EU muss in Südostasien Tempo machen

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Berlin. Die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) fordert ein beschleunigtes Vorgehen der EU im Bereich EU Südostasien Handel. Im Vorfeld der Reise von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier nach Indonesien und den Philippinen betont die DIHK die Bedeutung ambitionierter Handelsabkommen mit Thailand, Malaysia und den Philippinen, um europäische Wirtschaftsinteressen in der dynamischen Region zu sichern.

EU Südostasien Handel: Jetzt Tempo machen

Bedeutung Südostasiens für die EU-Wirtschaft

Südostasien gehört zu den wirtschaftlich dynamischsten Regionen weltweit. Länder wie Thailand, Malaysia und die Philippinen bieten wichtige Chancen für Handel und Investitionen. Die deutsche Wirtschaft warnt jedoch, dass Europa gegenüber Wettbewerbern wie den USA, China, Japan oder Südkorea ins Hintertreffen gerät, wenn es nicht zeitnah und entschlossen handelt.

Volker Treier, Außenwirtschaftschef der DIHK, betont:

„Südostasien ist eine der dynamischsten Wirtschaftsregionen der Welt. Wer dort nicht präsent ist, verliert Marktanteile – und Einfluss.“

Konkrete Forderungen für Handelsabkommen

Die DIHK fordert Handelsabkommen mit klarem Fokus auf Zollabbau, Abbau nichttarifärer Handelshemmnisse, Investitionsschutz, Schutz geistigen Eigentums sowie offene Dienstleistungsmärkte. Halbherzige Vereinbarungen genügten nicht. Die Liste der Handelshemmnisse seitens der genannten Länder umfasst Importrestriktionen, Lokalisierungsvorgaben und regulatorische Sonderwege, die insbesondere mittelständische Unternehmen beeinträchtigen.

„Unsere Unternehmen erwarten mindestens eine gleichwertige Marktöffnung wie sie andere Wettbewerber bereits erhalten haben. Alles andere wäre ein Standortnachteil für Europa“, so Treier.

Stärkung der Lieferketten durch Handelsabkommen

Vor dem Hintergrund geopolitischer Spannungen spielen die Handelsverträge eine strategische Rolle. Thailand, Malaysia und die Philippinen sind wichtige Partner zur Stärkung resilienter Lieferketten in Branchen wie Elektronik, Maschinenbau und Rohstoffen. Die DIHK hebt hervor:

„Wer über De-Risking spricht, muss Handelsabkommen abschließen. Diversifizierung gelingt nicht durch Sonntagsreden, sondern durch verlässliche Regeln, transparente Verfahren und durchsetzbare Vereinbarungen.“

Dazu gehören klare Ursprungsregeln, digitale Zollverfahren, weniger Bürokratie beim Präferenznachweis sowie konsequentes Vorgehen gegen Exportverbote und -steuern bei Rohstoffen.

Ratifizierung des EU-Indonesien-Abkommens und nächster Schritt ASEAN

Die DIHK fordert eine zügige Ratifizierung des bereits verhandelten Abkommens mit Indonesien, um ein starkes regionales Signal zu senden. Mittelfristig sollten die bilateralen Verträge in ein umfassendes EU-ASEAN-Abkommen überführt werden. Ein solches „regionales Dach“ erhöhe die wirtschaftspolitische Sichtbarkeit Europas und ermögliche Unternehmen verlässliche Planung.

Zudem strebt die DIHK eine intensivere Zusammenarbeit mit der Transpazifischen Partnerschaft (CPTPP) an. Diese Kooperation könne das regelbasierte Welthandelssystem stabilisieren, insbesondere angesichts der schwächeren Position der WTO.

Digitale Handelsregeln und Fachkräftemobilität

Das Positionspapier hebt wichtige Aspekte des digitalen Handels hervor, darunter grenzüberschreitende Datenflüsse, interoperable Standards für E-Signaturen und E-Rechnungen sowie Rechtssicherheit bei Cloud-Diensten. Diese sind für Unternehmen heute von hoher Bedeutung.

Auch bei der Fachkräftemobilität sieht die DIHK Handlungsbedarf. Die Erleichterung grenzüberschreitender Arbeitskräftebewegung soll nicht nur akademische Berufe umfassen. Insbesondere dual ausgebildete Fachkräfte sind international gefragt, weshalb pragmatische und schnelle Verfahren gefordert werden.

Ausblick: Weiterentwicklung der EU-Südostasien-Partnerschaften

Die Deutsche Industrie- und Handelskammer setzt auf schnelle Fortschritte. Die geplante Reise von Bundespräsident Steinmeier nach Indonesien und auf die Philippinen im März 2026 erwartet die DIHK als Chance, Verhandlungen zu befeuern.

Im Fokus stehen die Ratifizierung des EU-Indonesien-Abkommens und die Entwicklung eines umfassenden EU-ASEAN-Handelsabkommens. Diese Schritte sollen die wirtschaftliche Zusammenarbeit nachhaltig stärken und Europas Position in Südostasien sichern.

Weitere Informationen zum Thema Handel und Wirtschaftspolitik bietet regionalupdate.de. Ausführliche Hintergründe zum multilateralen Handel liefert die EU-Kommission.

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