Berlin. Der aktuelle Projektionsbericht der Bundesregierung zeigt klar auf, dass die Klimaziele Deutschland verfehlen wird, wenn keine zusätzlichen Maßnahmen umgesetzt werden. Besonders in den Sektoren Verkehr und Gebäude drohen deutliche Überschreitungen der Emissionsgrenzen bis 2030.
Klimaziele jetzt stärken
Die Bundesregierung steht vor der Herausforderung, die im Bericht festgestellte Lücke von 255 Millionen Tonnen CO2 bis 2030 in den ESR-Sektoren zu schließen. Die Bereiche Verkehr und Gebäude tragen maßgeblich zur Gesamtübererfüllung bei. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) kritisiert vor allem die Rückschritte bei bestehenden Klimaschutzmaßnahmen wie dem Verbrenner-Aus und fordert wirksame Sofortmaßnahmen.
Verkehrssektor besonders betroffen
Im Verkehr wird eine hohe Emissionsüberschreitung erwartet. Die DUH schlägt unter anderem die Einführung eines Tempolimits auf Autobahnen und außerorts vor, um die CO2-Emissionen kurzfristig zu senken. Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der DUH, betont:
„Die Bundesregierung muss ihren Klimarechtsbruch beenden und im Klimaschutzprogramm effektive Klimaschutzmaßnahmen wie ein Tempolimit beschließen, um die Emissionen im Verkehrssektor sofort zu reduzieren und die Klimaziele für 2030 und 2040 zu erreichen.“
Herausforderungen im Gebäudesektor
Der Gebäudesektor gilt als größte Baustelle der deutschen Klimapolitik. Die Abschaffung der 65-Prozent-Regel im Gebäudemodernisierungsgesetz würde die Lücke beim Klimaschutz vergrößern, so das Öko-Institut. Barbara Metz von der DUH fordert eine umfassende Sanierungsoffensive und den Ausbau erneuerbarer Wärme:
„Ohne eine echte Sanierungsoffensive und konsequentes Bauen im Bestand werden die Klimaziele im Gebäudesektor krachend verfehlt.“
Auch der Ausbau von Instrumenten wie Grüngasquote könne keine ausreichende Lösung bieten, da fossile Heizungen weiterhin unterstützt würden.
Landnutzung weiterhin problematisch
Im Landnutzungssektor führen intakte Ökosysteme wie Moore und Wälder als natürliche Kohlenstoffsenken eine wichtige Rolle. Der Bericht zeigt jedoch, dass dieser Sektor derzeit eine Nettoquelle von Treibhausgasen darstellt. Sascha Müller-Kraenner von der DUH fordert:
„Wir fordern, die notwendige Transformation der Landnutzung jetzt entschieden voranzutreiben.“
Das oberste Verwaltungsgericht hat bereits 2024 eine Nachbesserung des Klimaschutzes in diesem Bereich angeordnet, bislang bleibt diese Umsetzung jedoch aus.
Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.
Klimaziele und ihre Bedeutung für die Region
Die Bundespolitik beeinflusst unmittelbar die regionalen Klimaschutzanstrengungen. Die anhaltende Zielverfehlung bedeutet, dass auch in den Kommunen mit höheren Emissionen zu rechnen ist, was Auswirkungen auf Luftqualität und Gesundheit der Bevölkerung haben kann. Bürgerinnen und Bürger sollten sich auf strengere Vorgaben hinsichtlich Energieverbrauch und Verkehr einstellen. Um die Klimaziele doch noch zu erreichen, ist eine Nachbesserung des Klimaschutzprogramms bis spätestens 25. März 2024 erforderlich.
Auf regionalupdate.de finden Sie weitere Informationen zu den regionalen Auswirkungen und Handlungsmöglichkeiten für den Klimaschutz vor Ort.
Mehr Hintergrundinformationen und offizielle Daten bieten unter anderem das Bundesumweltministerium (www.bmu.de) sowie die Deutsche Umwelthilfe (www.duh.de).

