Freie Ärzteschaft kritisiert Sparvorschläge in der Medizin

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Hamburg. Die Diskussion um die Kosten ambulante Versorgung gewinnt angesichts drohender Defizite der gesetzlichen Krankenkassen an Brisanz. Vertreter der Freien Ärzteschaft kritisieren die geplanten Sparmaßnahmen scharf und betonen die Bedeutung eines gut finanzierten ambulanten Sektors.

Mehr sparen? Mehr verlieren

Die Freie Ärzteschaft e.V. warnt vor den Folgen der vorgeschlagenen Sparmaßnahmen im Gesundheitswesen. Dr. Silke Lüder, Allgemeinärztin und Vorstandsmitglied des Verbands, weist darauf hin, dass in Deutschland lediglich 16 Prozent der Beiträge der gesetzlich Versicherten für das ambulante System verwendet werden, das 97 Prozent aller Krankheitsfälle behandelt.

Strukturelle Besonderheiten der ambulanten Versorgung

Im deutschen Gesundheitssystem sind viele Facharztleistungen, die international häufig nur stationär verfügbar sind, ambulant zugänglich. Dazu gehören unter anderem Onkologie, Radiologie, Kardiologie und Psychotherapie. Dieses breite Angebot wird allerdings aus gedeckelten Budgets finanziert, was laut Dr. Lüder zu erheblicher Unterfinanzierung und dadurch zu Ärztemangel führt.

Auswirkung der bisherigen Gesundheitspolitik

Wieland Dietrich, Vorsitzender der Freien Ärzteschaft, ergänzt, dass von den rund 320 Milliarden Euro Kasseneinnahmen nur etwa 50 Milliarden den ambulanten Bereich erreichen. Größere Anteile entfallen auf Arzneimittel und versicherungsfremde Leistungen, die aus Steuermitteln finanziert werden sollten. Dietrich fordert eine klarere Trennung und eine stärkere Finanzierung des ambulanten Sektors sowie steuerliche Maßnahmen wie Abgaben auf Zucker, Tabak und Alkohol.

„Steuererhöhungen auf Zucker, Tabak und Alkohol wären auch sinnvoll“, sagte Dietrich.

  • Nur 16 Prozent der Beitragseinnahmen fließen in die ambulante Versorgung
  • 55 Milliarden Euro entfallen auf Arzneimittel
  • 60 Milliarden Euro werden für versicherungsfremde Leistungen verwendet

Beispiel:

Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.

Regionale Bedeutung und Ausblick

In Hamburg und dem bundesweiten Kontext ist die ambulante Versorgung ein entscheidender Faktor für die gesundheitliche Grundversorgung. Für Bürgerinnen und Bürger bedeutet dies, dass ein gut funktionierendes Haus- und Facharztsystem meist zeitnahe Behandlungen ermöglicht. Die geplanten Einsparungen könnten jedoch die Qualität und Erreichbarkeit dieser Leistungen beeinträchtigen.

Die Freie Ärzteschaft fordert daher politische Entscheidungen, die den ambulanten Sektor stärken und eine nachhaltige Finanzierung sicherstellen. Steuerpolitische Maßnahmen und die Übernahme versicherungsfremder Leistungen durch den Staat sollen dazu beitragen, die ambulante Versorgung langfristig zu sichern.

Weiterführende Informationen zum Thema ambulante Versorgung finden Interessierte auch im Beitrag auf regionalupdate.de sowie auf den Seiten des Bundesgesundheitsministeriums.

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