Agrarministerin Staudte ruft zum Impfschutz vor neuen Blauzungenkrankheit-Varianten auf

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Hannover. Das Niedersächsische Landwirtschaftsministerium mahnt Tierhalter, ihre Tiere gegen die Blauzungenkrankheit umfassend impfen zu lassen. Der Impfschutz Blauzungenkrankheit Niedersachsen ist besonders wichtig, da sich neue Virusvarianten wie Serotyp 8 zunehmend ausbreiten.

Jetzt Tiere schützen: Impfschutz Blauzungenkrankheit Niedersachsen

Die Blauzungenkrankheit (BTV) betrifft vor allem Schafe, Rinder und Ziegen und wird durch blutsaugende Mücken übertragen. Während bisher vornehmlich der Serotyp 3 in Niedersachsen zirkulierte, breiten sich nun auch Serotyp 8 und weitere Varianten in angrenzenden Bundesländern aus. Laut Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte bieten die bisherigen Impfstoffe gegen Serotyp 3 keinen Schutz gegen Serotyp 8. Deshalb empfehlen Experten eine rechtzeitige Impfung gegen beide Serotypen, um schwere Krankheitsverläufe zu vermeiden.

Auch der Serotyp 4 ist in Europa präsent, und passende Impfstoffe sind verfügbar. Wichtig ist, dass nach der Impfung einige Wochen vergehen, bevor ein vollständiger Immunschutz aufgebaut ist. Dies sollte spätestens bis Anfang Mai vor der aktiven Vektorsaison gewährleistet sein. Neben der Blauzungenkrankheit machen weitere Viruserkrankungen wie die Epizootische Hämorrhagische Krankheit (EHD) und die Lumpy Skin Disease (LSD) Sorgen. Beide Krankheiten werden ebenfalls durch blutsaugende Insekten übertragen und betreffen vor allem Rinder. In Niedersachsen sind bisher keine Fälle gemeldet, dennoch ist Vorsicht geboten.

Überblick zu den Serotypen der Blauzungenkrankheit

  • Serotyp 3: Hauptsächlich in Niedersachsen seit 2024 nachgewiesen.
  • Serotyp 8: Seit Oktober 2025 in mehreren Bundesländern verbreitet, Ausbreitung nach Niedersachsen erwartet.
  • Serotyp 4: In Europa präsent, Impfstoffe sind erhältlich.

„Die bisherigen Impfungen gegen den Blauzungen-Serotyp 3 schützen nicht vor dem sich nun auch ausbreitenden Serotyp 8“, sagte Ministerin Staudte. „Daher appelliere ich an die Tierhalterinnen und Tierhalter: Schützen Sie ihre Tiere mit einer rechtzeitigen, umfassenden Impfung und helfen Sie mit, die Ausbreitung der Krankheit einzudämmen.“

Schutz gegen weitere Viruserkrankungen bei Tieren

Die Epizootische Hämorrhagische Krankheit (EHD) ähnelt der Blauzungenkrankheit und betrifft vor allem Rinder und Wildwiederkäuer. Auch sie wird durch Gnitzen übertragen und breitet sich seit 2022 in Europa aus. Zugelassene Impfstoffe für EHDV-8 schützen Rinder effektiv. Die Lumpy Skin Disease (LSD) ist eine anzeigepflichtige Erkrankung, die ebenfalls durch blutsaugende Insekten übertragen wird. Das Niedersächsische Landwirtschaftsministerium weist Tierhalter darauf hin, bei Krankheitsverdacht umgehend das Veterinäramt zu informieren.

Wichtige Informationen und Empfehlungen für Tierhalter in Niedersachsen

  • Tierhalter sollten ihre Tiere rechtzeitig gegen die Blauzungenkrankheit impfen lassen, insbesondere gegen die Serotypen 3 und 8.
  • Es besteht keine Kreuzimmunität zwischen den Serotypen; Impfungen gegen einen Serotyp schützen nicht gegen andere.
  • Die Impfung sollte rechtzeitig vor Beginn der Mückensaison, spätestens Anfang Mai, erfolgen.
  • Verdachtsfälle bei EHD oder LSD müssen unverzüglich gemeldet werden.
  • Weitere Informationen sind beim Niedersächsischen Landwirtschaftsministerium und dem Friedrich-Löffler-Institut im TierSeuchenInformationsSystem (TSIS) erhältlich.

Mehr Details zur Ausbreitung und den Schutzmöglichkeiten finden Sie auf der offiziellen Webseite des Niedersächsischen Ministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz und im TierSeuchenInformationsSystem (TSIS) des Friedrich-Löffler-Instituts.

Für weiterführende Informationen zu Tierseuchen in Niedersachsen besuchen Sie auch regionalupdate.de.

Ausblick und Maßnahmen zum Schutz von Nutztieren

Das Landwirtschaftsministerium plant, die Impfkampagnen weiter zu verstärken und die Tierhalter in Niedersachsen intensiv über neue und bestehende Gefahren zu informieren. Die tierärztliche Überwachung wird fortgesetzt, um frühzeitig auf Krankheitsausbrüche reagieren zu können. Tierhalter sollten mit ihren betreuenden Tierärzten zeitnah Impfungen abstimmen, um den Schutz ihrer Tiere vor schwerwiegenden Erkrankungen zu sichern. Im Fokus stehen dabei neben der Blauzungenkrankheit auch weitere virale Infektionskrankheiten, die durch Insekten übertragen werden.

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