München. Die deutsche Eishockey Identität steht nach dem enttäuschenden Abschneiden bei den Olympischen Winterspielen in Italien und im Hinblick auf die bevorstehende Eishockey-WM 2026 in der Schweiz im Fokus. Christian Künast, Vorstand Sport beim Deutschen Eishockey-Bund, zieht Bilanz und erklärt, wie die Mannschaft ihre Spielweise und Haltung neu ausrichten will.
Eishockey Zukunft klären – deutsche eishockey identitaet als Schlüssel
Analyse der Olympia-Leistungen
Nach den Winterspielen in Mailand zeigte sich Christian Künast selbstkritisch, insbesondere hinsichtlich der Vorbereitung und Spielweise des Teams. Die Mannschaft sei zwar „gut vorbereitet, aber nicht top vorbereitet“ gewesen. Ein wesentliches Problem sieht Künast in der zu offensiven, aggressiven Spielweise, die auf Kosten defensiver Stabilität ging:
„Stabilität Defensive kommt zuerst! Hurra, jetzt fahren wir noch mal ein Forechecking, wo man sich vielleicht zurückziehen sollte. Diese kompakte Spielweise hätten wir besser vorbereiten können.“
Die mangelnde Kompaktheit in der Defensive habe entscheidend zum enttäuschenden Ergebnis beigetragen, obwohl die Mannschaft spielerisch hohe Qualität besitzt.
Suche nach der deutschen Eishockey Identität
Künast betont, dass die Mannschaft derzeit ihre Identität suche. Das „deutsche Spiel“ zeichne sich durch ein starkes Wir-Gefühl, Mut und Einsatzbereitschaft aus – ohne immer spielerisch brillieren zu müssen. Er berichtet von einem Verlust dieser Tugenden, den andere Nationen wie die Schweiz und die Slowakei übernommen hätten. Nun gelte es, diese Werte zurückzuerlangen:
„Das deutsche Spiel ist immer noch dieses Wir-Gefühl, dieses mutige, dieses Für-Deutschland-Rausgehen… Jetzt ist es einfach an uns, das zurückzuholen!“
Diese Rückbesinnung sei zentral für den Erfolg bei der WM 2026.
Herausforderungen bei Vorbereitung und Organisation
Räumliche Trennung und fehlender Trainerkontakt
Ein weiterer Kritikpunkt ist die räumliche Trennung zwischen Mannschaft und Trainerteam während der Olympischen Spiele. Künast beschreibt dies als „einen schwerer Punkt“ und betont, wie wichtig eine enge Betreuung durch die Trainer – insbesondere durch Bundestrainer Harold Kreis – für die Mannschaft sei. Der fehlende direkte Kontakt habe eine wichtige Stärke des Teams gemindert.
Interne Kommunikation und Kritik von Spielern
Offene Gespräche mit Spielern, darunter Superstar Leon Draisaitl, haben laut Künast wertvolle Hinweise zu Verbesserungen ergeben. Draisaitl brachte auch kritische Punkte in Bereichen wie Verpflegung und Transport ein, die außerhalb des Eises liegen, aber zu optimieren seien. Künast hält solche Rückmeldungen für wichtig im Prozess, die Organisation und das Umfeld zu verbessern.
- Gute Vorbereitung und klarere Abläufe vor internationalen Turnieren
- Intensivere Betreuung durch Trainer vor und während des Turniers
- Verbesserungen im Rahmen der Team-Logistik und Verpflegung
Ausblick auf die Eishockey-WM 2026
Für die kommende Weltmeisterschaft, die vom 15. bis 31. Mai 2026 in der Schweiz stattfindet, setzt der DEB großen Wert auf eine wieder stärkere deutsche Eishockey Identität. Künast wünscht sich ein Team, das auf dem Eis wieder klar erkennbar nach diesen Werten spielt und von Gegnern respektiert wird. Die WM diene als wichtiger Meilenstein zur Bestätigung, dass die Strukturen im deutschen Eishockey richtig sind und weiterentwickelt werden.
„Dass wir aus dem WM-Turnier rausgehen und sagen: Das ist die deutsche Mannschaft, wo alle wissen, das ist unsere Identität!“
Eishockey live erleben
Parallel dazu läuft bei MagentaSport weiterhin die PENNY DEL-Saison mit zahlreichen Spielen, darunter der 48. Spieltag am 4. März 2026. Hier können Fans die Entwicklung des deutschen Eishockeys auch im Ligabetrieb verfolgen.
Für weitere Informationen zum deutschen Eishockey und aktuelle Spiele besuchen Sie regionalupdate.de sowie die offiziellen Kanäle von MagentaSport.
Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.
Bedeutung für die Region und nächste Schritte
Die Diskussion um die deutsche Eishockey Identität betrifft auch die zahlreichen regionalen Vereine und Nachwuchsförderprogramme, die für die Entwicklung zukünftiger Talente essenziell sind. Die klare Ausrichtung auf eine charakteristische Spielweise stärkt den Zusammenhalt und die Identifikation der Spieler mit der Mannschaft. Zudem wirken sich bessere organisatorische Strukturen positiv auf die Leistungsfähigkeit aus.
Für die Fans vor Ort ist die WM 2026 ein Highlight, das großen Zuspruch erwartet und regionale Begeisterung für den Sport fördert. Die Vorbereitungen laufen, die Erkenntnisse aus der Olympia-Analyse werden in die praktische Arbeit einfließen. Die kommenden Monate sind entscheidend, um die Mannschaft bestmöglich auf das Turnier in der Schweiz vorzubereiten und verlorene Stärken zurückzugewinnen.

