Wiesbaden. Der Auftragsbestand verarbeitendes Gewerbe ist im Januar 2026 saison- und kalenderbereinigt um 0,4 Prozent gegenüber Dezember 2025 gesunken. Im Vergleich zum Vorjahresmonat stieg der Bestand jedoch um 6,6 Prozent, wie das Statistische Bundesamt mitteilt.
Auftragsbestand aktuell sank
Der Rückgang des Auftragsbestands im verarbeitenden Gewerbe betrifft insbesondere die Automobilindustrie mit einem Minus von 4,5 Prozent sowie die Herstellung elektrischer Ausrüstungen, die um 3,2 Prozent zurückging. Dem gegenüber steht ein Anstieg im sonstigen Fahrzeugbau, darunter Flugzeuge, Schiffe, Züge und Militärfahrzeuge, mit einem Plus von 2,7 Prozent. Die offenen Aufträge aus dem Inland verzeichneten im Januar eine geringe Abnahme um 0,1 Prozent, während die Aufträge aus dem Ausland um 0,7 Prozent zurückgingen.
Entwicklung nach Produktgruppen
Die Hersteller von Investitionsgütern verzeichneten im Januar 2026 einen unveränderten Auftragsbestand zum Vormonat. Vorleistungsgüter sanken um 0,3 Prozent, während die Aufträge bei Konsumgütern deutlicher um 8,5 Prozent zurückgingen. Die Reichweite des Auftragsbestands, also die Dauer in Monaten, für die die vorhandenen Aufträge bei unverändertem Umsatz ausreichen würden, stieg insgesamt auf 8,3 Monate. Bei Investitionsgütern erhöhte sie sich auf 11,5 Monate, bei Vorleistungsgütern auf 4,5 Monate und sank bei Konsumgütern auf 3,6 Monate.
Bedeutung der Reichweite
Die Reichweite gibt einen Einblick in die Produktionsplanung und die Stabilität der Auftragslage. Sie wird aus dem aktuellen Auftragsbestand und dem mittleren Umsatz der letzten zwölf Monate berechnet. Ein längerer Wert signalisiert eine längere Auslastung.
„Die Reichweite des Auftragsbestands stieg im Januar 2026 auf 8,3 Monate“, erläuterte das Statistische Bundesamt.
- Auftragsbestand sank im Januar 2026 gegenüber Dezember 2025 um 0,4 Prozent
- Im Jahresvergleich stieg der Bestand um 6,6 Prozent
- Rückgang vor allem in Automobilindustrie und elektrischen Ausrüstungen
- Anstieg im sonstigen Fahrzeugbau
- Reichweite stieg auf 8,3 Monate
Diese Zahlen bieten wichtige Anhaltspunkte zur konjunkturellen Entwicklung des verarbeitenden Gewerbes und sind abrufbar in der Datenbank GENESIS-Online des Statistischen Bundesamtes. Weitere Informationen und Analysen finden Interessierte auf regionalupdate.de sowie auf der Seite des Statistischen Bundesamtes.
Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.
Regionale Einordnung und Ausblick
Für die Wirtschaft in Hessen und angrenzenden Regionen ist der Auftragsbestand im verarbeitenden Gewerbe ein wichtiger Indikator für die künftige Produktionsentwicklung und Beschäftigungslage. Die leichte Abnahme zum Monatswechsel könnte auf saisonale Schwankungen oder kurzfristige Nachfrageschwankungen hinweisen. Die Steigerung im Jahresvergleich signalisiert jedoch eine grundsätzlich stabile Nachfrage.
Die differenzierte Entwicklung zwischen den Branchen zeigt, dass technologische und innovative Segmente wie der sonstige Fahrzeugbau Wachstumspotenzial aufweisen. Die regionale Industrie kann daraus Impulse für Investitionen und Beschäftigung ableiten.
Für Bürgerinnen und Bürger bedeutet dies Stabilität in der industriellen Wertschöpfung und mögliche Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt. Unternehmer sind aufgefordert, die Auftragslage sorgfältig zu beobachten, um ihren Betrieb entsprechend anzupassen.
Aktuell sind keine Änderungen in der Förderung oder wesentliche politische Maßnahmen angekündigt. Weitere Berichte zur wirtschaftlichen Entwicklung werden regelmäßig vom Statistischen Bundesamt sowie auf regionalupdate.de veröffentlicht.

