Berlin. Die digitale Souveränität von Unternehmen in Deutschland bleibt ein zentrales Thema, wie die DIHK-Digitalisierungsumfrage 2026 zeigt. Die Mehrheit der Firmen ist stark von Technologien aus Nicht-EU-Ländern abhängig, fordert jedoch bessere Rahmenbedingungen, um die digitale Souveraenitaet Unternehmen nachhaltig zu stärken.
Mehr digitale Souveränität
Abhängigkeit von ausländischen Technologien
Die aktuelle DIHK-Umfrage macht deutlich, dass viele deutsche Unternehmen von Hardware, Künstlicher Intelligenz sowie Betriebssystemen aus Nicht-EU-Staaten abhängig sind. Dirk Binding, Bereichsleiter Digitale Wirtschaft beim DIHK, sieht darin eine Herausforderung und weist auf den dringenden Handlungsbedarf hin. Er betont, dass die deutschen Unternehmen das Know-how für Digitalisierung besitzen, jedoch mehr Freiräume benötigen, um sich weiterzuentwickeln.
Forderungen für bessere Rahmenbedingungen
Besonders wichtig für die Unternehmen sind klare und verlässliche rechtliche Regelungen, offene Standards und Schnittstellen sowie verbesserte digitale Kompetenzen. Förderungen von Open-Source-Lösungen und Bürokratieabbau stehen ebenfalls auf der Wunschliste. Binding unterstreicht die Notwendigkeit eines praxisnahen Rechtsrahmens speziell für KI und Datennutzung, um den effizienten Einsatz dieser Technologien zu gewährleisten.
Potenzial von Künstlicher Intelligenz in Unternehmen
Rund 41 Prozent der Firmen, die bereits KI einsetzen, sehen einen hohen Produktivitätseffekt. KI wird zunehmend als Wettbewerbsfaktor erkannt. Dennoch planen etwa ein Drittel der Unternehmen noch keinen KI-Einsatz, was auf Nachholbedarf bei digitalen Kompetenzen und der Infrastruktur hinweist. Laut Binding sind leistungsfähige Glasfaser- und Mobilfunknetze, Rechenzentren sowie kostengünstige Energie entscheidend, um international konkurrenzfähig zu bleiben.
Cybersicherheit bleibt ein Schwerpunkt
Die Bedrohungen durch Cyberangriffe sind nach wie vor hoch. Größere Unternehmen setzen technische Basisschutzmaßnahmen um, kämpfen aber mit der Reaktionsfähigkeit bei Sicherheitsvorfällen. Regelmäßige Übungen zur Wiederherstellung von Daten aus Backups sind aus Sicht der Befragten wichtig, um die Widerstandsfähigkeit zu erhöhen.
Digitalisierung trotz schwieriger Bedingungen voranbringen
Die befragten Unternehmen berichten von schwierigen Marktbedingungen und schnelleren Entwicklungszyklen bei digitalen Innovationen. Dennoch treiben sie ihre Digitalisierung aktiv voran. Für eine bessere Zukunft fordern sie politische Maßnahmen wie eine digitalisierte Verwaltung, effizienteren Netzausbau und stärkere Cybersecurity-Maßnahmen.
„Mehr Freiräume und digitale Resilienz sind ausschlaggebend für die Zukunft des Standorts Deutschland. Potenziale gibt es genügend“, sagte Dirk Binding.
Die DIHK-Digitalisierungsumfrage 2026 basiert auf der Befragung von rund 5.000 Unternehmen verschiedener Branchen.
Ausblick: Stärkung der digitalen Souveränität deutscher Unternehmen
Die nächste Herausforderung besteht darin, die politischen Rahmenbedingungen stärker an die Bedürfnisse der Unternehmen anzupassen. Geplant sind Initiativen für ein einheitliches KI-Rechtsrahmenwerk, Förderung digitaler Kompetenzen und Ausbau der Infrastruktur wie Glasfasernetze. Außerdem soll Bürokratie abgebaut und die Cyberabwehr verbessert werden, um den Standort Deutschland zukunftssicher zu machen. Weitere Informationen zur Umfrage sind auf der Website des DIHK verfügbar.
Für weiterführende Einblicke zur Digitalisierung in Deutschland besuchen Sie auch regionalupdate.de und informieren sich bei der Bundesnetzagentur über Netzausbau und Infrastruktur.