Krankenhausreform bedroht spezialisierte Schmerzmedizin

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Berlin. Die Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin (DGS), der BVSD, die Deutsche Schmerzgesellschaft und die IGOST warnen in einem Brandbrief vor den Folgen der geplanten Krankenhausreform für die spezialisierte Schmerzmedizin. Die Fachgesellschaften fordern die Aufnahme einer eigenständigen Leistungsgruppe „Spezielle Schmerzmedizin“, um die Versorgung von 4,8 Millionen Menschen mit schweren chronischen Schmerzen zu sichern. Ohne diese Maßnahme drohen laut den Experten bis zu 40 Prozent der stationären multimodalen Schmerztherapie-Angebote wegzufallen.

Schmerzmedizin in Gefahr: Krankenhausreform Schmerzmedizin Leistung im Fokus

Die Krankenhausreform sieht derzeit keine separate Leistungsgruppe für spezialisierte Schmerzmedizin vor. Stattdessen müssen schmerzmedizinische Einrichtungen die Kriterien anderer Leistungsgruppen wie Innerer Medizin oder Chirurgie erfüllen. Das sorgt für erheblichen Druck auf die betroffenen Kliniken, da diese Anforderungen oft nicht fachgerecht sind und wirtschaftlich kaum umzusetzen sind.

Der Wegfall der eigenständigen Leistungsgruppe könnte zu zahlreichen Schließungen von Schmerztherapieangeboten führen. Erste Abteilungen haben bereits ihr Angebot eingestellt. Dies hätte dramatische Folgen für die Patienten, die auf multimodale stationäre Schmerztherapie angewiesen sind.

Forderung nach eigenständiger Leistungsgruppe „Spezielle Schmerzmedizin“

Die Fachgesellschaften appellieren an die Bundestagsabgeordnete Emmi Zeulner (CSU), sich innerhalb des parlamentarischen Verfahrens für die Aufnahme einer eigenen Leistungsgruppe einzusetzen. Diese würde die bereits vorhandenen Qualitätskriterien berücksichtigen und bundesweit sofort umsetzbar sein.

„Gemeinsam mit unseren Partnern in der Schmerzmedizin setzen wir uns weiterhin für eine bestmögliche Versorgung unserer Patienten ein“, sagte Dr. Richard Ibrahim, Präsident der DGS.

Eine eigenständige Leistungsgruppe würde nicht nur die Versorgung verbessern, sondern auch Planungs- und Rechtssicherheit für Länder und Kliniken schaffen, sowie Folgekosten verringern.

Bedeutung der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin (DGS)

Die DGS ist mit über 4.000 Mitgliedern die führende Fachgesellschaft in Deutschland für die Versorgung von Menschen mit chronischen Schmerzen. Mit bundesweiten Fortbildungen, Curricula und großen Kongressen wie den Schmerz- und Palliativtagen vom 19. bis 21. März 2026 in Frankfurt fördert sie den interdisziplinären Austausch und die Weiterentwicklung der Schmerzmedizin.

Die Schmerz- und Palliativtage stehen unter dem Motto „Stabilität in unsicheren Zeiten: Ambulant, teilstationär, stationär“ und bieten über 90 Sessions zu Themen wie Prävention, Therapie chronischer Schmerzen sowie Palliativversorgung. Pressevertreter können sich über die DGS-Webseite akkreditieren lassen.

Weitere Informationen zur DGS und zum Programm der Schmerz- und Palliativtage finden Sie auf der offiziellen Webseite der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin.

Für weiterführende Details zur Krankenhausreform und den gesetzlichen Rahmenbedingungen empfiehlt sich die Einsichtnahme in die Veröffentlichungen des Bundesministeriums für Gesundheit.

Ausblick: Nächste Schritte in der Entwicklung der Krankenhausreform

Die Fachgesellschaften planen weitere öffentliche Stellungnahmen und den Dialog mit der Politik, insbesondere im Rahmen der anstehenden Schmerz- und Palliativtage 2026. Die Hoffnung besteht, dass die Bundesregierung künftig intensiver in den Austausch über mögliche Lösungen einsteigt. Die Entscheidung über die Leistungsgruppen wird entscheidend für die Zukunft der stationären Schmerzversorgung in Deutschland sein.

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