Internationaler Poesiepreis an Milena Marković und Übersetzer Wittmann

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Münster. Der Internationaler Poesiepreis Münster wird 2026 an die serbische Dichterin Milena Marković und das Übersetzerpaar Mirjana und Klaus Wittmann vergeben. Die Auszeichnung ehrt den 2025 erschienenen Gedichtband „Kinder“ und wird am 5. Juli beim Internationalen Lyriktreffen Münster übergeben.

Poesiepreis für Marković

Der Preis der Stadt Münster für Internationale Poesie würdigt die literarische und übersetzerische Leistung rund um das Werk „Kinder“. Die Jury hebt die „formale Eigenständigkeit und emotionale Tiefe“ des Bandes hervor. Sie beschreibt Markovićs Werk als vielschichtig mit lakonischen Bekenntnissen, Klagen, Spott sowie bewusstseinshaften Passagen und betont die Verwebung persönlicher Erfahrungen mit historischen und familiären Situationen.

Hervorgehoben wird zudem die deutsche Übersetzung von Mirjana und Klaus Wittmann. Die Jury lobt, dass die Übersetzer „Markovićs Ton, ihre Direktheit und inneren Klangschichten in bemerkenswerter Weise“ übertragen, wodurch auch die „dynamischen Sätze“ und die „sirrende Mehrstimmigkeit des Originals“ im Deutschen erhalten blieben.

Milena Marković: Literarische Stimme aus Serbien

Milena Marković wurde 1974 in Zemun bei Belgrad geboren und ist als Lyrikerin, Dramatikerin und Drehbuchautorin international anerkannt. Sie lehrt an der Fakultät für darstellende Künste in Belgrad und gilt in Serbien als eine prägende Stimme ihrer Generation. Ihr Werk umfasst Poesie, Theater und Prosa. Für „Deca“ („Kinder“) erhielt sie 2021 den renommierten serbischen NIN-Preis. Der Gedichtband ist als Langgedicht gestaltet und blickt aus der Perspektive einer Mutter auf die eigene Kindheit, Liebesgeschichten und die Geburt ihrer Kinder, darunter ein autistischer Sohn. Themen wie Schuld, Fürsorge, Erinnerung und Erwachsenwerden stehen im Mittelpunkt.

Mirjana und Klaus Wittmann: Vermittler südosteuropäischer Literatur

Mirjana Wittmann, geboren 1938 in Sarajevo und aufgewachsen in Belgrad, studierte an der Universität Heidelberg. Sie lebt in Bonn und hat zahlreiche literarische Werke aus dem Serbischen, Kroatischen und Bosnischen ins Deutsche übersetzt. Viele Übersetzungen entstanden in Zusammenarbeit mit ihrem Ehemann Klaus Wittmann, der 2023 verstarb. Klaus Wittmann war über Jahrzehnte eine wichtige Persönlichkeit für den literarischen Austausch zwischen dem ehemaligen Jugoslawien und dem deutschsprachigen Raum. Das Ehepaar wurde bereits 2006 mit dem Brücke Berlin Literatur- und Übersetzerpreis sowie 2011 mit dem Paul-Celan-Preis ausgezeichnet.

Der mit 15.500 Euro dotierte Preis wird seit 1993 alle zwei Jahre von der Stadt Münster vergeben. Er teilt sich zur Hälfte auf Autorin und Übersetzer*in auf. Die Jury für 2026 besteht unter anderem aus Literaturwissenschaftlerin Dr. Maren Jäger, Literaturkritikerin Cornelia Jentzsch und Autor Dr. Matthias Kniep. Die Preisverleihung findet am 5. Juli 2026 im Erbdrostenhof statt, dem Abschluss des Internationalen Lyriktreffens Münster vom 3. bis 5. Juli.

Weitere Informationen zum Festival und dem Preisangebot sind unter internationaleslyriktreffen-muenster.de und zur Stadt Münster erhältlich. Für Hintergründe zur Auszeichnung siehe auch regionalupdate.de/poesiepreis-muenster.

Ausblick auf die Preisverleihung und das Lyriktreffen

Am 5. Juli 2026 werden Milena Marković und Mirjana Wittmann im Erbdrostenhof den Internationaler Poesiepreis Münster entgegennehmen. Die Verleihung bildet den Höhepunkt des Internationalen Lyriktreffens Münster, das vom 3. bis 5. Juli stattfindet und erneut zeitgenössische Lyrik aus aller Welt präsentiert. Veranstalter sind das Kulturamt der Stadt Münster und der Literaturverein. Das Festival bietet Literaturinteressierten die Gelegenheit, aktuelle Entwicklungen der internationalen Lyrikszene zu erleben und mit Preisträgerinnen sowie Übersetzerinnen ins Gespräch zu kommen.

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