Berlin. Der deutsche Staatskonzern Securing Energy for Europe (SEFE) hat einen langfristigen LNG-Liefervertrag mit dem argentinischen Konsortium Southern Energy abgeschlossen. Der SEFE LNG Vertrag sieht vor, jährlich zwei Millionen Tonnen Flüssigerdgas aus Argentinien zu importieren und damit das neue LNG-Exportterminal im Golf von San Matías ab 2027 zu nutzen.
Neuer LNG-Vertrag sorgt für Diskussionen um Umwelt und Energieversorgung
Der Vertrag sichert die Auslastung des ersten schwimmenden LNG-Exportterminals in Argentinien zu mehr als 30 Prozent. LNG soll zunächst aus der Offshore-Förderung bei Feuerland stammen, ab Winter 2028 wird zusätzlich Fracking-Gas aus der Vaca-Muerta-Region geliefert. Dieses Projekt gilt als umstritten, da mit dem Ausbau bis zu sechs Regasifizierungsschiffe und zwei Pipelines in einem ökologisch sensiblen Gebiet nahe eines UNESCO-Weltnaturerbes geplant sind.
Umwelt- und soziale Bedenken
Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) kritisiert den Vertrag scharf. Sie warnt vor katastrophalen Auswirkungen auf Meeresfauna und regionale Ökosysteme im Golf von San Matías. Auch der Ausbau des Frackings in der Vaca-Muerta-Region, der mit Landverlust und Verdrängung indigener Gemeinschaften einhergeht, wird bemängelt. Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer der DUH, erklärte:
„Mit diesem Vertrag stützt der Staatskonzern SEFE die umstrittenen fossilen Ausbaupläne der argentinischen Regierung. Der Deal droht angesichts absehbarer Überkapazitäten zu einem teuren Risiko für Verbraucherinnen und Verbraucher zu werden.“
Wirtschaftliche und energiepolitische Aspekte
Die DUH fordert ein Moratorium für neue LNG-Verträge, um die Folgen der möglichen Überversorgung auf Energiepreise und Klimaschutz zu prüfen. Angesichts der globalen geopolitischen Lage sollte Deutschland laut DUH den Fokus auf nachhaltige Energieversorgung und die Energiewende legen. Der SEFE LNG Vertrag ist der erste des „Argentina LNG“-Projekts und verdeutlicht den deutschen Bedarf nach neuen Gasimporten trotz bestehender Debatten über die Zukunft fossiler Energieträger.
Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.
Regionale Auswirkungen und Bedeutung des SEFE LNG Vertrags
Der Abschluss des SEFE LNG Vertrags beeinflusst sowohl die Energieversorgung als auch die Umweltpolitik in Deutschland und Argentinien. Für die Region um den Golf von San Matías bedeutet das Projekt eine tiefgreifende Veränderung durch Infrastrukturmaßnahmen wie schwimmende Exportterminals und Pipelines. Für die Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland könnten sich aus der langfristigen Bindung an fossile Gasimporte finanzielle Risiken ergeben, vor allem wenn die LNG-Überkapazitäten zunehmen.
Die Bundesrepublik steht vor der Herausforderung, den Import von Flüssigerdgas mit den nationalen Klimazielen in Einklang zu bringen. Geplante politische Schritte der Bundesregierung könnten daher die Überprüfung neuer LNG-Verträge und die Förderung erneuerbarer Energien verstärken.
Weiterführende Informationen zum Thema finden Sie bei der Deutschen Umwelthilfe hier sowie aktuelle Hintergrundberichte auf regionalupdate.de.
Hintergrundinformationen zur LNG-Versorgung: Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz.

