Bensheim. Microsoft hat eine neuartige Methode vorgestellt, um Daten über 10.000 Jahre auf einfachem Küchenglas zu speichern. Die innovative Technik nutzt Borosilikatglas aus Kochgeschirr als langlebiges Speichermedium und ermöglicht eine dauerhafte und widerstandsfähige langfristige Datenspeicherung.
Langzeit-Datenspeicherung Glas: Microsofts Durchbruch mit Kochgeschirr
Datenspeicherung auf Borosilikatglas
Microsofts Project Silica setzt auf ein gewöhnliches Material: Borosilikatglas, das auch bei vielen Küchenutensilien zum Einsatz kommt. Durch eine mikroskopisch präzise Lasergravur entstehen im Glas dauerhaft erhaltene dreidimensionale Markierungen, sogenannte »Voxel«. Diese verändern die Glasstruktur dauerhaft und ermöglichen das Speichern großer Datenmengen, die gegen Hitze, Wasser und Magnetfelder resistent sind.
Hohe Datendichte und Langlebigkeit
Bereits 2019 gelang es Forschern, einen ganzen Spielfilm auf einem Glasstück in der Größe eines Bierdeckels zu speichern. Die Kapazität wurde bis 2023 auf 7 Terabyte verzehnfacht. Die Daten bleiben auch nach intensiven Belastungstests stabil, etwa nach dem Backen bei 290 Grad Celsius. Die integrierte Fehlerkorrektur erlaubt das Wiederherstellen selbst bei kleinen Schäden an den gespeicherten Daten.
Präzise Schreibtechnik mit Femtosekundenlaser
Das Schreiben auf das Glas erfolgt mit einem besonders schnellen Femtosekundenlaser, der mit einem einzigen Puls pro »Voxel« präzise die drei Dimensionen der Daten markiert. Diese Methode erzeugt allerdings Interferenzen zwischen den einzelnen Laserpunkten. Um dies zu umgehen, kommt ein maschinelles Lernmodell zum Einsatz, das Störungen erkennt und vollständig auflöst.
Herausforderungen vor der Massenanwendung
Trotz des großen Potenzials bestehen noch Hürden, insbesondere die relativ hohen Kosten für das Beschreiben und Lesen der Daten sowie die Entwicklung eines effizienten Systems zum gezielten Auffinden der Informationen. Microsoft zeigt sich jedoch zuversichtlich, diese technischen und wirtschaftlichen Herausforderungen zu überwinden.
„Das einfache Kochgeschirrglas als Medium hat das Potenzial, Daten für über 10.000 Jahre zu speichern“, erläutert ein Sprecher von Microsoft.
Weitere Informationen zu Speichertechnologien finden Interessierte auf regionalupdate.de und bei der Microsoft Newsseite.
Zukunftsperspektiven für datenspeicherung glas kochgeschirr
Die aktuelle Entwicklung zeigt, dass gewöhnliches Borosilikatglas eines Tages als kostengünstiger und äußerst langlebiger Datenspeicher dienen könnte. Geplante Forschungsarbeiten zielen darauf ab, die Speicherkapazität und Geschwindigkeit weiter zu steigern und zugleich die Herstellungs- sowie Lesekosten zu senken. Somit könnte diese Technologie künftig in Archiven, Museen oder zur Langzeitaufbewahrung wichtiger Dokumente Einsatz finden. Ein marktreifes Produkt ist jedoch noch nicht verfügbar, der Weg zur Serienproduktion bleibt eine technische Aufgabe für die kommenden Jahre.
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