Nordhorn. Der Tierpark Nordhorn beteiligt sich an einem EU-geförderten Auswilderungsprojekt für den stark bedrohten Waldrapp. Der Artenschutz Waldrapp Nordhorn unterstützt damit ein europäisches Programm zur Wiederansiedlung dieser Vogelart in natürlichen Lebensräumen.
Artenschutz zeigt Wirkung
Engagement des Tierparks Nordhorn im Waldrapp-Projekt
Der Waldrapp gilt als eine der am stärksten gefährdeten Vogelarten weltweit. In Europa überlebte er lange Zeit nur in zoologischen Gärten. Mit dem LIFE-Projekt der Europäischen Union soll die Art wieder in der Natur etabliert werden. Dafür entsteht in Bussolengo, Italien, eine Brutwand und Zuchtvoliere, die der Aufbau einer eigenständigen Waldrapp-Kolonie im Alpenraum unterstützt.
Sechs Waldrappvögel, die zwischen 2022 und 2024 im Tierpark Nordhorn geschlüpft sind, wurden als Gründertiere ausgesucht, um an diesem Projekt mitzuwirken. Die Nachkommen dieser Tiere sollen lernen, die Zugroute zu den traditionellen Winterquartieren in der Toskana zu absolvieren und so eine nachhaltige Population bilden.
Bedeutung von Zoos und Gemeinschaftsprojekten für den Artenschutz
Der Verband der Zoologischen Gärten (VdZ) betont, dass Zoos einen unverzichtbaren Beitrag zum Erhalt genetischer Vielfalt leisten und entscheidend für den Schutz bedrohter Arten sind. Neben dem Waldrapp-Projekt engagieren sich Zoos in europäischen Zuchtprogrammen, etwa für das Przewalski-Pferd oder die Moorea-Baumschnecke, die ihren Status auf der Roten Liste verbessern konnten.
„Zoos leisten dazu einen unverzichtbaren Beitrag. Sie sichern genetische Vielfalt, ermöglichen Wiederansiedlungen und sensibilisieren Millionen Besucherinnen und Besucher für den Schutz der Natur“, sagte Volker Homes, Geschäftsführer des VdZ.
Initiativen wie „Reverse the Red“ bündeln Wissenschaft, Naturschutzorganisationen und Zoos weltweit, um gezielte Maßnahmen gegen das Artensterben zu fördern und Erfolge sichtbar zu machen.
Ausblick auf weitere Entwicklungsschritte im Waldrapp-Projekt
Der Tierpark Nordhorn plant, seine Teilnahme am Waldrapp-Auswilderungsprojekt fortzusetzen und die Integration der Tiere ins Europäische Erhaltungszuchtprogramm zu festigen. In den kommenden Jahren wird erwartet, dass die Nachkommen der Gründervögel eigenständig die Flugrouten zwischen Sommer- und Winterquartieren übernehmen und sich eine stabile Population in Norditalien etabliert.
Dieses Projekt könnte eine weitere Erfolgsgeschichte im internationalen Artenschutz werden, die durch die Kooperation von Zoos, Naturschutzorganisationen und Förderprogrammen ermöglicht wird.
Weitere Informationen zu lokalen Naturschutzprojekten und Initiativen finden Sie auf regionalupdate.de sowie auf der Webseite des Verbandes der Zoologischen Gärten.
Mehr zur Roten Liste der Weltnaturschutzunion (IUCN) und deren Bedeutung lesen Sie auf der offiziellen Seite der IUCN.