5,1 Milliarden Euro Gesundheitskosten durch Straßenverkehrslärm

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Berlin. Straßenverkehrslärm verursacht in Deutschland jährliche Gesundheitskosten in Milliardenhöhe. Das Umweltbundesamt beziffert die Kosten auf 5,1 Milliarden Euro, die durch gesundheitliche Folgen des Lärms entstehen – eine Summe, die seit 1978 gesamten Investitionen in den Lärmschutz an Straßen entspricht. Die mangelnde Nutzung des Instruments der Lärmaktionsplanung verstärkt die Problematik.

Lärm kostet Milliarden

Das Umweltbundesamt hat aktuelle Zahlen veröffentlicht, die den finanziellen Schaden durch Straßenverkehrslärm in Deutschland belegen. Mit 5,1 Milliarden Euro jährlich liegen die Gesundheitskosten auf einem Niveau, das den gesamten seit fast fünf Jahrzehnten getätigten staatlichen Lärmschutzinvestitionen entspricht. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) kritisiert die ineffektive Umsetzung von Maßnahmen durch Bund, Länder und Kommunen.

Mangelnde Lärmaktionsplanung

Die Lärmaktionsplanung ist ein zentrales Instrument zur Verringerung von Verkehrslärm. Allerdings zeigen sich Bund, Länder und Kommunen darin wenig engagiert. Es fehlen bundesweit verbindliche Grenzwerte, klare Rechtsansprüche auf Maßnahmen bei Überschreitungen und ausreichende Finanzmittel für den aktiven Lärmschutz. Außerdem werden im Verkehrsbereich notwendige Maßnahmen zur Begrenzung des motorisierten Individualverkehrs kaum realisiert.

„Straßenverkehrslärm macht jedes Jahr tausende Menschen krank und verursacht Kosten in Milliardenhöhe – dennoch behandeln Bundesregierung, Länder und Kommunen das Problem weiterhin als Nebensache“, sagte Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe.

Neue EU-Norm für Elektrofahrzeuge kritisch bewertet

Ein weiterer Kritikpunkt der DUH betrifft die geplante EU-Regelung, die es E-Fahrzeugen erlaubt, motorenähnliche Geräusche zu erzeugen. Das sogenannte „Exterior Sound Enhancement System“ (ESES) soll Elektroautos vergleichbar laute Geräusche wie Verbrennerfahrzeuge verleihen. Dies widerspricht der Chance, das subjektive Lärmempfinden durch Elektromobilität zu reduzieren.

Jürgen Resch ergänzt: „Statt das Potenzial leiser Elektromobilität konsequent zu nutzen, sollen E-Autos künstlich auf Verbrenner-Niveau gebracht werden – das ist absurd. Für die Verkehrssicherheit ist zusätzlicher, frei wählbarer Motorenlärm nicht erforderlich.“

  • Gesundheitskosten durch Straßenverkehrslärm betragen in Deutschland jährlich 5,1 Milliarden Euro.
  • Investitionen des Bundes in den Lärmschutz an Straßen seit 1978 belaufen sich auf etwas mehr als 5 Milliarden Euro.
  • Fehlende bundesweit einheitliche Grenzwerte und unzureichende Finanzierung der Lärmschutzmaßnahmen.
  • EU-Regelung sieht zukünftig vergleichbare Geräuschemissionen für Elektrofahrzeuge wie Verbrenner vor.

Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.

Bedeutung des Lärmschutzes für die Bevölkerung vor Ort

Straßenverkehrslärm bleibt in vielen Regionen ein unterschätztes Gesundheitsrisiko. Besonders betroffen sind Menschen in städtischen und verkehrsreichen Gebieten. Die gesundheitlichen Folgen umfassen Herz-Kreislauf-Erkrankungen, psychische Belastungen und kognitive Einschränkungen, was die Lebensqualität erheblich mindert. Für Bürgerinnen und Bürger ist es wichtig, dass Bund, Länder und Kommunen verbindliche und wirksame Maßnahmen umsetzen sowie finanzielle Mittel bereitstellen. Die Kritik der DUH unterstreicht die Notwendigkeit eines bundesweiten Umdenkens und rechtlicher Veränderungen im Bereich des Lärmschutzes.

Weitere Informationen zum Thema Lärm und Gesundheit bietet das Umweltbundesamt unter umweltbundesamt.de. Aktuelle Beiträge dazu finden Sie auch auf regionalupdate.de.

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