Steinfurt. Die Einsatzbilanz Kreispolizeibehörde Steinfurt für das Jahr 2025 zeigt erstmals einen Rückgang der Gesamteinsatzzahlen auf 73.062 Einsätze. Dies entspricht einem Abfall von 13,74 Prozent gegenüber dem Vorjahr und betrifft sowohl eigenveranlasste als auch außenveranlasste Einsätze.
Einsatzzahlen im Überblick
Im Detail sank die Zahl der eigenveranlassten Einsätze im Kreis Steinfurt um 27,01 Prozent auf 28.821. Diese umfassen unter anderem Aufklärungseinsätze im Zusammenhang mit jüdischen Objekten, Geldautomatensprengungen sowie Ermittlungstätigkeiten. Der Rückgang ist teilweise auf die Einstellung bestimmter Aufklärungsmaßnahmen zurückzuführen. Die außenveranlassten Einsätze reduzierten sich leicht von 45.211 auf 44.241. Im durchschnittlichen Rhythmus erfolgte somit etwa alle 12 Minuten ein außenveranlasster Einsatz im Kreisgebiet.
Regionen mit hoher Einsatzdichte
Die Polizeiwache Rheine verzeichnete mit 11.801 Einsätzen die meisten Einsätze im Kreis. Trotz der weiterhin hohen Anzahl an Einsätzen blieben die Einsatzreaktionszeiten nur geringfügig erhöht, was angesichts der Fläche des zweitgrößten Kreises Nordrhein-Westfalens als positiv bewertet wird. Zu den häufigsten Einsatzanlässen zählten Verkehrsunfälle mit Sachschäden oder Wildbeteiligung sowie diverse Hilfeersuchen.
Verwendung des Tasers
Seit 2022 ist das Distanzelektroimpulsgerät (DEIG), allgemein Taser genannt, flächendeckend im Einsatz. Im Jahr 2025 wurden 41 Androhungen und 9 tatsächliche Einsätze dokumentiert, was einen Rückgang der tatsächlichen Anwendung im Vergleich zu 12 Fällen im Jahr 2024 darstellt. Polizistinnen und Polizisten erhalten eine Grundschulung für den Umgang, ergänzt durch jährliche Prüfungen zur Handhabung. Landrat Dr. Martin Sommer betont, dass die Ankündigung des DEIG in den meisten Fällen zur Deeskalation beiträgt.
Gewalt gegen Polizeibeamte
Im Jahr 2025 stieg die Anzahl der Gewaltdelikte gegen Polizeibeamtinnen und Beamte leicht an, von 352 auf 363 Fälle. Die Zahl der Verletzten verringerte sich jedoch deutlich um knapp 40 Prozent auf 80. Landrat Sommer und Direktionsleiter André Weiß unterstreichen die Null-Toleranz-Strategie der Polizei bei solchen Straftaten, wobei alle Fälle zur Anzeige gebracht werden.
Radstaffel und besondere Einsätze
Die Radstaffel der Kreispolizeibehörde ist mit Pedelecs auf allen Wachen präsent und leistet präventive Arbeit vor allem im Bereich des Rad- und Pedelec-Verkehrs. Diese Einheit fördert den direkten Kontakt zu Bürgerinnen und Bürgern, insbesondere in Innenstädten. Zu den herausragenden Einsätzen im Jahr 2025 zählen die kontrollierte Sprengung des Kraftwerks Ibbenbüren, ein versuchtes Tötungsdelikt in Rheine sowie eine ungewöhnliche Verfolgungsfahrt mit einem entwendeten Bus in Greven.
Weitere Details und den vollständigen Jahresbericht der Direktion Gefahrenabwehr/Einsatz finden Interessierte auf der offiziellen Webseite der Polizei Steinfurt. Mehr Regionalnachrichten gibt es unter anderem auf regionalupdate.de.
Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.
Einsatzbilanz Kreispolizeibehörde Steinfurt: Bedeutung für die Bürger im Kreis
Die dokumentierte Einsatzbilanz hat direkte Auswirkungen auf die Sicherheit und das Sicherheitsgefühl der Bürgerinnen und Bürger im Kreis Steinfurt. Die deutliche Reduktion der Einsatzzahlen und die stabile Einsatzreaktionszeit sprechen für eine effiziente Arbeit der Polizei trotz hoher Einsatzlage. Die Einführung und verantwortungsvolle Nutzung des Tasers trägt zur Deeskalation bei und erhöht den Schutz für alle Beteiligten. Die nulltolerante Haltung gegenüber Gewalt gegen Einsatzkräfte wird weiterhin konsequent verfolgt, um die Arbeitsbedingungen der Polizeibeamtinnen und -beamten zu verbessern.
Praktisch bedeutet dies für die Bevölkerung, dass sie auf eine engagierte und gut aufgestellte Polizei zählen kann, die nicht nur im Einsatzfall schnell reagiert, sondern auch durch präventive Maßnahmen die Sicherheit im Alltag fördert. Die Radstaffel stellt dabei eine moderne und zugleich bürgernahe Einheit dar, die den direkten Kontakt fördert.
Für das laufende Jahr sind keine grundlegend neuen Maßnahmen angekündigt, jedoch bleibt die Kreispolizeibehörde bestrebt, Reaktionszeiten weiter zu optimieren und den Kontakt zu den Bürgerinnen und Bürgern auszubauen. Weiterführende Informationen werden regelmäßig auf den offiziellen Kanälen der Polizei veröffentlicht.

