Krieg im Nahen Osten verschärft Marktlage für Wellpappenindustrie

Anzeige

Berlin. Die Wellpappenindustrie sieht sich angesichts der aktuellen geopolitischen Lage mit erheblichen Herausforderungen konfrontiert. Die Fokus-Keyphrase Wellpappenindustrie Energiepreise Belastung beschreibt dabei die zentrale Problematik, die durch den Krieg im Nahen Osten und steigende Rohstoff- sowie Energiekosten für die Branche entstanden ist.

Markt wird herausgefordert

Energiepreise als zentrale Belastungsfaktoren

Die Wellpappenindustrie in Deutschland steht vor signifikanten Belastungen infolge stark schwankender Energiepreise. Die durch den Krieg im Nahen Osten verursachten Unterbrechungen bei der Erdgasversorgung führen zu deutlichen Preiserhöhungen. Insbesondere die Gaspreise, die für viele Produktionsprozesse wichtig sind, haben sich teils sprunghaft erhöht. Nach Angaben der Internationalen Energieagentur (IEA) war die Erdgasversorgung bereits zu Beginn des Jahres 2026 angespannt. Ein Angriff auf eine Exportanlage für verflüssigtes Erdgas in Katar könnte diese Situation weiter verschärfen.

„Die Nervosität an den Märkten hat für teilweise sehr sprunghafte Entwicklungen gesorgt. Noch stärker im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses stand dabei der Ölpreis – und auch dieser kann die Wellpappenindustrie in Form höherer Logistikkosten empfindlich treffen“, erläutert Dr. Steffen P. Würth, Vorsitzender des Verbandes der Wellpappen-Industrie (VDW).

Zusätzlich dazu stieg der Ölpreis erstmals seit Beginn des Ukraine-Krieges wieder auf über 100 US-Dollar pro Barrel. Die Spritpreise, insbesondere für Diesel, erhöhten sich innerhalb kurzer Zeit deutlich, was sich negativ auf die Transportkosten für die Branche auswirkt.

Auswirkungen auf die Branche und Rohstoffkosten

Die gesamtwirtschaftliche Lage und die bereits hohen Rohstoffkosten stellten die Wellpappenindustrie in den letzten Jahren vor große Herausforderungen. Neben den Energiepreisen ist auch Papier als Hauptrohstoff von starken Preissteigerungen betroffen. In den Jahren 2024 und 2025 kam es zu mehreren Kostenwellen bei Papier, was die Produktionskosten anstieg.

Der Verband der Wellpappen-Industrie (VDW) vertritt 30 Mitgliedsunternehmen mit rund 100 Werken und über 18.000 Mitarbeitenden in Deutschland. Die Branche produziert über 7,4 Milliarden Quadratmeter Wellpappe jährlich, wobei mehr als zwei Drittel aller in Deutschland transportierten Waren in Wellpappenverpackungen geliefert werden. Die Recyclingquote des Materials liegt bei 95,3 Prozent, was die ökologische Relevanz unterstreicht.

„Zunehmend kumulierte Belastungseffekte können auch wir nicht dauerhaft auffangen“, so Dr. Würth zur aktuellen Gesamtsituation.

Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.

Herausforderungen für die regionale Wirtschaft und Verbraucher

Die steigenden Energiepreise und Rohstoffkosten wirken sich nicht nur auf die Wellpappenindustrie unmittelbar aus, sondern haben auch regionale und überregionale Folgen. Unternehmen der Branche, die überwiegend mittelständisch geprägt sind, müssen höhere Produktions- und Logistikkosten stemmen. Dies kann langfristig zu höheren Preisen für Verpackungen führen, was unter anderem Hersteller und Verbraucher betrifft.

Für die Region bedeutet dies, dass die Produktionsstandorte und Arbeitsplätze im Bereich der Wellpappenfertigung einer unsicheren Kostenentwicklung ausgesetzt sind. Zugleich zeigt die hohe Recyclingquote die Bedeutung der Wellpappenindustrie für nachhaltige Verpackungslösungen.

Die Branche beobachtet die weitere Entwicklung der Energiepreise und die geopolitische Lage mit großer Aufmerksamkeit. Mögliche staatliche Unterstützungsmaßnahmen für energieintensive Betriebe könnten für die Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit wichtig sein.

Weitere Informationen zur Entwicklung der deutschen Industrie und regionalen Wirtschaftsfragen finden Sie auf regionalupdate.de. Aktuelle Daten zur Energiesituation veröffentlicht die Internationale Energieagentur (IEA).


Verband der Wellpappen-Industrie e. (VDW)

Weiterlesen

Jetzt den kostenlosen Regionalupdate-Newsletter abonnieren.

Gefällt dir’s? Dann teil’s doch!

Facebook
LinkedIn
WhatsApp
Email

Weitere Artikel