Streik bei Jungheinrich in Lüneburg mit Blockaden

Anzeige

Lüneburg. Am Standort Lüneburg kommt es seit Ende November 2025 zu einem Arbeitskampf gegen die geplante Teilbetriebsschließung bei Jungheinrich. Im Zentrum des Streiks Jungheinrich Lüneburg steht ein Eilantrag des Unternehmens gegen Blockademaßnahmen während der Streikaktionen.

Streik bei Jungheinrich: Eilantrag gegen Blockademaßnahmen am Standort Lüneburg

Hintergrund des Arbeitskampfes

Die Jungheinrich AG plant eine teilweisen Schließung ihres Werks in Lüneburg. Gegen diese Entscheidung haben Beschäftigte, organisiert durch die IG Metall, seit Ende November 2025 regelmäßige Streikmaßnahmen eingeleitet. Ziel ist es, die Teilbetriebsschließung zu verhindern und den Erhalt von Arbeitsplätzen zu sichern.

Blockade der Zufahrt sorgt für Konflikt

Am 15. Januar 2026 wurde die Zufahrt zum Werk für rund fünfeinhalb Stunden blockiert. Die Blockade wurde erst durch polizeiliches Eingreifen aufgehoben. Das Unternehmen wertet diese Maßnahme als unverhältnismäßig und hat beim Arbeitsgericht Lüneburg eine einstweilige Verfügung beantragt, die solche längeren Blockaden künftig untersagen soll.

„Eine mehrstündige Totalblockade stelle eine offensichtlich unverhältnismäßige Maßnahme dar, die vom Streikrecht nicht mehr gedeckt sei“, heißt es in der Begründung des Eilantrags.

Rechtliche Bewertung der Blockaden

Nach Darstellung der Jungheinrich AG deckt das Streikrecht nach aktueller Rechtsprechung nur kurzzeitige Zugangsbehinderungen ab. Diese dienten hauptsächlich dazu, Arbeitswillige und Dritte über den Arbeitskampf zu informieren. Mehrstündige Blockaden gingen darüber hinaus und seien daher nicht zulässig.

Weitere Entwicklungen und Termin

Da die Gewerkschaftsvertreter angekündigt haben, die Eskalation der Streikmaßnahmen weiter zu erhöhen, rechnet Jungheinrich mit weiteren Blockaden. Das Arbeitsgericht Lüneburg hat die mündliche Verhandlung zum Eilantrag auf Unterlassung von Blockademaßnahmen für Donnerstag, den 5. Februar 2026, um 10:00 Uhr angesetzt.

Weitere Informationen zum Thema Arbeitsrecht und Streiks in Niedersachsen finden Sie auf der Webseite des Landesarbeitsgerichts Niedersachsen. Hintergrundwissen zu Arbeitskämpfen hat auch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales zusammengestellt. Mehr regionale Nachrichten aus Lüneburg gibt es auf regionalupdate.de.

Weitere Schritte im Streik Jungheinrich Lüneburg

Das Arbeitsgericht wird nach der Verhandlung am 5. Februar 2026 eine Entscheidung treffen, ob die beantragte Unterlassungsverfügung gegen die Blockadepraxis ergeht. Die Beteiligten bleiben weiter in Verhandlungen. Weitere Streikaktionen sind angekündigt, ebenso wie mögliche weitere juristische Schritte. Die Situation wird von allen Seiten aufmerksam beobachtet, da sie beispielhaft für das Spannungsfeld zwischen Streikrecht und Betriebsinteressen steht.

Weiterlesen

Jetzt den kostenlosen Regionalupdate-Newsletter abonnieren.

Gefällt dir’s? Dann teil’s doch!

Facebook
LinkedIn
WhatsApp
Email

Weitere Artikel