Echem. Das Landwirtschaftliche Bildungszentrum (LBZ) Echem erhält fast eine Million Euro Förderung vom Land Niedersachsen, um die Haltung von Schweinen mit intakten Ringelschwänzen zu ermöglichen und in der Ausbildung zu demonstrieren. Ziel des Projekts „stall zukunft schweine“ ist eine tiergerechte Haltung ohne routinemäßiges Schwänzekupieren.
Mehr Tierwohl fördern mit stall zukunft schweine
Die Ministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Miriam Staudte, übergab einen Förderbescheid in Höhe von 950.000 Euro an das LBZ Echem im Landkreis Lüneburg. Mit dieser Unterstützung soll die Lehrwerkstatt für Schweinehaltung so umgebaut werden, dass angehende Landwirtinnen und Landwirte praxisnah lernen, wie Schweine mit intakten Ringelschwänzen gehalten werden können.
Aktuell ist das Kürzen der Schweineschwänze gesetzlich untersagt, doch viele Betriebe kämpfen mit der Umsetzung. Das Projekt will durch moderne Stallgestaltung helfen, diese Herausforderung zu meistern und tierwohlgerechte Haltungsformen zu fördern.
Umgestaltung der Lehrwerkstatt für Schweinehaltung
Im Fokus stehen zwei Stallbereiche: Die Ferkelaufzucht mit 600 Tierplätzen und die Schweinemast mit 400 Plätzen sollen baulich so verändert werden, dass sie den Bedürfnissen der Tiere besser gerecht werden.
- Die Stallbereiche werden strukturiert, um Ruhe- und Aktivitätszonen klar zu trennen.
- Die Raumtemperatur wird abgesenkt, verschiedene Klimabereiche eingeführt.
- Emissionsmindernde Technologien wie Kot-Harn-Trennung und Spülsysteme werden eingebaut.
- Automatisierte Einstreusysteme ermöglichen die regelmäßige Verteilung von Stroh als Beschäftigungsmaterial.
Mit diesen Maßnahmen können zukünftige Landwirtinnen und Landwirte die Haltungsstufen 1 bis 5 des Tierhaltungskennzeichnungsgesetzes praktisch kennenlernen. Der Umbau soll bis Ende 2026 abgeschlossen sein.
Bedeutung für die landwirtschaftliche Ausbildung in Niedersachsen
Das LBZ Echem ist zentrale Ausbildungs- und Weiterbildungsstätte für die Tierhaltung bei der Landwirtschaftskammer Niedersachsen (LWK). Die Modernisierung der Stallanlage stärkt die Ausbildungskompetenz in ganz Niedersachsen und unterstützt die Nachhaltigkeit und Wettbewerbsfähigkeit der regionalen Landwirtschaft.
„Der Stallumbau wird wichtige Impulse für eine tierwohlgerechte Schweinehaltung in Niedersachsen setzen – weit über die überbetriebliche Ausbildung hinaus“, betonte Ministerin Miriam Staudte.
Gerhard Schwetje, Präsident der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, zeigte sich dankbar für die Zusammenarbeit und sieht im Umbauprojekt einen entscheidenden Schritt zur Weiterentwicklung der Schweinehaltung im Bundesland mit der höchsten Schweinedichte in Deutschland.
Weitere Informationen zum Thema Tierwohl in der Landwirtschaft sind auf regionalupdate.de sowie auf der offiziellen Seite des Niedersächsischen Ministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz niedersachsen.de verfügbar.
Nächste Schritte und Ausblick
Der Umbau der Stallanlagen am LBZ Echem startet umgehend und soll bis Ende 2026 abgeschlossen sein. Anschließend wird die innovative Haltung von Schweinen mit intakten Ringelschwänzen in der Ausbildung und in Weiterbildungen praxisnah vermittelt. Das Projekt leistet so einen Beitrag zu mehr Tierwohl und nachhaltiger Landwirtschaft in Niedersachsen.

