Mehrheit unterstützt Tariftreuegesetz auch unter Union

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Berlin. Eine aktuelle Forsa-Umfrage im Auftrag des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) zeigt: Eine deutliche Mehrheit der Deutschen unterstützt das Tariftreuegesetz. Besonders unter Unions-Anhängern finden 59 Prozent das Vorhaben gut, öffentliche Aufträge nur an Unternehmen mit Tariflöhnen zu vergeben.

Mehrheit für Tariftreue

Ergebnis der Forsa-Umfrage

Die repräsentative Umfrage, bei der 1.004 abhängig Beschäftigte befragt wurden, ergab, dass bundesweit 59 Prozent der Befragten für das Tariftreuegesetz sind. Auch innerhalb der Anhängerschaft von CDU/CSU liegt die Zustimmung bei 59 Prozent. Die Ablehnung beträgt dort 17 Prozent, 24 Prozent sind unentschieden.

Politische Einstellungen im Überblick

Die Zustimmung zum Tariftreuegesetz ist unter Anhängern der SPD mit 73 Prozent am höchsten. Es folgen die Grünen mit 68 Prozent und die Linke mit 65 Prozent. Diese Verteilung verdeutlicht den breiten Rückhalt in der Bevölkerung unabhängig von der politischen Richtung.

Forderungen des Deutschen Gewerkschaftsbundes

Stefan Körzell, Mitglied des DGB-Vorstands, betonte:

„Das ist ein klarer Handlungsauftrag für die Koalition im Bund: Eine breite Mehrheit der Menschen will gute Tariflöhne. Das Bundestariftreuegesetz liegt längst im Bundestag – die Union darf den Beschluss nicht länger verzögern.“

Er kritisierte die Verzögerungen seitens der Union und hob hervor, dass die geplanten Milliardeninvestitionen des Bundes nicht dazu führen dürften, Lohndumping zu fördern.

Tarifbindung und wirtschaftliche Folgen

In Deutschland profitieren aktuell nur 49 Prozent der Beschäftigten von Tarifverträgen. Die EU-Mindestlohnrichtlinie fordert eine Tarifbindung von 80 Prozent. Die Bundesregierung ist verpflichtet, einen nationalen Aktionsplan vorzulegen, um die Tarifbindung zu erhöhen, was bisher nicht geschehen ist.

Vorteile von Tarifverträgen

Tarifgebundene Beschäftigte verdienen im Durchschnitt 10.900 Euro mehr pro Jahr. Zudem haben sie Anspruch auf mehr Urlaubstage, höhere Sonderzahlungen und einen besseren Kündigungsschutz. Der Mangel an Tarifbindung verursacht jährlich finanzielle Schäden in Höhe von 123 Milliarden Euro.

Weitere Informationen zu den Forderungen des DGB finden Sie auf der offiziellen Seite des Deutschen Gewerkschaftsbundes: Tarifbindung stärken.

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DGB fordert zügige Umsetzung des Tariftreuegesetzes

Die Verzögerungen beim Bundestariftreuegesetz bleiben im Fokus. Der DGB fordert die Koalition auf, das Gesetz nicht weiter zu blockieren und somit die Tarifbindung zu stärken. Mit Blick auf die öffentlichen Investitionen soll sichergestellt werden, dass diese nicht Lohndumping finanzieren. Termine zur weiteren parlamentarischen Behandlung des Gesetzes sind bisher nicht bekanntgegeben worden. Die kommenden Wochen werden zeigen, wie die politische Umsetzung voranschreitet.

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