Bildungsministerin Prien fordert WhatsApp-Regulierung für Kinder

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Köln. Bundesbildungsministerin Karin Prien spricht sich für eine WhatsApp Regulierung Kinder aus. Im Zuge der Debatte um den Schutz von Kindern und Jugendlichen in der digitalen Welt fordert sie, neben Social-Media-Plattformen auch Messenger wie WhatsApp stärker in den Blick zu nehmen.

Prien fordert WhatsApp-Regulierung

Bundesbildungsministerin Karin Prien betont im WDR-Interview, dass die aktuelle Diskussion zu stark auf klassische Social-Media-Plattformen fokussiert sei. Sie fordert ausdrücklich, dass auch Messengerdienste wie WhatsApp in die Regelungen zum Schutz von Kindern und Jugendlichen einbezogen werden. Dies sei aufgrund der besonderen Nutzungssituation und der privaten Chaträume bei WhatsApp notwendig.

Ausgangslage der Debatte

Bisher konzentrierte sich die politische Auseinandersetzung vor allem auf ein mögliches Verbot der Social-Media-Nutzung für Minderjährige. Dabei wurden Messenger-Dienste wie WhatsApp bereits bei Modellen anderer Länder, etwa Australien, ausgeklammert. Prien verweist auf eine aktuelle Infratest dimap-Umfrage, die zeigt, dass problematische und belastende Inhalte für viele Kinder im Klassenchat-Alltag normal geworden sind.

Ergebnisse der Studie zu Klassenchats

Die Untersuchung unter Schülerinnen und Schülern zwischen 10 und 16 Jahren ergab:

  • Etwa acht von zehn Jugendlichen sind in einem Klassenchat aktiv.
  • 35 Prozent der Befragten haben dort bereits belastende Inhalte erlebt.
  • Über zwei Drittel berichten von Beleidigungen oder Bloßstellungen.
  • 54 Prozent erlebten Ausgrenzung oder Mobbing.
  • 26 Prozent sahen Videos oder Bilder mit Gewalt.
  • 17 Prozent nahmen Inhalte wahr, die zu Hass oder Ausgrenzung gegen bestimmte Gruppen aufrufen.
  • 12 Prozent stießen auf unangemessene Bilder nackter Personen.

Diese Zahlen verdeutlichen aus Sicht der Ministerin, dass Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt bisher unzureichend umgesetzt wurde.

„Ja, wir haben da sicher zu lange weggeguckt und Ihre Befunde bestätigen auch meine Einschätzung, dass Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt bisher in Deutschland nicht hinreichend umgesetzt wird. Dass wir bestehende Regeln nicht durchsetzen und dass Kinder und Jugendliche Schaden nehmen, weil wir diesen Bereich bisher zu wenig im Blick hatten und auch zu wenig reguliert haben“, sagte Prien im Interview.

Im Bundesbildungsministerium wurde deshalb eine Expertenkommission eingerichtet, die derzeit die Möglichkeiten eines Social-Media-Verbots sowie darüber hinausgehende Maßnahmen prüft. Erste Ergebnisse der Überprüfung sollen noch vor dem Sommer veröffentlicht werden.

Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.

Bedeutung der WhatsApp-Regulierung für Betroffene in Köln

Für Eltern, Lehrkräfte und Jugendliche in Köln könnte die geplante Regulierung zu einem besseren Schutz vor problematischen digitalen Inhalten führen. Insbesondere der Umgang mit Klassenchats über WhatsApp, die im Schulalltag weit verbreitet sind, steht im Fokus. Verbesserte Regeln könnten den Umgang mit Mobbing, Beleidigungen und anderen belastenden Entwicklungen im digitalen Raum sicherer machen.

Die weitere Arbeit der Expertenkommission und mögliche gesetzliche Anpassungen werden auch lokale Bildungseinrichtungen und Familien betreffen. Interessierte können sich über aktuelle Entwicklungen und Hintergründe auf regionalupdate.de informieren. Umfangreiche Informationen zu Kinder- und Jugendschutz im digitalen Bereich hält die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung bereit: Jugendschutz – bzgaw.de.

Die Ergebnisse der Prüfung und mögliche Gesetzesentwürfe könnten noch dieses Jahr für mehr Sicherheit im Umgang mit digitalen Kommunikationsmitteln in Schulen und Familien sorgen. Die Diskussion wird bundesweit aufmerksam verfolgt und hat insbesondere in Städten wie Köln eine hohe Relevanz aufgrund der breitflächigen Nutzung von WhatsApp unter Jugendlichen.

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