Streit um Primärversorgung als erste Patienten-Anlaufstelle

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Düsseldorf. Die Diskussion um die Primärversorgung Patientensteuerung Gesundheit gewinnt an Fahrt. Auf dem 36. Jahreskongress des Berufsverbands für Arthroskopie (BVASK) in Düsseldorf wurde deutlich, dass das traditionelle Primärarztsystem in der Praxis nicht effektiv funktioniert und neue Versorgungsmodelle gefragt sind.

Neue Wege der Versorgung

Herausforderungen des Primärarztsystems

Die Idee, dass Hausärzte als erste Anlaufstelle vor Fachärzten agieren, führt laut Experten zu Überlastungen der Hausärzte, längeren Wartezeiten und einer eingeschränkten Arztwahl für Patienten. Dr. Helmut Weinhart, Facharzt für Orthopädie und Vizepräsident des BVOU, betont, dass eine reine Primärarzt-Steuerung der Patientenströme nicht zielführend ist.

„Trotz der Mündigkeit der Patienten brauchen wir eine vernünftige Steuerung, damit jeder zeitnah und qualitativ hochwertig vom richtigen Fach behandelt wird“, sagte Weinhart.

Stattdessen plädieren Fachleute für eine umfassendere Primärversorgung, die flexibler als ein striktes Primärarztsystem gestaltet ist und auch digitale Elemente integriert.

Digitale und hybride Steuerungsmodelle

Ein Ansatz ist die Kombination aus digitaler und persönlicher Steuerung, bei der Patienten ihre Beschwerden zunächst digital übermitteln. Auf dieser Basis erfolgt dann eine gezielte Weiterleitung an die passenden Fachstellen oder ambulanten Einrichtungen. Dieses Modell könnte ambulante und stationäre Behandlungsstätten entlasten und dabei helfen, Ressourcen effizienter zu nutzen.

Innerhalb des ambulanten Bereichs werden alternative Steuerungssysteme diskutiert, etwa durch Kollektivverträge oder Facharzt-Vollverträge, die an bestehende Systeme „angedockt“ werden könnten.

Zukunf der Patientensteuerung in der Primärversorgung Patientensteuerung Gesundheit

Für eine erfolgreiche Umsetzung ist es nach Ansicht von Weinhart notwendig, Patienten stärker in die Eigenverantwortung zu nehmen.

„Eine Ehrlichkeit der Politik gegenüber dem Patienten ist jedoch dringend nötig. Patienten müssen mehr Eigenverantwortung bekommen, eventuell auch mit verschiedenen Versicherungstarifen direkt zum Facharzt gehen können. Fakt ist: bei einer Steuerung der Patienten, egal durch wen, darf auch die Orthopädie nicht budgetiert werden. Eine (angeforderte) Versorgung kann nur gewährleistet werden, wenn sie zu 100 Prozent bezahlt wird.“

Außerdem muss ein attraktiver Anreizsystem geschaffen werden, das Patienten motiviert, sich steuern zu lassen – insbesondere bei akuten, spezifischen Verletzungen, die nicht in einer Notaufnahme behandelt werden sollten.

Die Reform der Versorgungssteuerung soll dabei eng mit den niedergelassenen Fachärzten abgestimmt werden, denn sie tragen täglich die Verantwortung für die Behandlung der Patienten.

Für weitere Informationen zur Gesundheitsversorgung und Patientensystemen lesen Sie auch unseren Beitrag zu ambulanten Gesundheitsstrukturen auf regionalupdate.de. Zusätzliche Details und aktuelle Kongressbeiträge finden sich auf der offiziellen Webseite des BVASK: bvask.de.

Ausblick auf Reformen der Versorgung

Aktuell laufen Beratungen über die konkrete Umsetzung und Finanzierung neuer Steuerungssysteme, die den steigenden Anforderungen des Gesundheitssystems gerecht werden sollen. Der Austausch mit Fachärzten und Politikern wird in den kommenden Monaten intensiviert. Erste Umsetzungsschritte sind im Rahmen der Gesundheitsreformen für 2026 vorgesehen, wobei der Fokus auf Qualitätssicherung und effektiver Ressourcenverteilung liegt.

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