Berlin. Die Robert Bosch Stiftung und das Start-up Lokalprojekte unterstützen Kommunen bei der Entwicklung digitaler Lösungsansätze für die Integrationsarbeit. Im Rahmen des Projekts „Integrationsmacher:innen“ werden externe Fachkräfte für sechs Monate in Verwaltungen eingesetzt, um digitale Einbürgerungsverfahren und Vernetzungsplattformen zu entwickeln. Die Fokus-Keyphrase „digitale Integration Kommunen“ steht dabei im Mittelpunkt.
Digitale Integration starten
Partnerschaft zwischen Kommunen und Fachkräften
Das Projekt „Integrationsmacher:innen“ bringt Kommunen, die vor spezifischen Herausforderungen in der Integrationsarbeit stehen, mit externen Fachkräften aus Wirtschaft und Zivilgesellschaft zusammen. Diese „Macher:innen“ arbeiten direkt in der Verwaltung, um digitale Lösungen zu entwickeln, die den Alltag der Kommunen erleichtern. Ein Beispiel aus Freiburg ist die Entwicklung eines digitalen Vorprüfprozesses bei Einbürgerungsanträgen, der die Bearbeitungszeit deutlich verkürzen soll.
Herausforderungen in der kommunalen Integrationsarbeit
Trotz sinkender Asylbewerberzahlen stehen viele Kommunen weiterhin vor großen Problemen wie Wohnungsmangel, überfüllten Kitas und Schulen sowie begrenzten Sprachkursplätzen. Ausländerbehörden arbeiten oft „im Notfallmodus“ – eine Robert Bosch Stiftung Untersuchung ergab, dass rund 45 Prozent der Behörden so eingeschätzt werden. Finanzielle Belastungen und Personalmangel erschweren die Situation zusätzlich.
„Durch die Integrationsmacher:innen werden konkrete Verbesserungen der Integrationsarbeit in Kommunen vor Ort erreicht. Darüber hinaus können erfolgreiche Ansätze skaliert und gezielt an Entscheidungsträger:innen auf kommunaler, Landes- und Bundesebene kommuniziert werden“, sagte Hannes Einsporn, Teamleiter Migration der Robert Bosch Stiftung.
Erfolgsbeispiele und Netzwerkarbeit
Die erste Projektkohorte von 2023 bis 2024 zeigte positive Ergebnisse: Im Burgenlandkreis wurde ein digitales Netzwerk für Integrationsakteure geschaffen, um die Zusammenarbeit und den Informationsaustausch zu verbessern. Auch die aktuelle Kohorte mit den Kommunen Karlsruhe, Freiburg und Salzwedel arbeitet an konkreten digitalen Lösungen. Zudem erhalten die Teilnehmenden Zugriff auf ein deutschlandweites Netzwerk zum Erfahrungsaustausch.
„Integrationsmacher:innen sind besonders, weil sie mit einem frischen Blick in die Kommune kommen. Sie lernen die Verwaltung von innen kennen, stellen neue Fragen – und schaffen den Raum, um gemeinsam zu experimentieren und neue digitale Lösungswege zu entwickeln“, erklärte Carolina Leersch, Co-Geschäftsführerin der Lokalprojekte gGmbH.
Beide Seiten profitieren von der engen Zusammenarbeit zwischen Verwaltung und externen Fachkräften.
Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.
Regionale Bedeutung und Ausblick
Für Kommunen wie Karlsruhe, Freiburg und Salzwedel bedeutet das Projekt „Integrationsmacher:innen“ eine Chance, digitale Prozesse in der Integrationsarbeit nachhaltig zu verbessern. Bürgerinnen und Bürger können von kürzeren Bearbeitungszeiten bei Einbürgerungen und besserer Vernetzung innerhalb der Integrationsakteure profitieren. Die beteiligten Verwaltungen erhalten Unterstützung im Umgang mit knappen Ressourcen.
Geplant ist, die entwickelten digitalen Lösungen nach der Projektphase zu skalieren und weiteren Kommunen zugänglich zu machen. So soll eine bundesweite Vernetzung und kontinuierliche Verbesserung der Integrationsarbeit ermöglicht werden.
Weitere Informationen zum Projekt bieten die Website der Robert Bosch Stiftung. Auch auf regionalupdate.de finden Sie weitere Artikel zur Digitalisierung in der Kommunalverwaltung.
R. Bosch Stiftung: Kommunen in der Flüchtlingsaufnahme

