Energiewirtschaft fordert mehr Zeit für Netzpaket-Konsultation

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Berlin. Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) hat erste Entwürfe eines Gesetzespakets des Bundeswirtschaftsministeriums zur Synchronisierung des Anlagenzubaus mit dem Netzausbau kommentiert. Die Kritik und Forderungen zum Thema netzausbau erneuerbare energien stehen im Fokus der Stellungnahme.

Energiewende beschleunigen jetzt – netzausbau erneuerbare energien

Die BDEW-Hauptgeschäftsführerin Kerstin Andreae betont die Bedeutung einer ausreichend langen Konsultationsphase für das sogenannte „Netzpaket“. Das Paket zielt darauf ab, Netzanschlussverfahren zu verbessern und den Ausbau erneuerbarer Energien eng mit dem Netzausbau zu synchronisieren. Wichtig sei, dass der Ausbau der Erneuerbaren und der Netzinfrastruktur parallel und konsequent verstärkt werde, um volkswirtschaftliche Resilienz und Leistungsfähigkeit zu sichern.

Andreae nennt zentrale Voraussetzungen:

  • Wirtschaftliche Planbarkeit für Erzeuger und Netzbetreiber.
  • Minimierung von Komplexität und administrativem Aufwand.
  • Wirksame Preissignale für standorteffiziente Investitionen.
  • Minderung und gerechte Verteilung von Systemrisiken.

Die Branche unterstützt grundsätzlich eine Fortsetzung des Netzausbaus, insbesondere regional differenzierte Baukostenzuschüsse als Instrument bei belasteten Netzabschnitten. Zusätzlich wird eine stärkere Transparenz für Projektierer bei der Einschätzung der Netzauslastung als sinnvoll erachtet, wobei Sicherheitsaspekte für kritische Infrastrukturen beachtet werden müssen.

Herausforderungen bei kapazitätslimitierten Netzabschnitten

Der Entwurf schlägt neue Regelungen zur Kapazitätsvergabe für EE-Anlagen vor, darunter die Einführung einer „Einspeisesteckdose“ als Mechanismus des vorsorglichen Netzausbaus. Auch eine Priorisierung bestimmter Anschlussvorhaben soll ermöglicht werden.

Kritisch bewertet wird der Vorschlag, bei einem Redispatchvolumen von nur drei Prozent Kapazitätsbegrenzungen für Netzabschnitte auszuweisen, begleitet von einem Verzicht auf Redispatch-Ausgleichszahlungen für bis zu zehn Jahre. Dies könnte die Planungssicherheit für Betreiber von Erneuerbare-Energien-Projekten erheblich gefährden, insbesondere angesichts der eingeschränkten Standortwahl etwa bei Windenergie an Land. Die BDEW fordert deshalb sorgfältige Abwägungen zugunsten einer wirtschaftlichen und technologischen Planbarkeit.

Regulierungsrahmen und Ausbauplanung

Für den weiteren Ausbau der Stromnetze fordert der BDEW eine zügige Entwicklung des Regulierungsrahmens, die auch vorausschauende Netzausbaumaßnahmen ermöglicht. Ein besonderes Augenmerk liegt auf einem deutlich beschleunigten Ausbau der Verteilnetze. Hierzu sollten Planungs- und Genehmigungsverfahren vereinfacht und an das bereits erreichte Beschleunigungsniveau bei den Übertragungsnetzen angeglichen werden.

„Es ist wichtig, dass das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie mit Hochdruck an Änderungen für Netzanschlüsse arbeitet,“ sagte Kerstin Andreae.

Weitere Informationen und Details zur Stellungnahme des BDEW finden Sie auf der BDEW-Website. Zur Einschätzung der geplanten Netzausbaumaßnahmen empfiehlt sich zudem die Lektüre aktueller Berichte der Bundesnetzagentur.

Ausblick auf den Netzausbau in Deutschland

Der Gesetzesentwurf zum „Netzpaket“ soll in den kommenden Monaten weiter ausgearbeitet und diskutiert werden. Die Energiewirtschaft fordert dabei ausreichende Beteiligungsmöglichkeiten, um praktikable Lösungen zu gewährleisten. Zentrale Zielsetzung bleibt, die Energiewende durch den konsequenten Ausbau erneuerbarer Energien und der dafür notwendigen Netzinfrastruktur zu beschleunigen. Termine für weitere Beratungen und Anhörungen stehen derzeit noch aus.

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