Berlin. Einen naturnahen Gartenteich anzulegen bietet die Möglichkeit, im Garten wertvolle Lebensräume für Amphibien, Insekten, Vögel und Pflanzen zu schaffen. Beim naturnahen Gartenteich anlegen sind Planung, die Wahl der Größe, Zonenaufteilung und Bepflanzung mit heimischen Arten entscheidend für das ökologische Gleichgewicht.
Gartenteich leicht anlegen
Standortwahl und Größe
Für einen naturnahen Gartenteich ist ein sonniger Standort ideal, da sich hier stabile Lebensgemeinschaften besonders gut entwickeln. Eine Teichfläche von mindestens 20 Quadratmetern wird empfohlen, kleinere Teiche ab drei Quadratmetern sind jedoch ebenfalls möglich. Eine Tiefwasserzone mit mindestens einem Meter Wassertiefe ist wichtig, um Überhitzung des Wassers zu vermeiden. Zudem sollten rund um den Teich ausreichend Platz für Pflanzen eingeplant werden, bei gleichzeitigem Abstand zu Bäumen, um Nährstoffüberschuss durch Laubfall zu verhindern. Auch die Sicherheit etwa von Kleinkindern spielt bei der Standortwahl eine Rolle, um Unfälle zu vermeiden.
Bau und Abdichtung
Zum Abdichten des Teichs wird entweder der natürliche Lettenschlag, eine spezielle Lehmschicht, oder eine Teichfolie empfohlen. Im Gegensatz zu traditionellen PVC-Folien ist EPDM-Folie aus Kunstkautschuk langlebig, flexibel und frei von Weichmachern. Bei der Bodengestaltung ist die Einteilung in vier Zonen entscheidend: Randzone, Sumpfzone, Flachwasserzone und Tiefwasserzone. Die Gestaltung mit abgestuften Teichwänden verhindert die Ansammlung von Material in der tiefsten Zone und bietet Pflanzen und Tieren festen Halt.
Bepflanzung mit heimischen Pflanzen
Für die Förderung von Artenvielfalt ist die Auswahl der Pflanzen nach Standortbedingungen entscheidend. Unterschiedliche heimische Pflanzenarten eignen sich je nach Sonneneinstrahlung und Wassertiefe:
- Randzone (sonnig): Kleines Habichtskraut, Orangerotes Habichtskraut, Blut-Weiderich
- Sumpfzone (halbschattig): Sumpfvergissmeinnicht, Wasserminze
- Flachwasserzone (sonnig): Schwanenblume, Sumpfschwertlilie, Pfeilkraut
- Tiefwasserzone (halb- bis sonnig): Seerosen, Wasserhahnenfuß, Froschbiss
Unterwasserpflanzen sind ebenfalls wichtig, da sie Sauerstoff produzieren und helfen, Algenwuchs zu begrenzen.
Pflege und Förderung der Tierwelt
Beim Befüllen des Teichs wird empfohlen, das Wasser schrittweise einzulassen und auf das Einsetzen von Fischen zu verzichten, da diese Laich und Larven fressen. Laub sollte im Herbst entfernt und Schnee im Winter vom Eis geschoben werden, damit ein Gasaustausch stattfinden kann. Die Natur sorgt dann selbst für die Besiedelung durch Amphibien und Insekten.
„Mit einem naturnahen Gartenteich tragen Sie zum Naturschutz bei – Vögel, Insekten und Amphibien freuen sich über diese Oase“, sagte Corinna Hölzel.
Weitere hilfreiche Tipps zum naturnahen Gärtnern finden Sie auf regionalupdate.de und beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), der umfassende Informationen zum ökologischen Pflanzenschutz bereitstellt.
Naturnaher Gartenteich anlegen – diese Tipps helfen, eine ökologische Lebenswelt im Garten zu schaffen.
Bedeutung und Nutzen eines naturnahen Gartenteichs für die Region
Ein naturnaher Gartenteich fördert die Biodiversität auch in urbanen und suburbanen Gebieten und leistet so einen Beitrag zum lokalen Naturschutz. Für Gartenbesitzer in der Region bedeutet dies eine einfache Möglichkeit, aktiv zum Erhalt der heimischen Tier- und Pflanzenwelt beizutragen. Die Einrichtungen und Maßnahmen zum Teichbau lassen sich meist mit geringem Aufwand realisieren. Zukünftige Aktionen und Veranstaltungen zum naturnahen Gärtnern, etwa unterstützt durch lokale Umweltverbände wie den BUND, bieten weitere Unterstützung und Vernetzungsmöglichkeiten.
Mehr zu naturnahen Gartenprojekten und weiteren regionalen Umweltthemen lesen Sie kontinuierlich auf regionalupdate.de. Detailinformationen zur naturnahen Gartengestaltung beim BUND sind unter bund.net verfügbar.

