Osnabrück. Der Landkreis Osnabrück feierte das 15-jährige Jubiläum seiner Sozialraumorientierung, die seit 2010 mit acht Teams Kinder, Jugendliche und Familien direkt in ihrem Lebensumfeld unterstützt. Die Sozialraumorientierung Landkreis Osnabrueck hat sich als präventives und vernetztes Modell in der Jugendhilfe etabliert.
Sozialraum stärkt Familien
Die Sozialraumorientierung verfolgt einen lebensweltbezogenen Ansatz, der Familien niedrigschwellige und passgenaue Hilfen bietet. Landrätin Anna Kebschull hob hervor, dass dieser Ansatz gerade angesichts wachsender sozialer Herausforderungen besonders wichtig ist. Mit der direkten Unterstützung vor Ort sollen Familien gestärkt und Hilfsangebote gemeinsam entwickelt werden.
Prof. Wolfgang Hinte, ein maßgeblicher Impulsgeber für die sozialräumliche Jugendhilfe in Deutschland, sprach auf der Veranstaltung über die Wirkung und Weiterentwicklung dieses Fachansatzes. Sein Vortrag stellte heraus, wie lebensweltorientierte Sozialarbeit zur Stabilisierung sozialer Strukturen beiträgt und angepasst werden muss, um auf gesellschaftliche Veränderungen zu reagieren.
Entwicklung der Jugendhilfe im Landkreis Osnabrück
Die Einführung der Sozialraumorientierung bedeutete eine Veränderung der Jugendhilfe vor Ort. Weg von einer Einzelfallorientierung hin zu vernetzten, präventiven und wohnortnahen Hilfen – dieser Wandel ist seit 15 Jahren markant. Die acht Sozialraumteams arbeiten direkt in den unterschiedlichen Lebensbereichen und schaffen so niederschwellige Zugänge.
Kreisrat Matthias Selle betonte, dass die sozialräumliche Jugendhilfe keine Sparmaßnahme, sondern eine Investition in stabile Lebenswelten sei. Er machte deutlich, dass eine nachhaltige und verlässliche Ausstattung in Zeit, Personal und Kontinuität notwendig ist, um Krisen zu vermeiden und langlebige Strukturen aufzubauen.
Herausforderungen und Zukunftsperspektiven
Neben der positiven Bilanz standen bei der Veranstaltung auch die Herausforderungen der kommenden Jahre im Fokus. Der zunehmende Fachkräftemangel, steigende Fallzahlen, komplexere Lebenslagen und der digitale Wandel erfordern Anpassungen in der Jugendhilfe. Die Beteiligten unterstrichen die Bedeutung von gut ausgebildeten Fachkräften, einer starken organisatorischen Basis und politischer Unterstützung.
Jörg Röls, Leiter des Fachdienstes Jugend, betonte die wechselwirkende Bedeutung von Haltung und Kooperation für den Erfolg der Sozialraumorientierung:
„Sozialraumorientierung lebt von Haltung und gelebter Kooperation. Unsere Teams leisten tagtäglich enorme Arbeit, weil sie nahe an den Menschen sind und flexibel auf deren Lebenslagen reagieren. Damit wir dieses Niveau halten können, brauchen die Fachkräfte eine starke organisatorische Basis und politische Rückendeckung.“
Die Sozialraumorientierung im Landkreis Osnabrück gilt als zukunftsweisendes Konzept, das von engagierten Fachkräften und starken Partnerschaften getragen wird.
Ausblick und weitere Entwicklungen
Der Landkreis Osnabrück plant, die Sozialraumorientierung weiterhin zu fördern und an veränderte Rahmenbedingungen anzupassen. Die nachhaltige Unterstützung durch Verwaltung und Politik soll sicherstellen, dass die präventiven Hilfen auch künftig zur Stärkung von Familien und zur Krisenprävention beitragen.
Mehr Informationen zur Sozialraumorientierung und weiteren Projekten der Jugendhilfe im Landkreis Osnabrück finden Interessierte auf regionalupdate.de sowie auf der offiziellen Webseite des Landkreises Osnabrück unter lkos.de.
Für weitere Hintergründe zur Sozialraumorientierung bietet das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend eine ausführliche Übersicht an: Sozialraumorientierte Jugendhilfe – BMFSFJ.

