DVR-Umfrage: Hälfte der Lkw-Fahrer deaktiviert Assistenzsysteme

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Berlin. Fast jeder zweite Lkw-Fahrende in Deutschland deaktiviert Assistenzsysteme, die eigentlich die Verkehrssicherheit erhöhen sollen. Die Umfrage des Deutschen Verkehrssicherheitsrats (DVR) zeigt, dass mangelnde Schulung und Fehlalarme zu diesem Verhalten beitragen, obwohl die Systeme als sinnvoll gelten. Das Thema lkws assistenzsysteme deaktivieren gewinnt so an Bedeutung.

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Häufige Deaktivierung von Spurhalte- und Geschwindigkeitsassistenten

Assistenzsysteme wie der Spurhalteassistent werden besonders oft abgeschaltet. 56 Prozent der Befragten geben an, ihn regelmäßig nicht zu nutzen. Auch der Intelligente Geschwindigkeitsassistent (16 Prozent) und der Abstandsregeltempomat (15 Prozent) werden häufig deaktiviert. Weniger verbreitet ist das Abschalten des Abbiege- oder Notbremsassistenten.

Die Folge ist ein erhöhtes Risiko auf den Straßen, denn die Systeme sind dazu geschaffen, Unfälle und Gefahren zu minimieren. Der DVR-Präsident Manfred Wirsch betont dabei die Notwendigkeit der konsequenten Nutzung:

„Wer Assistenzsysteme abschaltet, nimmt bewusst ein höheres Risiko in Kauf und gefährdet Menschenleben innerhalb und außerhalb des Fahrerhauses.“

Mangelhafte Schulung als Ursache für Unsicherheit im Umgang

Die Umfrage zeigt deutliche Defizite bei der Einweisung in die Assistenzsysteme. Knapp ein Drittel der Lkw-Fahrenden erhielt keine Schulung, 45 Prozent wurden nur informell durch Kolleginnen und Kollegen eingewiesen, während nur 24 Prozent eine offizielle Schulung besuchten.

Dieser Mangel an Wissen führt dazu, dass 36 Prozent der Befragten sich unzureichend informiert fühlen und 22 Prozent die Technik als unverständlich empfinden.

Akzeptanz und Vertrauen hängen von Bedienung und Fehlerfreiheit ab

Trotz der Kritik an den Assistenzsystemen bewerten fast 80 Prozent der Befragten deren Nutzen positiv. Dennoch vertrauen 37 Prozent den Systemen eher nicht oder gar nicht. Mehr als die Hälfte fühlt sich durch Warnungen oder Eingriffe der Technik während der Fahrt abgelenkt oder gestört.

Manfred Wirsch sieht hier eine gemeinsame Verantwortung von Fahrenden und Fahrzeugherstellern:

„Klare und verständliche Warn- und Bedienkonzepte, eine geringe Fehlalarmquote sowie einheitliche Symbole können die Akzeptanz deutlich erhöhen.“

Zusammenfassung der wichtigsten Fakten

  • 59 Prozent der Lkw-Fahrenden nutzen Assistenzsysteme nicht durchgehend
  • 56 Prozent deaktivieren regelmäßig den Spurhalteassistenten
  • 32 Prozent erhielten keine Einweisung zur Nutzung
  • 80 Prozent bewerten Assistenzsysteme als grundsätzlich sinnvoll
  • 53 Prozent fühlen sich durch Warnungen oder Systemfehler gestört

Weitere Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit durch Assistenzsysteme

Der DVR fordert verbindliche Schulungen in Fahrausbildung und Fahrerlaubnisprüfung, um das Verständnis für die Systeme zu verbessern. Unternehmen sollen ihre Mitarbeitenden kontinuierlich qualifizieren und über den Nutzen aufklären. Zudem sind klare Bedienkonzepte seitens der Hersteller notwendig, um Fehlalarme und Verwirrung zu reduzieren.

Insgesamt bleibt die technische Unterstützung durch Fahrerassistenzsysteme ein wichtiger Baustein für mehr Sicherheit im Straßenverkehr – sie ersetzt aber nicht die Aufmerksamkeit der Fahrenden.

Für weiterführende Informationen zum Thema Fahrerassistenzsysteme besuchen Sie die Webseite des Deutschen Verkehrssicherheitsrats DVR sowie die offizielle Informationsseite des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur BMVI.

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Schlussfolgerungen und Ausblick

Die Daten der DVR-Umfrage zeigen deutlich den Handlungsbedarf bei der Einführung und Nutzung von Fahrerassistenzsystemen in Lkws. Geplante nächste Schritte sind die gesetzliche Verankerung verpflichtender Schulungen und die Verbesserung der Systembedienung durch Hersteller. Zukünftige Initiativen werden darauf abzielen, die Akzeptanz dieser lebensrettenden Technik zu erhöhen, um die Vision Zero – alle kommen sicher an – zu unterstützen.

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