Demo am Schlachthof Dithmarscher Geflügel in Seddiner See geplant

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Seddiner See. Am 29. März 2026 findet eine Demonstration vor dem Geflügelschlachthof „Dithmarscher Geflügel“ in Seddiner See statt. Die Tierrechtsorganisation Animal Rights Watch (ARIWA) ruft zu einer Laufdemonstration unter der Fokus-Keyphrase Demo Schlachthof Seddiner See auf, die Missstände im Betrieb anprangert.

Demo gegen Tierquälerei – Darstellung der Vorwürfe und Hintergründe

Der Schlachthof in Seddiner See steht aktuell im Fokus aufgrund von Vorwürfen schwerer Tierschutzverstöße. Nach Veröffentlichung von umfangreichem Videomaterial, das mit versteckten Kameras im Schlachthof aufgenommen wurde, zeigt sich ein vielschichtiges Bild von Misshandlungen an Enten und Gänsen. Die Aufnahmen dokumentieren unter anderem Schläge, Würgen und unsachgemäße Haltung.

Umfangreiche Videoauswertung und Reaktionen

Insgesamt wurden 1.455 Stunden Videomaterial geprüft, wovon 215 Stunden aus tierschutzkritischen Bereichen stammen. Die fachliche Auswertung sieht zahlreiche Übergriffe von mittlerer bis schwerer Schwere, die als Tierquälerei eingestuft werden. Die betroffenen Tiere erlitten dabei längere oder erhebliche Schmerzen.

Im Anschluss an die Veröffentlichung verzichteten mehrere Supermarktketten, etwa REWE, EDEKA und Kaufland, vorübergehend auf Lieferungen aus dem betroffenen Betrieb. Zudem entzog der Bundesverband Tierschutz dem Schlachthof die bisherige Freilandhaltung-Zertifizierung.

Reaktion des Schlachthofs und weiterer Zulieferbetrieb

Der Schlachthof selbst reagierte auf die Vorwürfe mit vereinzelten arbeitsrechtlichen Maßnahmen: Eine Person wurde entlassen, eine weitere erhielt eine Verwarnung und eine Änderung des Einsatzbereichs. Insgesamt sind mindestens drei Mitarbeitende laut Auswertung an den Misshandlungen beteiligt.

Zusätzlich ruhen Vorwürfe auf einem Zulieferbetrieb in Storkow, aus dem Enten zum Schlachthof transportiert werden. Auch dort wurde Bildmaterial veröffentlicht, das einen unsachgemäßen Umgang mit den Tieren zeigt. Versuche, hierzu eine Stellungnahme zu erhalten, blieben erfolglos.

„Schlachthäuser gehören zu den intransparentesten Orten unserer Gesellschaft. Es gibt keinen Tag der offenen Tür, keine Kita- oder Schulführungen durch Schlachthöfe. Ein Schlachthof ist kein schöner Ort – weder für Menschen und erst recht nicht für Tiere. Kein Tier geht freiwillig in einen Schlachthof“, sagte Jan Peifer, Vorstandsvorsitzender von ANINOVA e.V.

Der Fall löste eine bundesweite politische Debatte aus. Das Bundeslandwirtschaftsministerium hat einen Gesetzentwurf für eine verstärkte Videoüberwachung in Schlachtbetrieben vorgestellt. ANINOVA bewertet diesen allerdings als unzureichend, da das grundsätzliche System der Tierhaltung und -tötung nicht vollständig adressiert werde.

Für weitere Hintergründe und Informationen zum Thema Massentierhaltung und Tierschutz verweisen wir auf die Angebote von ANINOVA e.V. und die Fachinformationen des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL).

Geplante Demonstration und zukünftige Entwicklungen in Seddiner See

Die Demonstration am 29. März startet um 11:15 Uhr am Bahnhof Seddiner See und endet gegen 13:15 Uhr vor dem Schlachthof in der Straße Am Fuchsbau 24. Mit rund 200 Teilnehmenden ist eine kulturelle Präsenz der Tierrechtsorganisation ARIWA und weiterer Unterstützer erwartet.

Die Aktion zielt darauf ab, einerseits auf dokumentierte Missstände hinzuweisen, andererseits auch eine grundsätzliche gesellschaftliche Diskussion über den Umgang mit Tieren in der Landwirtschaft anzustoßen. Die ethische Frage, ob Tiere überhaupt gemästet, transportiert, getötet und verzehrt werden dürfen, steht dabei zentral.

„Eine Kamera löst nicht das grundlegende Problem eines Systems, in dem Tiere am Fließband getötet werden. Der vorgelegte Entwurf bleibt aus unserer Sicht unzureichend und nicht weitgehend genug“, so Jan Peifer.

Im weiteren Verlauf bleibt abzuwarten, wie die Behörden auf die Vorwürfe reagieren und ob gesetzliche Maßnahmen zur Verbesserung der Tierwohlstandards intensiviert werden. Der Schlachthof hat bislang keine umfassende Stellungnahme veröffentlicht. Die Öffentlichkeit und Interessierte können sich auf regionalupdate.de über neue Entwicklungen informieren.

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