Osnabrück. Der Komiker und Schauspieler Atze Schröder hat in einem Gespräch mit der Neuen Osnabrücker Zeitung offen über seine Auseinandersetzung mit innerer Wut und Traurigkeit gesprochen. Dabei ging es insbesondere um die Verarbeitung der belastenden Familiengeschichte, die von mehreren Suiziden geprägt ist. Im Fokus steht das Thema Atze Schroeder Traurigkeit Wut.
Wut und Traurigkeit verstehen
Atze Schröder hat die komplexen Gefühle von Wut und Traurigkeit in seinem Leben auch mithilfe professioneller therapeutischer Unterstützung aufgearbeitet. Er berichtete, dass er sich mit den wiederkehrenden Suiziden in seiner Familie auseinandergesetzt hat. Besonders belastend war für ihn die Geschichte seines Vaters, dessen Mutter sich selbst das Leben nahm und dessen vier Brüder ebenfalls Suizid begingen.
Familiäre Belastungen
„Ich habe die Familiengeschichte meines Vaters aufgearbeitet, in der es sehr viele Suizide gab – seine Mutter hat sich erhängt, vier Brüder haben Suizid begangen. Das hat sich in der näheren Familie teilweise fortgesetzt“, sagte Schröder.
Diese familiären Erfahrungen beeinflussen nach seinen Angaben auch andere Angehörige, denn bei seinen Cousinen und Cousins beobachtet er teilweise ähnlich instabile Lebenssituationen.
Persönliche Auswirkungen
Früher habe er sich als „extrem jähzornig“ beschrieben, dieses Verhalten habe er durch Therapie deutlich eindämmen können. Eine Ausnahme sei der Stau im Straßenverkehr, der noch heute seine Wut hervorruft. Die Trauer um seinen verstorbenen Vater, der in seinen Armen gestorben ist, hat Schröder zunächst unterschätzt.
„Ich dachte, ich hätte damit die Trauer erledigt, weil wir da quasi Abschied genommen haben. Aber ich habe im Laufe des Jahres danach gemerkt, ui, da ist noch eine Menge Traurigkeit in mir.“
Umgang mit Emotionen
Das Annehmen von Trost falle ihm schwer, so Schröder, er habe gelernt, dies nach einer Nacht darüber Schlafen einigermaßen zuzulassen. Mittlerweile weint er nach eigenen Angaben häufiger, vor allem aus Freude. So berührte ihn ein Besuch bei seinem Patenkind und dessen zukünftigen Schwiegereltern sehr emotional.
„Ich bin nah am Wasser gebaut und heule oft. Zuletzt, als ich mein Patenkind besucht habe… habe ich mich hinterher so gefreut, dass die so nett sind, dass mir die Tränen runtergelaufen sind.“
Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.
Regionale Bedeutung und Ausblick
Atze Schröder ist eng mit Osnabrück verbunden und gibt durch sein offenherziges Gespräch einen Einblick in den Umgang mit schwierigen Gefühlen, der für viele Menschen nachvollziehbar ist. Die Thematisierung psychischer Belastungen und familiärer Tragödien kann zur Sensibilisierung im Umgang mit mentaler Gesundheit in der Region beitragen.
Für Interessierte bietet Schröder mit seinem aktuellen Programm „Lovemachine“ bis Herbst Auftritte in Deutschland, der Schweiz und Österreich an. Weitere Informationen zu mentaler Gesundheit in der Region finden Sie beispielsweise auf den Seiten der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN).
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