfandes von 25 Cent auf Getränkekartons. Durch dieses Pfand könnten nach Einschätzung der Umwelthilfe mehr als zwei Milliarden Getränkekartons jährlich zusätzlich recycelt werden. Die DUH verweist auf erfolgreiche Beispiele in anderen europäischen Ländern:
- Spanien hat ein Pfand auf Getränkekartons Ende 2024 eingeführt.
- Kroatien plant ab 2027 eine ähnliche Regelung.
- In Rumänien gibt es erfolgreiche Rücknahmetests im Handel.
„Umweltminister Schneider darf nicht länger die Augen vor der Recyclingkrise bei Getränkekartons verschließen. Das unzureichende Recycling verschwendet Ressourcen und belastet die Umwelt. Technisch ist die Rücknahme von Getränkekartons an Pfandautomaten problemlos umsetzbar“, sagte Barbara Metz.
Aktuelle Gesetzeslage und Möglichkeiten
Das Verpackungsgesetz sieht eine 80-Prozent-Mindestquote für das Recycling von Getränkekartons vor. Die erneute Unterschreitung dieser Quote zeigt die Notwendigkeit zusätzlicher gesetzlicher Maßnahmen. Die DUH spricht sich insbesondere für die Aufnahme eines Pfandes auf Getränkekartons im Rahmen des anstehenden Verpackungsrechts-Durchführungsgesetzes aus. Ergänzend betont sie die Bedeutung des Ausbaus von Recyclingkapazitäten innerhalb Deutschlands.
Beispiel: Mehr Informationen zur Abfallgesetzgebung und Recycling finden sich auf der Webseite des Bundesumweltministeriums https://www.bmu.de/themen/abfall-ressourcen/abfallwirtschaft/ sowie praktische Tipps auf regionalupdate.de.
Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.
Recycling von Getränkekartons: Bedeutung für Verbraucherinnen und Verbraucher vor Ort
Für Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland bedeutet die aktuelle Situation, dass trotz bestehender Sammelsysteme viele Getränkekartons nicht optimal recycelt werden. Durch die mögliche Einführung des Pfandes könnten mehr Kartons zurückgeführt und damit Ressourcen geschont werden. Regionale Sammelstellen und die Abfallwirtschaft müssten auf verstärkte Mengen vorbereitet werden. Die DUH fordert, dass Umweltminister Carsten Schneider im Verlauf der Novellierung des Verpackungsgesetzes diese Chance nutzt, um die Recyclingmengen zu erhöhen und den Umweltbelastungen entgegenzuwirken.
Zukünftig sollen voraussichtlich die gesetzlichen Änderungen in Kraft treten, die die Erweiterung des Pfandes umsetzen. Die genauen Zeitpläne sind aktuell Teil der politischen Beratungen. Bürgerinnen und Bürger können sich bereits jetzt über richtige Trennung und Entsorgung von Getränkekartons informieren und so zur Verbesserung der Recyclingquote beitragen.
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