Berlin. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat gegen den Ultra-Fast-Fashion-Anbieter Shein einen juristischen Erfolg erzielt. Shein darf nicht länger ohne erläuternde Angaben damit werben, bis 2050 Netto-Null-Emissionen erreichen zu wollen. Der Fall zeigt den Druck auf Kleidungskonzerne, mehr Transparenz bei Klimaschutzversprechen zu bieten. Zugleich fordert die DUH schärfere Regeln für die Textilbranche im Sinne des Klimaschutzes. Die Fokus-Keyphrase Ultra-Fast-Fashion Shein Klimaschutz ist dabei zentral.
Shein Greenwashing gestoppt
Die DUH wirft Shein vor, mit irreführenden Klimaversprechen Verbraucher zu täuschen. Der Konzern hatte nicht erklärt, wie er seine angekündigte Klimaneutralität bis 2050 trotz eines Anstiegs seiner Emissionen von 23 Prozent innerhalb eines Jahres erreichen will. Das Unternehmen betreibt Ultra-Fast-Fashion mit täglich bis zu 9.000 neuen Designs, was als grundsätzlich klimaschädlich eingestuft wird.
Rechtliche Schritte gegen Shein
Die DUH hat neben dem Verbot der irreführenden Netto-Null-Werbung weitere Verfahren gegen den Betreiber Infinite Styles Services Co. Ltd. begonnen. Dabei geht es um Werbung mit Begriffen wie „lokal“, „umweltfreundlich“ und „100 % natürlich“, die nicht ausreichend belegt sind. Verbraucher sollen vor solchen Täuschungen geschützt werden.
Forderungen an die Politik
Barbara Metz, Bundesgeschäftsführerin der DUH, fordert Umweltminister Carsten Schneider auf, die erweiterte Herstellerverantwortung konsequent umzusetzen. Sie betont die Notwendigkeit verbindlicher Umweltkriterien, die das Ultra-Fast-Fashion-Modell unwirtschaftlich machen sollen. Metz erklärte:
„Ultra-Fast-Fashion kann mit seinen Massen an giftigen Wegwerfklamotten, die über den halben Globus geflogen werden, per se niemals klimafreundlich sein. Diese Geschäftsmodelle dürfen sich nicht länger lohnen.“
Das EPR-System (Erweiterte Herstellerverantwortung) soll sicherstellen, dass Hersteller ihre Textilien langlebig, reparierbar und wiederverwendbar gestalten. Zahlreiche EU-Länder wie Frankreich und die Niederlande haben bereits entsprechende Regelungen eingeführt.
- Textilindustrie gehört zu den emissions- und rohstoffintensivsten Branchen in Europa.
- 70 Prozent der Kleidungsstücke bestehen aus fossilen Kunstfasern.
- Der Textilkonsum in der EU stieg von 2019 bis 2022 um fast 12 Prozent.
- Shein importiert täglich etwa 400.000 Pakete nach Deutschland, vor allem per Luftfracht.
Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.
Regionale Auswirkungen und Bedeutung für Verbraucherinnen und Verbraucher
Der juristische Erfolg gegen Shein zeigt, dass Umweltschutz und Verbraucherschutz zunehmend Hand in Hand gehen, auch im digitalen Handel, der stark auf Plattformen wie Shein setzt. Für Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland bedeutet dies mehr Schutz vor irreführenden Werbeaussagen und ein stärkeres Bewusstsein für die Folgen ihres Kleiderkonsums.
Auf politischer Ebene muss Deutschland bis 2027 ein System zur Erweiterten Herstellerverantwortung für Textilien einführen, was unter anderem Reparaturen und Recycling fördert. Dies könnte lokale Unternehmen und Initiativen stärken, die auf nachhaltige Mode setzen.
Weitere Informationen zur Herstellerverantwortung finden sich auf der Website der Deutschen Umwelthilfe: DUH-Forderungen für eine wirksame EPR-Gesetzgebung. Auch ein Überblick zu Textilrecycling und nachhaltiger Mode ist auf regionalupdate.de verfügbar.
Der Fall Shein ist ein Beispiel dafür, wie Umweltrecht und Verbraucherschutz verbunden werden können, um den ohnehin stark ressourcenintensiven Modebereich zu regulieren und zu einer nachhaltigeren Textilwirtschaft beizutragen.

