Prof. Wolff berichtet über vatikanische NS-Briefe

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Lingen. In den vatikanischen Archiven haben Forschende rund 15.000 bisher unbekannte Briefe jüdischer Menschen entdeckt, die während des NS-Regimes Papst Pius XII. um Hilfe baten. Die Funde sind Teil eines Projekts, das neue Einblicke in die Geschichte geben soll und im Ludwig-Windthorst-Haus vorgestellt wird. Thema sind dabei die vatikan archiven hilfe.

Neue Vatikan-Erkenntnisse

Bisher verborgene Quellen in den vatikanischen Archiven

Die Briefe stammen aus der Amtszeit von Papst Pius XII. (1939–1958) und wurden in den sogenannten „Geheimarchiven“ entdeckt, die erst seit März 2020 der Forschung zugänglich sind. Insgesamt richteten etwa 15.000 jüdische Menschen aus ganz Europa ihre Bitte um Unterstützung direkt an den Vatikan. Diese Dokumente waren bislang unbekannt und geben erstmals umfassende Einblicke in die Anfragen und die Lebensrealität der jüdischen Opfer während des Nationalsozialismus.

Das Forschungsprojekt „Asking the Pope for Help“

Leiter des umfassenden Fünfjahresprojektes ist Prof. Dr. Dr. h.c. Hubert Wolff von der Universität Münster. Das Projekt trägt den Titel „Asking the Pope for Help. Jüdische Opfer des NS-Regimes in den Quellen des Vatikans“ und widmet sich der systematischen Erschließung dieser Archivbestände. Zur Vorstellung erster Ergebnisse findet am 15. April 2026 ein öffentlicher Akademieabend im Ludwig-Windthorst-Haus in Lingen statt, der in Kooperation mit dem Forum Juden-Christen im Altkreis Lingen e.V. organisiert wird.

„Diese Briefe liefern wichtige Erkenntnisse darüber, wie jüdische Menschen in einer verzweifelten Situation den Vatikan um Hilfe baten“, sagte Prof. Dr. Dr. h.c. Hubert Wolff.

Veranstaltung zum Thema vatikan archiven hilfe

Die Veranstaltung am Mittwoch, 15. April, von 18 bis 20 Uhr ist öffentlich und kostenfrei. Interessierte werden gebeten, sich verbindlich anzumelden. Neben dem Vortrag gibt es die Möglichkeit zur Diskussion über die neuen Forschungsergebnisse. Weitere Informationen und Anmeldung sind unter www.lwh.de/veranstaltungen/event/asking-the-pope-for-help abrufbar.

  • Termin: 15. April 2026, 18–20 Uhr
  • Ort: Ludwig-Windthorst-Haus, Gerhard-Kues-Straße 16, Lingen
  • Anmeldung erforderlich unter [email protected]

Mehr zur Geschichte des Vatikans in der NS-Zeit finden Leser auf regionalupdate.de. Ergänzend informativ ist die Seite des Vatikans zu den Archiven.

Ausblick auf weitere Forschungen

In den kommenden Jahren wird das Projekt „Asking the Pope for Help“ die Funde weiter auswerten und in internationalen Kontext stellen. Ziel ist es, ein differenziertes Bild der Rolle des Vatikans im NS-Regime zu zeichnen. Die aktuellen Einblicke sollen das Verständnis für die historischen Zusammenhänge vertiefen und ein wichtiger Beitrag zur Erinnerungskultur sein. Weitere Veranstaltungen und Veröffentlichungen sind geplant.

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