Wiesbaden. Die Zahl der Eheschließungen in Deutschland ist auf den niedrigsten Stand seit Beginn der Aufzeichnungen gesunken. Die zahl eheschliessungen niedrig im Jahr 2024 spiegelt einen langfristigen Rückgang und eine steigende Tendenz zu späteren Heiraten wider.
Falls Trend Fortsetzen: Entwicklung der zahl eheschliessungen niedrig in Deutschland
Die Statistik des Statistischen Bundesamtes zeigt, dass im Jahr 2024 insgesamt 349 200 Ehen geschlossen wurden. Dies ist der niedrigste Wert seit Beginn der Zeitreihe im Jahr 1950. Das entspricht einem deutlichen Rückgang zur Zahl der Eheschließungen in den vergangenen Jahrzehnten. 79 Prozent der Eheschließenden haben zum ersten Mal geheiratet. Die Mehrheit der Ehen (knapp 97 Prozent) wurde zwischen Paaren unterschiedlichen Geschlechts geschlossen, während etwa drei Prozent auf gleichgeschlechtliche Paare entfielen.
Demografische Veränderungen und Alter bei Ersterheirat
Der Anteil der Verheirateten an der volljährigen Bevölkerung sank von 60 Prozent Ende 1994 auf rund 50 Prozent Ende 2024. Gleichzeitig stieg das Durchschnittsalter bei der ersten Heirat erheblich: Frauen heiraten heute durchschnittlich mit 32,9 Jahren, Männer mit 35,3 Jahren – etwa sechs Jahre später als vor 30 Jahren. Dieses spätere Heiratsalter ist ein wesentlicher Faktor für die sinkende Anzahl der Eheschließungen.
Veränderungen bei Scheidungen und Familienstand
Scheidungen erfolgen im Durchschnitt später als früher und dauern insgesamt länger: Die Ehepaare bleiben heute durchschnittlich 14,7 Jahre verheiratet bis zur Scheidung, im Jahr 1994 waren es noch 12 Jahre. Die Zahl der geschiedenen Ehen lag 2024 bei rund 129 300, leicht über dem Vorjahreswert. Gleichzeitig hat die Zahl der ledigen volljährigen Personen zugenommen. Ende 2024 waren 33 Prozent der Erwachsenen ledig, ein Anstieg von neun Prozentpunkten seit 1994.
„Der Anteil der Verheirateten sinkt seit Jahren nahezu kontinuierlich“, erklärte ein Sprecher des Statistischen Bundesamtes.
Internationaler Vergleich
Im EU-Vergleich liegt Deutschland mit 4,3 Eheschließungen pro 1 000 Einwohner über dem Durchschnitt von 4,0 Eheschließungen je 1 000 Einwohner. Spitzenreiter bei den Eheschließungen sind 2023 Rumänien, Lettland und Ungarn. Die niedrigsten Werte verzeichnen Bulgarien, Italien und Slowenien.
Beispiel: Die aktuellen Zahlen und weitere Informationen werden regelmäßig in der Datenbank GENESIS-Online des Statistischen Bundesamtes veröffentlicht. Darunter finden sich auch längere Zeitreihen zu Eheschließungen und Ehescheidungen.
Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.
Auswirkungen der niedrigen zahl eheschliessungen niedrig auf die Gesellschaft und zukünftige Entwicklungen
Für die Bevölkerung in Deutschland, auch auf regionaler Ebene, bedeutet die anhaltende Abnahme der Eheschließungen signifikante Veränderungen in Familienstrukturen und Lebensentwürfen. Ein wachsender Anteil der Menschen lebt unverheiratet, was Auswirkungen auf Wohnformen, Kindertagesbetreuung und soziale Absicherung hat.
Regionale Planungen und sozialpolitische Maßnahmen müssen diese Trends berücksichtigen, um gesellschaftliche Veränderungen angemessen zu begleiten. Ob und wie sich die Zahl der Eheschließungen in den kommenden Jahren verändert, wird unter anderem von gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen abhängen.
Weitere Statistiken und regionale Analysen zu Familienstrukturen und Eheschließungen sind auf regionalupdate.de verfügbar. Offizielle Daten des Statistischen Bundesamtes können unter destatis.de eingesehen werden.