Juba. Die eskalierende Gewalt im südsudanesischen Bundesstaat Jonglei hat zu massiven Vertreibungen geführt und Hilfsorganisationen wie Save the Children zum Rückzug gezwungen. Die eskalierende gewalt jonglei gefährdet zahlreiche Familien, die nun ohne lebenswichtige Unterstützung auskommen müssen.
Gewalt zwingt zur Flucht
Der Bundesstaat Jonglei im Südsudan verzeichnet seit Dezember eine drastische Zunahme von gewalttätigen Auseinandersetzungen. Nach Angaben von Save the Children flohen über 280.000 Menschen aus der Region, mehr als die Hälfte davon Frauen und Kinder. Die Kämpfe zwangen die Kinderrechtsorganisation in Akobo East, ihre Einsätze vorübergehend einzustellen und das Personal abzuziehen. Dies geschah auch auf Anordnung des südsudanesischen Militärs vom 6. März, das den kompletten Abzug aller Zivilistinnen, Nichtregierungsorganisationen sowie UN-Truppen aus dem Bezirk anordnete.
Lage für Vertriebene in Akobo
In Akobo versorgte Save the Children vor dem Rückzug etwa 100.000 Kinder mit grundlegenden Gesundheitsdiensten, Ernährungsprogrammen und Bildungsangeboten sowie mit Wasser- und Sanitärversorgung. Die weggefallene Unterstützung lässt die vielen bereits mehrfach vertriebenen Familien nun ohne Schutz und Hilfe zurück. Insbesondere die Kinder sind durch die fehlende Versorgung und die anhaltende Gewaltlage stark gefährdet.
Gefährdung der Hilfsstrukturen
Bereits im Februar musste auch die Arbeit in der nahegelegenen Gemeinde Walgak eingestellt werden. Dort zerstörten Kämpfer ein regionales Büro, ein Gesundheitszentrum und entwendeten Fahrzeuge von Save the Children. Die humanitären Strukturen in Jonglei sind somit zunehmend unter Druck und für viele Menschen die letzte Lebensader gefährdet.
„Die Unterbrechung der humanitären Hilfe birgt die Gefahr, dass sich die ohnehin schon kritische Lage im Bundesstaat Jonglei weiter verschärft“, sagte Chris Nyamandi, Länderdirektor von Save the Children im Südsudan.
„Vor allem Kinder sind durch die Unterbrechung der Hilfsmaßnahmen einem erhöhten Risiko von Mangelernährung, Krankheiten und anderen Gefahren ausgesetzt.“
- Über 280.000 Vertriebene seit Dezember 2025 in Jonglei
- Mehr als 50 Prozent Flüchtlinge sind Frauen und Kinder
- Einsatzunterbrechung in Akobo East und Walgak
- Zerstörung und Plünderung von Hilfseinrichtungen
Beispiele für die dramatische Entwicklung und die Auswirkungen auf die Zivilbevölkerung sind hier auf deutsch bei Save the Children dokumentiert Save the Children Südsudan. Weitere Hintergründe zum Konflikt und humanitären Lage bietet das Auswärtige Amt: Auswärtiges Amt Südsudan.
Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.
Bedeutung der Situation im Bundesstaat Jonglei
Die eskalierende Gewalt in Jonglei beeinträchtigt die Lebensgrundlagen von Hunderttausenden im Südsudan. Der Bundesstaat zählt bereits zu den am stärksten von Ernährungsunsicherheit betroffenen Regionen des Landes. Humanitäre Organisationen wie Save the Children sind entscheidend, um Gesundheitsversorgung, Bildung und Schutz für die Bevölkerung bereitzustellen. Der aktuelle Einsatzstopp aufgrund der Gewalt und Militäranordnung bedeutet eine ernsthafte Gefährdung der urgenzen Hilfe.
Für die Menschen vor Ort, insbesondere für Frauen und Kinder, verschärft sich die Situation durch den Ausfall von Programmen zur Mangelernährungsvorsorge, Krankheitsbekämpfung und psychosozialen Unterstützung deutlich. Save the Children fordert deshalb alle Konfliktparteien auf, den Schutz der Zivilbevölkerung zu gewährleisten und den Hilfsorganisationen sicheren Zugang zu ermöglichen. Geplante internationale Gespräche und Vermittlungsversuche sind für die kommenden Monate vorgesehen, um die Lage zu stabilisieren.
Zahlreiche weitere Informationen zur Arbeit von Hilfsorganisationen und aktuelle Beiträge zum Thema finden Interessierte auf regionalupdate.de.

