Karlsbad. Menschen mit DIS Alltag zu erleichtern, ist eine zentrale Aufgabe von Ergotherapeut:innen. Sie unterstützen Betroffene dabei, die vielfältigen Herausforderungen der Dissoziativen Identitätsstörung im täglichen Leben besser zu bewältigen.
Mehr Lebensqualität schaffen: Wie Ergotherapeut:innen Menschen mit DIS Alltag erleichtern
Alltag verstehen und analysieren
Menschen mit DIS (Dissoziative Identitätsstörung) leben mit mehreren Persönlichkeitsanteilen, die unterschiedliche Verhaltensweisen und Erlebnisse aufweisen. Ergotherapeut:innen analysieren zu Beginn ihrer Arbeit den Alltag der Klient:innen umfassend, um typische Schwierigkeiten zu erfassen. Dazu gehören Ängste bei Dunkelheit, Herausforderungen im Umgang mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder Überforderung bei sozialen Kontakten. Durch diese Alltagsanalyse können individuelle Problemfelder identifiziert werden, die sonst leicht übersehen werden.
Praktische Unterstützung für den Alltag
Die Aufgabe der Ergotherapeut:innen ist es, pragmatische Strategien zu entwickeln, die den Betroffenen mehr Sicherheit und Selbstbestimmtheit geben. So wird etwa gemeinsam geübt, Verlaufsprotokolle zu führen, damit verschiedene Persönlichkeitsanteile sich über Erlebtes austauschen können und Gedächtnislücken minimiert werden. Außerdem helfen sie dabei, sichere Rückzugsorte zu gestalten oder Hilfsmittel wie Handtaschenalarm und Ortungs-Apps einzusetzen.
Traumata und Alltagsbewältigung im Zusammenspiel
Ergotherapeut:innen arbeiten eng mit Psychiater:innen und Psychotherapeut:innen zusammen. Während diese die traumatischen Ursachen und psychischen Begleiterkrankungen behandeln, liegt der Fokus der Ergotherapie auf der konkreten Bewältigung des Alltags. Eine ganzheitliche Behandlung, die sowohl die sekundären Folgen als auch die DIS selbst adressiert, ist für eine Heilung unerlässlich.
Kindliche Persönlichkeitsanteile berücksichtigen
Viele Menschen mit DIS tragen Persönlichkeitsanteile aus der Kindheit in sich. Ergotherapeut:innen passen ihre Behandlung deshalb teilweise an Methoden aus der Kindertherapie an. Hausbesuche und Beratungen im häuslichen Umfeld ermöglichen es, gemeinsam Gefahrenherde zu erkennen und Schutzmaßnahmen umzusetzen. Kuscheltiere oder andere beruhigende Hilfsmittel können die nächtlichen Ängste lindern.
Beispiel:
„Ergotherapeut:innen unterstützen oft ganz pragmatisch, um die Aufs und Abs, die die Klient:innen durchleben, abzufangen“, sagte Stephanie Knagge vom Deutschen Verband Ergotherapie e.V.
Sicherheit im Fokus des Alltags
Ein zentrales Thema ist das Sicherheitsempfinden. Ergotherapeut:innen fördern mit Übungen im Wohnort sowie in der Natur das Selbstbewusstsein der Betroffenen. Dadurch wird ihr Handlungsspielraum erweitert und Lebensfeldbegrenzungen schrittweise abgebaut. Dabei ist der individuelle Alltag maßgeblich; es geht nicht darum, Normen anderer zu erfüllen, sondern eine für die Betroffenen passende Lebensweise zu ermöglichen.
Weitere Informationen zum Thema gibt es bei örtlichen Ergotherapeut:innen sowie auf der Website des Deutschen Verbands Ergotherapie e.V.. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung bietet zusätzliche Hintergrundinformationen zur Dissoziativen Identitätsstörung.
Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.
Wie Menschen mit DIS Alltag besser meistern können: Regionale Perspektiven und praktische Hilfen
In der Region tragen Ergotherapeut:innen wesentlich dazu bei, dass Menschen mit DIS besser ihren Alltag strukturieren und bewältigen können. Die Verfügbarkeit spezialisierter Therapieangebote ist für Betroffene entscheidend, um Versorgungslücken zu schließen. Für Bürgerinnen und Bürger bedeutet das eine verbesserte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben und eine individuell angepasste Unterstützung bei herausfordernden Alltagssituationen.
Zukünftig geplant sind verstärkte Informationsangebote sowie Schulungen für Fachkräfte in der Region, um die Versorgung weiter auszubauen. Termine für Beratungstage oder Informationsveranstaltungen können bei lokalen Gesundheitseinrichtungen erfragt werden. Damit soll die Lebensqualität von Menschen mit DIS vor Ort nachhaltig verbessert werden.
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