Köln. Psychotherapie Honorar Kassen: Ab April 2026 müssen ambulante Psychotherapeuten mit Kassensitz mit einer Honorarreduzierung von 4,5 Prozent rechnen. Diese Entscheidung eines gemeinsamen Ausschusses der Krankenkassen und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung sorgt für erheblichen Unmut in der Branche.
Therapieplätze in Gefahr
Der Beschluss zur Senkung des Psychotherapie Honorars durch die Kassen ist eine Reaktion auf einen gesetzlich vorgeschriebenen Honorarvergleich mit anderen Ärztegruppen. Die gesetzlichen Krankenkassen argumentieren, dass Psychotherapeuten mit eigener Praxis in den letzten Jahren überproportional von Honorarerhöhungen profitiert hätten. Zudem wurden die Strukturzuschläge rückwirkend ab 1. Januar 2026 auf 14,5 Prozent erhöht, sodass die Gesamtabsenkung für dieses Jahr sich auf 2,3 Prozent beläuft.
Reaktionen aus der Psychotherapie
Der Hamburger Psychotherapeut Andy Sharifatpour kritisiert die Entscheidung scharf. Er sieht darin nicht nur eine finanzielle Herausforderung, sondern auch einen Mangel an Wertschätzung für den Berufsstand.
„Wir sind eine tragende Säule des Gesundheitssystems und werden aber ständig mit Füßen getrampelt, so wie Ärzte zweiter Klasse“, sagte Sharifatpour.
Der Psychologe Dr. Leon Windscheid meldete sich über Instagram zu Wort. Er warnte davor, dass eine solche Kürzung die Verfügbarkeit von Therapieplätzen weiter einschränken könnte, obwohl gerade die frühe Behandlung psychischer Erkrankungen das Risiko chronischer Verläufe senkt.
Auswirkungen auf Patientinnen und Patienten
Das Honorardefizit veranlasst Therapeuten wie Sharifatpour dazu, ihr Angebot zu überprüfen und möglicherweise weniger Kapazitäten für gesetzlich Versicherte bereitzustellen.
„Also zum Beispiel Selbstzahler-Diagnostikleistungen, die ich anbieten kann, und die Zeit, die ich dafür aufwende, werde ich natürlich weniger Kapazitäten haben, um dort gesetzlich versicherte Patientinnen zu behandeln.“
Eine deutschlandweite Petition unter dem Hashtag #PsychotherapieRetten hat bereits über 260.000 Unterstützerinnen und Unterstützer gesammelt, die sich gegen die Honorarabsenkung wenden.
Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.
Regionale Bedeutung der Honorarabsenkung für Psychotherapeuten
In Köln und Umgebung wird die Entscheidung der Krankenkassen die Versorgungslage im ambulanten Bereich zunehmend belasten. Für gesetzlich Versicherte kann es schwierig werden, zeitnah Therapieplätze zu erhalten, da Therapeuten angesichts sinkender Honorare weniger Kapazitäten bereitstellen könnten.
Für Betroffene bedeutet dies eine potenziell längere Wartezeit und eingeschränktere Behandlungsmöglichkeiten. Psychotherapeuten prüfen derzeit, wie sie trotz der finanziellen Einbußen ihre Praxen wirtschaftlich betreiben können.
Die Entwicklung steht unter Beobachtung; weitere Gespräche zwischen Krankenkassen, Ärzteschaft und Therapeuten sind angekündigt. Informationen und Hilfestellungen zu psychotherapeutischer Versorgung erhalten Interessierte beim Bundespsychotherapeutenkammer sowie auf regionalupdate.de.
Weiterführende Informationen zur psychotherapeutischen Versorgung und den geplanten Änderungen sind in der aktuellen Podcast-Folge bei ARD „15 Minuten. Der tagesschau-Podcast am Morgen“ verfügbar.

