München. Eine aktuelle deutsche sicherheit umfrage zeigt, dass mehr als die Hälfte der Deutschen eine Verschlechterung der sicherheitspolitischen Lage in den kommenden zwei Jahren erwartet. Die größte Sorge gilt Anschlägen auf kritische Infrastruktur und Cyberangriffen, während militärische Angriffe weniger gefürchtet werden.
Sorge um Sicherheit: Ergebnisse der deutschen sicherheit umfrage
Die Umfrage von Civey im Auftrag von Deloitte wurde mit 5.000 Bundesbürgerinnen und Bundesbürgern ab 18 Jahren durchgeführt. Über die Hälfte (54 %) erwartet eine Verschlechterung der sicherheitspolitischen Lage in Deutschland bis 2026. Nur rund 15 Prozent rechnen demgegenüber mit einer Verbesserung. Die Einschätzung der aktuellen militärischen Bedrohungslage ist gespalten: 43,7 Prozent sehen eine militärische Bedrohung, fast ebenso viele leugnen diese.
Bedeutung hybrider und nichtmilitärischer Gefahren
Den Befragten bereiten insbesondere hybride Gefahren Sorgen. 53,6 Prozent betrachten Anschläge auf kritische Infrastruktur als größte nationale Bedrohung. Cyberangriffe auf Staat und Wirtschaft nennen 39,6 Prozent, politischer Extremismus gilt für 39 Prozent als Risiko. Militärische Angriffe auf deutschem Gebiet werden nur von 8 Prozent als größte Bedrohung eingestuft. Der CEO von Deloitte Deutschland, Volker Krug, erklärte:
„Die Menschen in Deutschland nehmen Sicherheit heute breiter und realistischer wahr: Nicht allein militärische Szenarien, sondern vor allem Angriffe auf kritische Infrastruktur und Cyberattacken bereiten Sorgen. Dieses Stimmungsbild ist ein klarer Handlungsauftrag an Politik, Wirtschaft und Verwaltung, Widerstandsfähigkeit, digitale Sicherheit und Krisenfähigkeit gemeinsam zu stärken.“
Skepsis gegenüber Verteidigungsfähigkeit und internationaler Zusammenarbeit
Die eigene Verteidigungsfähigkeit Deutschlands wird von 76,8 Prozent als eher gering oder sehr gering beurteilt. Bei der NATO-Zusammenarbeit sehen 60,5 Prozent eine Verschlechterung in den letzten zwei Jahren, nur 17,5 Prozent bewerten diese positiver. Als bevorzugte sicherheitspolitische Rolle möchte die Mehrheit (47,9 %) einen mitgestaltenden Part einnehmen; nur 17,6 Prozent wünschen sich eine führende Vorreiterrolle.
Vertrauenswürdigster Partner in der Sicherheitspolitik ist für zwei Drittel die Europäische Union, gefolgt von Großbritannien mit knapp 50 Prozent. Das Vertrauen in die USA liegt nur bei 15 Prozent, in Russland bei knapp 11 Prozent. Die stärkere Zusammenarbeit in der NATO und eine Reduzierung strategischer Abhängigkeiten werden von über der Hälfte der Befragten als wichtige Maßnahmen gesehen.
„Die Diskrepanz zwischen dem Wunsch nach einer starken Rolle in internationalen Bündnissen und der Skepsis gegenüber der eigenen Verteidigungsfähigkeit verdeutlicht die Herausforderung, vor der Deutschland steht“, kommentierte Dr. Germar Schröder, Partner Defence & Security bei Deloitte.
Informationsquellen der Bevölkerung
Für Informationen zur Sicherheitspolitik nutzen die meisten Deutschen Zeitungen und Nachrichtenportale (65,9 %) sowie das öffentlich-rechtliche Fernsehen (59,5 %). Soziale Medien (11,2 %) und Podcasts oder YouTube-Kanäle (16,6 %) spielen vor allem bei jüngeren Zielgruppen eine untergeordnete Rolle. Die vollständigen Umfrageergebnisse sind auf der Website von Deloitte verfügbar.
Lesen Sie hier die ausführliche Umfrage von Deloitte.
Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.
Schlussfolgerungen und Bedeutung der deutschen sicherheit umfrage für Bürgerinnen und Bürger
Das Ergebnis der deutschen sicherheit umfrage verdeutlicht die wachsende Unsicherheit und den steigenden Bedarf an resilienten Sicherheitsstrukturen. Für Bürgerinnen und Bürger bedeutet dies verstärkte politische und gesellschaftliche Bemühungen, kritische Infrastruktur besser zu schützen und die Cyberabwehr zu stärken. Regionale Verwaltungen und Institutionen könnten in diesem Kontext verstärkt Informations- und Präventionsangebote bereitstellen.
Die Ergebnisse weisen auch auf den Handlungsbedarf bei der Stärkung der Verteidigungsfähigkeit und der internationalen Zusammenarbeit hin. Das Vertrauen in Bündnisse wie NATO und EU ist ein wichtiger Faktor für die zukünftige Sicherheit. Weitere Schritte und Diskussionen auf Bundes- und Landesebene sind geplant, um die Resilienz gegenüber hybriden Bedrohungen zu erhöhen.
Mehr zu sicherheitspolitischen Themen und aktuellen Entwicklungen lesen Sie auf regionalupdate.de. Zusätzliche Informationen zu Sicherheit und Verteidigung bietet das Bundesministerium der Verteidigung unter www.bmvg.de.

