Berlin. Die Elektroschrott Sammlung Deutschland erreicht 2024 nur 28,7 Prozent der anfallenden Mengen. Laut Zahlen des Statistischen Bundesamts und einer Studie der Deutschen Umwelthilfe (DUH) bleibt die Sammlung deutlich unter den gesetzlichen Vorgaben. Die DUH fordert deshalb eine Neugestaltung des Elektrogesetzes mit einer konsequenten Herstellerverantwortung.
Elektroschrott Krise Stoppen: Warum die Sammlung in Deutschland stockt
Die aktuelle Situation bei der Elektroschrottsammlung in Deutschland ist laut Statistik alarmierend. Von den jährlich anfallenden mehr als drei Millionen Tonnen Elektrogeräten werden lediglich knapp 920.000 Tonnen gesammelt. Das entspricht 28,7 Prozent und liegt deutlich unter dem gesetzlich geforderten Sammelziel von 65 Prozent. Noch problematischer ist die Wiederverwendungsquote, die nur bei 1,9 Prozent liegt.
Gesetzliche Vorgaben und Realität
Das Elektrogesetz verlangt von Herstellern, bestimmte Sammel- und Recyclingziele einzuhalten. Die Realität zeigt jedoch, dass Deutschland bereits zum sechsten Mal in Folge die EU-Sammelvorgabe verfehlt. Schäden an der Umwelt entstehen, Ressourcen gehen verloren, und Entsorgungsanlagen werden durch vermeidbare Brände belastet.
„Die Elektroschrott-Sammlung steckt in der Sackgasse. … Die katastrophal niedrigen Sammelzahlen sind ein unmissverständliches Signal an Umweltminister Carsten Schneider, Hersteller endlich vollständig für die Sammlung und Entsorgung von Elektroschrott zur Verantwortung zu ziehen“, sagte Barbara Metz, Bundesgeschäftsführerin der DUH.
Potenziale durch Systemwechsel
Die von der DUH in Auftrag gegebene Studie beim Sachverständigenbüro cyclos und dem Öko-Institut zeigt, dass durch Umstellung auf eine vollständige Herstellerverantwortung jährlich bis zu 810.000 Tonnen Rohstoffe zusätzlich zurückgewonnen werden könnten. Das entspricht einer Wertschöpfung von mehr als zwei Milliarden Euro und der Schaffung von bis zu 39.000 neuen Arbeitsplätzen in Deutschland.
- Aktueller Sammelanteil: 28,7 Prozent von 3 Mio. Tonnen Elektroschrott
- Gesetzliches Sammelziel: 65 Prozent
- Wiederverwendungsquote: 1,9 Prozent
- Potenzielle zusätzliche Rohstoffrückgewinnung: 810.000 Tonnen
- Geschätzter Wert der Rohstoffe: über 2 Mrd. Euro
- Mögliche neue Arbeitsplätze: bis zu 39.000
Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.
Elektroschrott in der Region: Bedeutung und Perspektiven
Auch für Verbraucherinnen und Verbraucher in der Region ist die Situation relevant. Eine ineffiziente Sammel- und Recyclinginfrastruktur kann Umweltrisiken erhöhen und kostbare Rohstoffe verhindern, die stattdessen neu abgebaut werden müssten. Die Einführung einer gesetzlichen Regelung mit klaren Pflichten für Hersteller könnte die Sammlung verbessern und so den Umweltschutz stärken.
Zudem sind zukünftige Entwicklungen in der Gesetzgebung geplant. Die DUH fordert das Bundesumweltministerium unter Leitung von Carsten Schneider auf, das Elektrogesetz anzupassen und wirksamere Ziele für Sammel-, Recycling- und Wiederverwendungsquoten festzulegen. Eine Reform könnte zudem regionale Recyclingunternehmen entlasten und neue wirtschaftliche Chancen bieten.
Verbraucher werden zudem ermutigt, alte Elektrogeräte ordnungsgemäß zurückzugeben, um die Sammlung zu unterstützen. Dafür stehen in vielen Kommunen Sammelstellen bereit. Weitere Informationen zur Elektroschrottentsorgung finden Interessierte auch auf regionalupdate.de sowie auf der Website der DUH unter www.duh.de.
Weitere Details und die vollständige Studie sind unter folgendem Link verfügbar: Studie zur Weiterentwicklung des Elektrogesetzes. Für weiterführende Informationen zum Thema Elektroschrott empfiehlt sich auch die offizielle Seite des Statistischen Bundesamts: destatis.de Elektroschrott.
Artikelquelle: Deutsche Umwelthilfe e.V., Statistisches Bundesamt

