Bonn. Die Bundesnetzagentur hat kürzlich neue Vorgaben zur Datenerhebung bei Stromnetzbetreibern beschlossen. Diese Datenerhebung, die zahlreiche detaillierte Angaben umfasst, soll die Leistungsfähigkeit der Netze verbessern, verursacht jedoch zugleich hohen zusätzlichen Aufwand für die Betreiber. Die Bundesnetzagentur Datenerhebung Stromnetz sorgt damit für Diskussionen zwischen Regulierungsbehörde und Branchenvertretern.
Mehr Daten, mehr Aufwand
Umfangreiche Datenerhebung beschlossen
Die Bundesnetzagentur (BNetzA) hat eine neue Festlegung zur künftigen Datenerhebung zur Netzleistungsfähigkeit der Stromnetzbetreiber veröffentlicht. Dabei werden rund 250 verschiedene Datenpunkte erfasst, die teils nur mit großem Aufwand oder durch Schätzungen ermittelt werden können. Ziel ist es, Netzbetreiber, die bei der Digitalisierung und Leistungsfähigkeit ihrer Stromnetze besonders kompetent sind, besser zu bewerten und zu belohnen.
Diese umfangreiche Datensammlung soll helfen, die Netzstabilität und Digitalisierung zielgerichtet voranzutreiben. Jedoch ist der erhobene Datenumfang sehr detailliert und führt zu einem erheblichen administrativen und organisatorischen Aufwand für die Netzbetreiber.
Kritik an Aufwand und Datenqualität
Kerstin Andreae, Vorsitzende der Hauptgeschäftsführung beim Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), äußert kritische Anmerkungen zur Regelung. Sie betont, dass leistungsfähige Netze für die Energiewende unerlässlich seien, allerdings dürften Regulierung und Datenerhebung den Netzausbau und die Transformation nicht behindern oder Ressourcen binden.
Andreae erklärt:
„Die nun beschlossene Datenerhebung führt mit 250 teils nur aufwendig erhebbaren und zu schätzenden Datenpunkten zu erheblichen administrativen und organisatorischen Aufwänden für die Netzbetreiber – in einer Phase, in der die verfügbaren Ressourcen vorrangig für Netzausbau und Transformation benötigt werden.“
Der Verband habe zwar Verbesserungen bei Datendefinitionen erreicht, doch viele Vorschläge seien nicht berücksichtigt worden. Besonders problematisch sei, dass viele abgefragte Daten in der Praxis oft nicht vorliegen und nur angenommen oder geschätzt werden könnten, was die Datenqualität und Vergleichbarkeit beeinträchtige.
Ausblick auf weitere Entwicklungen
Kerstin Andreae fordert von der Bundesnetzagentur eine transparente Bewertung der durch die Datenerhebung entstehenden finanziellen und administrativen Belastungen für die Wirtschaft. Sie weist darauf hin, dass auch die Regulierung bei Gesetzesvorlagen den Erfüllungsaufwand berechnen müsse.
Der BDEW setzt sich dafür ein, dass politische Vorgaben zur Bürokratie-Reduzierung stärker beachtet werden, um die Netzbetreiber nicht zusätzlich in der aktuellen Transformationsphase zu belasten.
Weitere Informationen zur Regulierung und Energiewende finden Sie auf regionalupdate.de sowie auf der offiziellen Website der Bundesnetzagentur unter bundesnetzagentur.de.
Bundesnetzagentur und Netzbetreiber: Herausforderungen bei der Datenerhebung
Die Bundesnetzagentur hat neue Datenanforderungen für Stromnetzbetreiber ausgesprochen. Trotz des erklärten Ziels der Förderung leistungsfähiger und digitalisierter Netze entstehen dadurch für die Betreiber erhebliche Aufwände. Die Branche mahnt eine bessere Berücksichtigung praktischer Umsetzbarkeiten und eine transparente Bewertung der Belastungen an, um den Netzausbau nicht zu gefährden.
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