Bayerns Regionen managen Übertourismus nachhaltig

Anzeige

Kempten. Das Thema uebertourismus in bayern rückt zunehmend in den Fokus von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Das Bayerische Zentrum für Tourismus (BZT) hat bei einem Online-Dialog mit Akteuren aus verschiedenen Regionen herausgearbeitet, dass „Übertourismus“ hierzulande vor allem ein regional begrenztes und zeitweiliges Phänomen darstellt, das differenzierte Lösungsansätze benötigt.

Bayerns Tourismus im Blick

Beim uebertourismus in bayern zeigt sich, dass die Problematik unterschiedlich ausgeprägt ist. Während ein generelles Überangebot an Gästen selten ist, gibt es punktuelle Engpässe, wie etwa am Eibsee bei Grainau. Bürgermeister Stephan Märkl weist auf bis zu 15.000 Tagestouristen pro Tag hin, die Herausforderungen mit sich bringen. Zugleich betont er die große wirtschaftliche Bedeutung des Tourismus für die Gemeinde.

Herausforderungen im Tagestourismus

Die hohen Besucherzahlen führen vor Ort zu belegten Parkplätzen, vollen öffentlichen Einrichtungen und steigenden Mieten, da Ferienwohnungen stärker nachgefragt werden. Die Folge sind Konflikte um die Identität und Lebensqualität der Einheimischen. Dieses Bild teilen auch andere bayerische Destinationen, die mit tourismusbedingten Belastungen umgehen müssen.

Gemeinwohlorientiertes Destinationsmanagement

Stefan Fredlmeier, Geschäftsführer von Füssen Tourismus und Marketing, fordert ein stärker gemeinwohlorientiertes Management der Touristenziele. Er sieht Bürgerbeteiligung als wichtigen Faktor, um Akzeptanz zu erhöhen und nachhaltige Strategien zu entwickeln. Auch der Präsident des Busverbandes RDA, Benedikt Esser, spricht sich gegen pauschale Busbeschränkungen aus und plädiert für eine intelligente, datenbasierte Verkehrssteuerung.

„Ziel ist es, wirtschaftliche Stärke, ökologische Verantwortung und soziale Akzeptanz in ein nachhaltiges Gleichgewicht zu bringen“, sagte Prof. Alfred Bauer, Leiter des BZT.

In München setzt man auf Maßnahmen wie gezielte Zielgruppenauswahl, Besucherlenkung und Entsaisonalisierung, um die Attraktivität und Akzeptanz des Tourismus zu sichern. Diese Vielfalt der Ansätze zeigt, dass „Übertourismus“ kein einheitliches Konzept zulässt, sondern differenzierte Lösungen erfordert.

Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.

Regionale Bedeutung und Zukunftsaussichten

Die Ergebnisse einer aktuellen BZT-Studie zeigen, dass 55 Prozent der Bevölkerung in Deutschland den Begriff Übertourismus kennen und 46 Prozent das Phänomen selbst erlebt haben, sei es auf Reisen oder an ihrem Wohnort. Über die Hälfte der Betroffenen hat ihr Reiseverhalten bereits angepasst, etwa durch Vermeidung von Hotspots oder Reisen in der Nebensaison. Die Verantwortung für Lösungen sehen die Befragten bei den Reisenden, aber auch bei Unternehmen und der Politik.

Für Bayern bedeutet das, dass Tourismusmanagement zukünftig verstärkt auf eine Balance von ökonomischen, ökologischen und sozialen Interessen setzen muss. Initiativen wie der Online-Dialog des BZT und weitere Formate zum Austausch zeigen den Willen zur Gestaltung nachhaltiger Konzepte.

Interessierte können sich noch für das nächste Online-Format „BZT Aktuell“ am 26. März anmelden, bei dem ausgewählte Studienergebnisse präsentiert und diskutiert werden. Weitere Informationen dazu finden Sie auf der offiziellen Website des Bayerischen Zentrums für Tourismus.

Mehr zum Thema nachhaltiger Tourismus lesen Sie auch bei regionalupdate.de sowie auf den Seiten des Bayerischen Zentrums für Tourismus.

Quellen

  • Bayerisches Zentrum für Tourismus (BZT): https://bzt.bayern
  • Pressemitteilung über news aktuell: https://www.presseportal.de

Weiterlesen

Jetzt den kostenlosen Regionalupdate-Newsletter abonnieren.

Gefällt dir’s? Dann teil’s doch!

Facebook
LinkedIn
WhatsApp
Email

Weitere Artikel