Digitalisierung in der Pflege: Wichtige Kompetenzen für Pflegekräfte

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Oldenburg. Die Hochschule Osnabrück hat eine internationale Studie zum Thema Kompetenzen von Pflegekräften im digitalen Zeitalter veröffentlicht. Die Forschung zeigt, welche Fähigkeiten Pflegekräfte benötigen, um den Anforderungen eines zunehmend digitalisierten Arbeitsumfelds gerecht zu werden.

Digitale Pflege-Kompetenzen

Die Digitalisierung verändert die Arbeitswelt der Pflegekräfte grundlegend. Neben klassischen pflegerischen Aufgaben wie Wundversorgung und Medikamentengabe gewinnen digitale Kompetenzen an Bedeutung. Die im Rahmen des Zukunftslabors Gesundheit durchgeführte Studie setzt sich mit dem aktuellen Kompetenzprofil von Pflegekräften auseinander und vergleicht es mit Ergebnissen von 2015. Die Forschung umfasst Fachkräfte aus 29 Ländern und berücksichtigt verschiedene Tätigkeitsfelder innerhalb der Pflege.

Wachsende Anforderungen in der Pflegepraxis

Im Pflegealltag zählen neben medizinisch-pflegerischen Tätigkeiten zunehmend administrative und digitale Aufgaben. Die Studie identifiziert 43 Kompetenzbereiche, die heute relevant sind – darunter sogenannte Future Skills. Dazu zählen Problemlösungsfähigkeit, Kommunikation und ein sicherer Umgang mit Patient*innendaten, die im Kontext der Digitalisierung immer wichtiger werden. Die Pflegedokumentation bleibt auch weiterhin eine zentrale Kompetenz.

Unterschiedliche Berufsbilder und deren digitale Anforderungen

Die Studie unterscheidet fünf Kernbereiche der Pflege: klinisch-praktische Pflege, Pflegemanagement, interprofessionelle Koordination, Qualitätsmanagement und IT-Management. Für alle Bereiche wird deutlich, dass digitale Kompetenzen, insbesondere im Umgang mit Patientendaten und digitalen Pflegeprozessen, unerlässlich sind. Gleichzeitig steht die Sicherheit der Patient*innen im Mittelpunkt aller Digitalisierungsanstrengungen. Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz gilt derzeit noch als weniger relevant, was die Forschenden vorsichtig bewertet sehen.

„Die Veröffentlichung von damals wird immer noch viel zitiert. Das zeigt, wie aktuell das Thema nach wie vor ist. In den vergangenen Jahren erhielten wir zunehmend Anfragen, welche Kompetenzen Pflegekräfte vor dem Hintergrund der Digitalisierung benötigen. Da sich in den letzten zehn Jahren viel verändert hat, ist es wichtig, aktuelle Aussagen dazu treffen zu können“, sagte Dr. Nicole Egbert von der Hochschule Osnabrück.

Zukunftsaussichten für die Pflegeausbildung

Neben der Erfassung der aktuellen Kompetenzanforderungen untersucht die Studie, wie diese in der Ausbildung und Weiterbildung abgebildet werden können. Die Forschenden möchten die gewonnenen Erkenntnisse nutzen, um Bildungsangebote besser auf die Bedürfnisse anzupassen. Ziel ist es, erforderliche digitale Kompetenzen bereits in Studiengänge zu integrieren und durch Zertifikatslehrgänge ergänzend zu vermitteln.

„Sinnvoll wäre es, die benötigten Kompetenzen bereits in Studiengängen zu verankern und ergänzend Zertifikatslehrgänge zu entwickeln, um Pflegekräfte gezielt zu schulen. Daher planen wir, aus den Kompetenzanforderungen konkrete Lernziele abzuleiten“, erläutert Annika Hering von der Hochschule Osnabrück.

Bildung und Praxis stärker verknüpfen

Die Teilnehmer der Umfrage wurden auch gebeten, Praxisbeispiele zu nennen, die zeigen, in welchem Rahmen digitale Kompetenzen derzeit vermittelt werden. Daraus soll ein stärker verzahntes Konzept zwischen Theorie und Praxis entstehen, das den Pflegeberuf für die Herausforderungen der Digitalisierung rüstet. Die Befragung in Deutschland, Österreich und der Schweiz wurde im Juli 2025 erweitert und bezieht nun neben stationären Einrichtungen auch ambulante Pflegedienste mit ein.

Weitere Details zur Studie und den Ergebnissen hält das Zentrum für digitale Innovationen Niedersachsen (ZDIN) bereit. Mehr Informationen finden Leser auch in verwandten Beiträgen auf regionalupdate.de sowie auf der Webseite des Zentrums für digitale Innovationen Niedersachsen.

Nächste Schritte in der Pflegekompetenzentwicklung

Die Hochschule Osnabrück plant, auf Basis der Studienergebnisse konkrete Empfehlungen für die Anpassung von Pflegeausbildungen zu erarbeiten. Ziel ist es, digitale Kompetenzen stärker zu integrieren und so auf die veränderten beruflichen Anforderungen vorzubereiten. Ende 2026 sind weitere Veröffentlichungsschritte und die Vorstellung von beispielhaften Bildungsmodellen vorgesehen. Dies soll dazu beitragen, dass Pflegekräfte in einem dynamischen digitalen Umfeld sicher und qualifiziert agieren können.

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