Brossardt: Zölle auf über 90 % der EU-Exporte nach Indien fallen

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München. Das neue eu indien freihandelsabkommen wurde erfolgreich abgeschlossen. Die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw) sieht darin eine wichtige Chance für den bayerischen Wirtschaftsstandort, insbesondere durch den Wegfall der Zölle auf die meisten Warenexporte.

Neue Handelsperspektiven schaffen – Chancen durch das eu indien freihandelsabkommen

Das Freihandelsabkommen zwischen der Europäischen Union und Indien ist das bisher größte beider Seiten und öffnet den Zugang zu einem Markt mit mehr als 1,45 Milliarden Menschen. Indien hat als Schwellenland ein Bruttoinlandsprodukt von über vier Billionen US-Dollar und zeichnet sich durch ein hohes jährliches Wachstum von etwa sechseinhalb Prozent bis 2030 aus. Nach Prognosen wird Indien bis dahin zur drittgrößten Volkswirtschaft der Welt aufsteigen.

Wegfall von Zöllen auf 90 Prozent der Warenexporte

Ein zentrales Merkmal des Abkommens ist die Abschaffung von Zöllen auf über 90 Prozent der EU-Warenexporte nach Indien. Besonders profitieren sollen Maschinen und elektrische Ausrüstungen, bei denen die Zölle von 44 Prozent auf null sinken. Auch Produkte in der Luft- und Raumfahrt sowie Medizintechnik sind von den Zollsenkungen betroffen. Die Automobilindustrie sieht die vbw ambivalent: Zwar werden die bisherigen Zölle von bis zu 110 Prozent auf zehn Prozent reduziert und für Autoteile schrittweise ganz entfallen, jedoch besteht ein Kontingent von 250.000 Fahrzeugen.

Strategische Bedeutung für Bayern und Europa

Die vbw betont, dass Bayern als international verflochtene Wirtschaftsregion die Auswirkungen von Handelskonflikten und Exportkontrollen anderer Staaten, wie China und den USA, deutlich zu spüren bekommt. Deshalb sei das Abkommen ein wichtiger Schritt, um die Handelsbeziehungen zu diversifizieren und die Position im Indo-Pazifik zu stärken. Zwischen 2015 und 2024 haben die bayerischen Ausfuhren nach Indien bereits um über 60 Prozent zugenommen, das Exportvolumen bleibt jedoch im Vergleich zu den USA und China gering.

„Wir sind überzeugt, dass jedes Freihandelsabkommen unseren europäischen Wirtschaftsraum und unsere bayerische Volkswirtschaft stärker macht. Deswegen setzen wir auf eine zügige Ratifizierung des Abkommens ohne unnötige Verzögerungen“, sagte vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt.

Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.

Regionale Bedeutung des eu indien freihandelsabkommen für Bayern

Für Unternehmen und Beschäftigte in Bayern eröffnen sich durch das Abkommen neue Absatzchancen auf einem der dynamischsten Märkte weltweit. Die Verringerung von Handelshemmnissen soll den Export erleichtern und Investitionen fördern. Die starke Wirtschaftsleistung Indiens bietet zudem Potenziale für Kooperationen in Schlüsselbranchen wie Maschinenbau, Elektrotechnik, Luftfahrt und Medizintechnik.

Künftig wird eine schnelle Ratifizierung durch die EU-Institutionen erwartet, um die Vorteile des Abkommens zeitnah nutzen zu können. Für Verbraucherinnen und Verbraucher in Bayern reicht die Bedeutung über den Handel hinaus, denn eine stabile und offene Wirtschaftspartnerschaft trägt zur Sicherung von Arbeitsplätzen und Wirtschaftswachstum in der Region bei.

Weiterführende Informationen zum Freihandelsabkommen und den Auswirkungen für Bayern gibt es auf regionalupdate.de sowie bei der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft vbw-aktuell.

Für Details zur wirtschaftlichen Entwicklung Indiens bietet das Statistische Bundesamt umfassende Daten unter destatis.de.

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