VdK fordert bessere Hilfe gegen Armut in häuslicher Pflege

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Niedersachsen/Bremen. Die neue Studie „Armut in der häuslichen Pflege“ des Paritätischen zeigt deutliche Defizite der Pflegeversicherung auf. Nur ein geringer Teil der pflegebedürftigen Menschen zu Hause in Niedersachsen und Bremen beantragt die staatliche Hilfe zur Pflege. Die Folgen: Viele leben trotz Pflegebedürftigkeit in finanzieller Not. Die Fokus-Keyphrase „Armut haeusliche Pflege“ erhält dadurch besondere Bedeutung.

Pflegearmut effektiv verhindern

Unzureichende Leistungen der Pflegeversicherung

Die Studie verdeutlicht, dass die aktuellen Leistungen der Pflegeversicherung nicht ausreichen, um alle Kosten der häuslichen Pflege abzudecken. In Niedersachsen machen dort lebende Pflegebedürftige nur zu zwölf Prozent ihren Anspruch auf Hilfe zur Pflege geltend, in Bremen sind es etwa 15 Prozent. Diese geringe Inanspruchnahme führt zu einer verdeckten Pflegearmut bei Tausenden Betroffenen. Deutlich höher sind die Anteile der Hilfeempfänger in Pflegeheimen: In Niedersachsen 39 Prozent, in Bremen sogar 63 Prozent.

Herausforderungen bei der Inanspruchnahme von Hilfeleistungen

Oftmals wissen Betroffene nicht, dass ihnen diese finanzielle Unterstützung zusteht oder scheuen sich aus Scham, entsprechenden Antrag zu stellen. Friedrich Stubbe, Landesvorsitzender des Sozialverbands VdK Niedersachsen-Bremen, erklärt:

„Die Leistungen der Pflegeversicherung reichen vorne und hinten nicht, das zeigt die neue Studie des Paritätischen ganz deutlich! Tausende Pflegebedürftige in Niedersachsen und Bremen haben deshalb Anspruch auf die sogenannte Hilfe zur Pflege – doch sie schämen sich, diese Hilfe zu beantragen oder wissen häufig gar nicht, dass sie ihnen zusteht.“

Zudem fordert Stubbe eine einheitliche Pflegeversicherung, die alle Bürger einbezieht und sämtliche pflegebedingte Kosten übernimmt. Auch müsse die häusliche Pflege stärker finanziell gefördert werden, da hier rund 85 Prozent der pflegebedürftigen Menschen versorgt würden.

Ausbau der Beratung durch Pflegestützpunkte

Zur besseren Unterstützung der Pflegebedürftigen und ihrer Angehörigen schlägt der VdK eine Verstärkung der Pflegestützpunkte vor. Diese Beratungseinrichtungen sollen personell und finanziell aufgestockt werden, um die Betroffenen umfassend zu informieren und zu begleiten. Nur so könne verhindert werden, dass Menschen wegen Unkenntnis oder Scham in Armut gerieten.

  • Nur 12 Prozent in Niedersachsen und 15 Prozent in Bremen beantragen Hilfe zur Pflege bei häuslicher Pflege
  • 85 Prozent der Pflegebedürftigen werden zu Hause versorgt
  • Höhere Inanspruchnahme der Hilfe zur Pflege bei Heimbewohnern (bis zu 63 Prozent)

Weitere Informationen zur Studie finden Sie auf der Website des Paritätischen Wohlfahrtsverbands: Neue Studie Pflegearmut.

Weitere Schritte zur Bekämpfung von Armut in der häuslichen Pflege

Der Sozialverband VdK Niedersachsen-Bremen setzt sich für eine sozial gerechtere Pflegepolitik ein. In den kommenden Monaten soll der Druck auf politische Entscheidungsprozesse erhöht werden, um die Pflegeversicherung zu vereinheitlichen und die finanzielle Unterstützung für häuslich Pflegende zu verbessern. Ein Ausbau der Pflegestützpunkte wird ebenso geplant. Die Politik muss die strukturellen Ursachen der Pflegearmut anerkennen und handeln, damit Betroffene nicht länger in finanzielle Not geraten.

Mehr Informationen und weitere Berichte zur Sozialpolitik lesen Sie unter regionalupdate.de. Offizielle Informationen zur Pflegeversicherung und Unterstützungsmöglichkeiten bietet auch die Website des Bundesgesundheitsministeriums: Pflegeversicherung.

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